Coronavirus: Geisterspiele stoßen nicht nur auf Verständnis bei den Lünern

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Bis auf weiteres dürfen Fußballspiele des Fußballkreises Dortmund nur ohne Zuschauer stattfinden. Die betroffenen Lüner sehen diese Regelung zwiegespalten.

Lünen

, 12.03.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Florian Dellbrügge, Geschäftsführer des BV Lünen: „Wir finden das erst einmal nicht ganz so toll. Allerdings ist dieser Coronavirus ja wohl so, dass wir ihn erstmal nicht mehr loswerden. Wir würden uns wünschen, dass die Spieltage komplett ausgesetzt werden. Was bringt es dir, wenn du ohne Zuschauer spielst? Für einen Verein, wie wir das sind, ist es existenziell, dass du Heimspiel-Einnahmen hast. Wirtschaftlich ist das extrem schwierig, weil du nur Ausgaben hast. Das ist scheiße.“

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Benedikt Kuhne, Sportlicher Leiter bei BW Alstedde: „Wenn das so sein sollte, dass er dadurch weniger verbreitet wird, finde ich das generell gut. Allerdings weiß ich nicht, wie man das handeln soll. Ich kann mir kaum vorstellen, dass auf den Kreisliga-Plätzen wirklich keine Zuschauer sind. Von daher sehe ich da wenig Sinn hinter. Dann würde ich lieber das Spiel absagen, als so vorzugehen. Ich glaube nicht, dass es zu einer einheitlichen Regelung auf den Sportplätzen führen wird.“

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Jascha Keller, Trainer des BV Brambauer: „Für den Verein ist es natürlich schade, dass keine Zuschauer kommen dürfen. Mengede hat immer ein paar Zuschauer mitgebracht. So gehen Einnahmen und auch Stimmung verloren. Dennoch ist es die richtige Entscheidung. Ich glaube sogar, dass es noch zu wenig ist. Man muss noch weitergehen. Man weiß, dass es Risikopatienten gibt. Die komplette Gesellschaft muss sich solidarisch zeigen und dafür Sorge tragen, dass sich Infektionen nicht so rasch vermehren. Aus meiner Sicht wäre es die einzig richtige Konsequenz, den Spielbetrieb einzustellen, wie es die Profi-Ligen teilweise schon machen. Fußball ist nun einmal eine Kontaktsportart. Es ist bei uns auch so, dass die Jungs die Duschen nutzen, die vorher andere Mannschaften genutzt haben. Irgendwer im Verein wird sich bestimmt infizieren, wenn man sieht, wie die Infektionsrate aktuell verläuft. Der Solidarität der Gesamtgesellschaft gegenüber sollte man den Spielbetrieb einstellen. Jeder sollte seinen Beitrag leisten.“

Daniel Serges, Co-Trainer VfB Lünen: „Ich sehe diese Geisterspiele zwiegespalten. Auf der einen Seite kann ich verstehen, dass der Kreis Schutzmaßnahmen ergreift, um die Verbreitung so gering wie möglich zu halten, aber auf der anderen Seite, muss man auch mal ganz ehrlich sagen, dass es Spiele gibt, da stehen mit Spieler und Verantwortlichen mehr Menschen auf dem Platz, als Zuschauer daneben. Aus meiner Sicht bestünde somit eine größere Ansteckungsgefahr zwischen den Spielern, als zwischen den Zuschauern. Aus Vereinssicht kommt dann auch noch hinzu, dass so ein Spieltag Geld kostet. Der Schiedsrichter muss bezahlt werden, die Infrastruktur kostet Geld. Das muss ja auch alles irgendwie bezahlt werden. Und da gibt es genügend Vereine, die froh sind, wenn ein paar Menschen zum Platz pilgern, um mit den Einnahmen, die Kosten zumindest etwas abzudecken. In meinen Augen ist das ein sehr schwieriges Thema.“

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