Coronavirus: Trainer verstehen Absage der Jugend-Stadtmeisterschaften

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Die Lüner Jugendfußball-Stadtmeisterschaften finden in diesem Jahr nicht statt. Grund dafür ist nicht nur das Coronavirus. Wir haben uns bei Jugendleitern aus der Umgebung für Sie umgehört.

Lünen, Wethmar, Brambauer

, 31.03.2020, 15:34 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es sind schon größere Turniere abgesagt worden“, sagt Bernd Völkering, Jugendleiter beim TuS Westfalia Wethmar, lachend. Nachdem selbst die Europameisterschaft 2020 auf das nächste Jahr verschoben wurde, hat die Absage der Lüner Fußball-Feldstadtmeisterschaften hier kaum noch jemanden schockiert. „Das war wenig überraschend: Die Corona-Krise, der fehlende Ausrichter“, sagt Völkering. Seine Jugendabteilung ist dennoch nicht gerade begeistert von der Entscheidung, die Mannschaften werden allerdings auf der Homepage des TuS mit digitalen Inhalten bei Laune gehalten.

Digital durch die Corona-Krise

So schreibt der Verein auf seiner Seite: „Mit verschiedenen kurzen und längeren Beiträgen soll die Fußball-Pause verkürzt und gleichzeitig die Vorfreude auf das Ende dieser ungewöhnlichen Krisenzeit von Tag zu Tag gesteigert werden“, so Fachwart Heinz-Werner Krause. Digital sollen respektive wurden hier bereits aktuelle News und Informationen sowie Rückblicke und Anekdoten veröffentlicht.

Auch den SV Preußen Lünen traf die Absage nicht unerwartet: „Schade ist es, aber es war vorherzusehen durch Corona“, sagt Marcus Klenner, Jugendleiter beim SV Preußen Lünen. Als BW Alstedde als Ausrichter absagte, habe es Überlegungen gegeben, das Turnier zusammen mit dem VfB Lünen auszutragen. Klenner: „Corona kam dazwischen.“

Organisatorische Gründe führten zur ersten Absage

„Wir als BV Brambauer fanden es als Erstes komisch, dass der große BW Alstedde nicht genug Leute hat, um eine Feldstadtmeisterschaft zu organisieren“, sagt Sezer Yildiz, Jugendleiter beim BV Brambauer und fügt hinzu: „Dann war der Corona-Virus da und der hat uns alle zurückgeworfen, was Training, Ligabetrieb, Turniere und auch die Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften angeht.“

Alstedde feiert in diesem Jahr einen runden Geburtstag und hatte geplant, „im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums die Feldstadtmeisterschaften auszurichten“, so Alexander Specht, Jugendleiter bei BW Alstedde. „Allerdings hätte die Austragung unmittelbar nach dem Jubiläum, also einen Tag später, begonnen. Wir fühlten uns nicht in der Lage, dies organisatorisch zu stemmen“, sagt Specht.

Bei den Blau-Weißen würde sich aktuell vor allem die Kommunikation schwierig gestalten, die ausschließlich über Telefon und Whatsapp stattfände. „Die neue Saison zu planen, ist im Moment leider schwierig“, so Specht. Der Jugendleiter sieht gleich zwei mögliche Erfolge gefährdet: „Absolute Ungewissheit. Unsere B spielt um den Aufstieg zur Bezirksliga und auch die A ist oben dabei - wir sehen das große Ziel Aufstieg leider sehr gefährdet.“

Ausflug auf der Kippe

Dass die Saison überhaupt noch zu Ende geführt wird, kann sich Yildiz nicht mehr vorstellen. Bei seinen Jugendmannschaften steht sogar noch mehr auf dem Spiel: der lang ersehnte viertägige Ausflug nach Amelunxen bei Paderborn mit den F-, E- und D-Junioren des BVB. „Eine Absage haben wir aber noch nicht“, sagt Yildiz. Auch für ihn ist es nicht leicht. „Ich bin von sieben Tagen sieben Tage auf dem Platz.“ Doch selbst „bei aller Liebe“ könne er sich nicht vorstellen, dass „da noch etwas zustande kommt“.

Aktuell würde der 35-Jährige viel mit seinen Spielern über Videoübertragung kommunizieren. Er weiß jetzt schon, dass die meisten Mannschaften mit Übergewicht und schlechter Form zu kämpfen haben werden: „Es ist schade für die Kids, die keinen Garten haben. Die sitzen jetzt nur zu Hause, zocken Fortnite, essen Chips und ernähren sich ungesund“, sagt Yildiz.

Preußen plant derweil eine neue B-Jugend, rechnet aber auch nicht mehr mit einer Fortsetzung der Ligabetriebe: „Alle verstehen das, es ist nachvollziehbar, aber wir gehen auch alle davon aus, dass die Saison beendet ist“, sagt Klenner.

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