„Dann müssen wir halt mit 7:6 oder 8:7 gewinnen“

Fußball

Der TuS Westfalia Wethmar hat aufgerüstet. Sanmi Ojo und Maik Küchler verstärken ab sofort den Fußball-Bezirksligisten. Im Interview verrät das Duo, was den Abstiegskampf so attraktiv macht.

Wethmar

19.12.2017, 18:25 Uhr / Lesedauer: 4 min
Sanmi Ojo (r.) spielt künftig für Westfalia Wethmar.

Sanmi Ojo (r.) spielt künftig für Westfalia Wethmar. © Foto: Goldstein

Fußball-Bezirksligist TuS Westfalia Wethmar darf sich über zwei Neuzugänge im Winter freuen. Sanmi Ojo (34) und Maik Küchler (27) wechseln vom SV Preußen Lünen an den Cappenberger See (wir berichteten). Sportredakteur Patrick Schröer hat mit dem Duo über die Wechselgründe, die Kritik an Simon Erling und die Stadtmeisterschaften gesprochen.

Herr Ojo, Herr Küchler, was reizt Sie eigentlich daran, in der Bezirksliga gegen den Abstieg zu kämpfen?

Ojo: Ich bin der Meinung, dass es im Fußball am interessantesten ist, wenn es um etwas geht – also Meisterschaft oder halt auch der Klassenerhalt. Meisterschaft ist natürlich angenehmer, aber angenehm kann ja jeder.

Küchler: Ich sehe das genauso wie Sanmi. Um die goldene Ananas zu spielen, ist auf Dauer langweilig. Jetzt geht es um etwas.

Warum haben Sie sich eigentlich für Wethmar entschieden?

Ojo: Wethmar ist ein gut geführter Verein, der auch sehr familiär ist. Das finde ich gut. Ich müsste aber lügen, wenn ich sagen würde, dass Maik keinen Anteil an dem Wechsel hätte. Wir wurden schon im Sommer von Simon Erling und Rolf Nehling angesprochen. Jetzt hat alles gepasst.

Küchler: Es gab zwischen mir und Wethmar im Sommer gute Gespräche. Als das dann mit Preußen auseinanderbrach, war für mich sofort klar, dass ich mich Wethmar anschließe. Das Umfeld passt einfach. Ich kenne ja den einen oder anderen von früher. Schön ist auch, dass Sanmi mitkommt.

Die Preußen waren in der Hinrunde ein Unruheherd. Wethmar zuletzt auch. Haben Sie nicht Angst, vom Regen in die Traufe zu kommen?

Küchler: So eine Situation entsteht ja nicht von jetzt auf gleich. Das alles hat sich über die Hinrunde angestaut, auch weil der sportliche Erfolg ausgeblieben ist. Ich denke aber, dass Wethmar so weit gefestigt ist, dass es in Zukunft wieder besser läuft. Alle müssen an einem Strang ziehen dürfen sich nicht an Kleinigkeiten hochziehen.

Ojo: Ich glaube nicht, dass man Preußen mit Wethmar vergleichen kann. In Preußen waren es viele kleine Probleme, die hausgemacht waren. In Wethmar kann ich das nicht so richtig beurteilen. Ich habe aber gehört, dass es ein Einstellungsproblem ist.

Ihr neuer Trainer Simon Erling ist zuletzt öffentlich massiv kritisiert worden. Ist er wirklich ein so schlechter Trainer?

Ojo: Simon ist ein sehr zielstrebiger und verbissener Typ – im positiven Sinne. Er versucht, seine Vorstellung von Fußball umzusetzen. Vielleicht schießt er manchmal über das Ziel hinaus und fordert zu viel, was in meinen Augen aber nicht verkehrt ist. Er ist ja selber noch recht jung und lernt noch.

Küchler: Es war eine sehr harte Kritik, die sicher Spuren hinterlassen hat. Ich glaube aber, dass Simon trotzdem der richtige Trainer für die Truppe ist. Ich habe jetzt schon zwei, drei Mal mittrainiert. Das Training ist gut aufgebaut. Das Problem ist die schlechte Trainingsbeteiligung, da muss sich auch die gesamte Mannschaft hinterfragen.

Sie sind beide eher Offensivspieler. Glauben Sie nicht, dass Spieler für die Verteidigung wichtiger wären?

Küchler (lacht): Dann müssen wir halt immer ein Tor mehr schießen, als der Gegner und mit 7:6 oder 8:7 gewinnen. Ich glaube, dass die Mannschaft sehr vielseitig aufgebaut ist und viele Spieler viele Positionen spielen können.

Ojo: Ich bin ein Typ, der auch recht viel schon in der Defensive gearbeitet hat. Was bringt einem die beste Abwehr, wenn die Reihe davor nicht vernünftig verteidigt? Ich glaube, momentan ist es egal, welche Position dazukommt. Hauptsache, die Neuen geben Vollgas, um den anderen auch zu zeigen: Oh, hoppla, da sind ja welche, die Gas geben. Das kann im Kopf schon viel bewirken.

Herr Küchler, Sie haben jetzt mehrere Monate nicht gespielt. Sind Sie überhaupt noch fit?

Ojo: Die Frage beantworte ich. Er war noch nie fit (lacht).

Küchler: Ich stand sonntags nicht mehr auf dem Platz, das stimmt, habe in Wethmar aber schon mehrmals mittrainiert, damit ich mich in der Rückrunde besser einfinden kann. Im Bereich Fitness muss ich aber – gerade im Abstiegskampf– noch ein bisschen zulegen. Dafür habe ich aber auch die ganze Winterpause Zeit (lacht).

Am Wochenende starten die Lüner Stadtmeisterschaften. Sind Sie beide dabei?

Ojo: Nein, ich werde dieses Mal nicht in der Halle spielen.

Küchler: Ich werde wahrscheinlich nur am Freitag teilnehmen können, da meine Oma am Samstag ihren 80. Geburtstag feiert. 80 wird man nicht alle Tage. Ich denke, unser Anspruch sollte mindestens ein Platz in den Top vier sein.

Welche Ziele haben Sie mit Wethmar noch?

Ojo: Ich möchte mit Wethmar natürlich zuerst den Klassenerhalt schaffen und am Ende einen gesicherten Mittelfeldplatz belegen. Ich persönlich möchte gut in die Truppe reinkommen. Danach sehen wir mal weiter.

Küchler: Mein Ziel ist es, mich in der Mannschaft zu etablieren. Ich möchte viele Spiele machen und meinen Teil dazu beitragen, dass Wethmar nichts mehr mit dem Abstiegskampf zutun hat. Ich will mit der Truppe Spaß haben und möglichst viele Tore schießen.

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