Das bedeuten die Neuigkeiten der FLVW-Konferenz für SG Gahmen und VfB Lünen

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Vom Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen sind neue Überlegungen zu einer möglichen Aufstiegsregelung bekannt geworden. Die SG Gahmen und der VfB Lünen reagieren unterschiedlich.

Gahmen, Lünen

, 29.04.2020, 17:57 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wie es mit der Fußball-Saison im Amateurbereich weitergeht, ist weiter unklar. Auf dem Weg zur Lösungsfindung sind bei der Video-Konferenz des Fußball- und Leichtathletik-Verbands Westfalen (FLVW) mit den Bezirksliga-Vereinen nun neue Überlegungen bekannt geworden, die sich auf die Aufstiegsmöglichkeiten Lüner A-Ligisten SG Gahmen und VfB Lünen auswirken würden.

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In der Kreisliga A2 Dortmund liegen die Verfolger von Spitzenreiter BW Alstedde (48 Punkte aus 19 Spielen) Kopf an Kopf, die SG Gahmen (40/19) hat dabei ein Spiel mehr auf dem Konto und leicht die Nase vor dem VfB (38/18). Nun gibt es den Gedanken, mehr Teams aufsteigen zu lassen. Für die SGG und den VfB könnte das aber dennoch nicht für den Aufstieg reichen. Denn: Normalerweise steigen 2,5 Teams aus dem Fußballkreis Dortmund auf - die beiden Sieger der Kreisligen A1 und A2, plus einen Zweitplatzierten, der aufsteigen kann, wenn er sich in der Relegation erst gegen den anderen Kreisliga-Vizemeister aus dem Kreis Dortmund und dann gegen einen Vertreter des Fußballkreises Unna durchgesetzt hat.

„Es ist richtig, dass es Überlegungen gibt, die Anzahl der Aufstiegsplätze zu erhöhen. Dementsprechend könnte es dann drei Aufsteiger aus dem Dortmunder Fußballkreis geben. Das könnte für uns zu einem echten Problem werden, einen dritten Aufsteiger nach beiden Staffelsiegern zu bestimmen. Ich weiß aktuell nicht, wie man das am besten lösen könnte“, erklärte Jürgen Grondziewski, Vorsitzender des Fußballkreises Dortmund auf Nachfrage.

Ein vierter Aufsteiger, sodass aus den beiden Kreisligen aus dem Kreis Dortmund jeweils zwei Teams in die Bezirksliga aufrücken könnten, sei nicht angedacht. „Eigentlich ist diese Option, dass jeweils zwei Teams aus beiden Ligen aufsteigen, ausgeschlossen“, so Grondziewski. „Damit hätte der Kreis Dortmund einen großen Vorteil gegenüber den anderen Kreisen, da es dann noch mehr Aufsteiger geben würde.“

Quotientenregelung zur Bestimmung des dritten Aufsteigers?

Einem anonymen Teilnehmer der Video-Konferenz zufolge sei eine Option, die zur Bestimmung des dritten Aufsteigers diskutiert worden sei, eine Quotientenregelung gewesen. Das würde bedeuten, dass der dritte Aufstiegsplatz an den Tabellenzweiten der Kreisliga A1 Dortmund, SV Westfalia Huckarde, ginge. Der Klub hat 46 Punkte aus 20 Ligaspielen geholt (2,3 im Schnitt), liegt damit mit Tabellenführer DJK BW Huckarde gleichauf. Die SGG kommt auf einen Schnitt von 2,105 Punkten, der VfB auf einen Schnitt von 2,111 Zählern. Demnach hätte der VfB zwar marginal bessere Karten als die Gahmener, läge aber dennoch hinter Westfalia Huckarde zurück.

Überlegungen kommen bei SG Gahmen nicht gut an

Bei den ambitionierten Gahmenern, die ihren Kader in der Winterpause noch einmal verstärkt hatten, kommt diese Entwicklung alles andere als gut an. „Welcher Verein, der um den Aufstieg kämpft, würde sich denn damit zufrieden stellen?“, fragt Musa Sagculu, stellvertretender Geschäftsführer der SGG. „Das Problem ist doch: Egal, was sie jetzt vorschlagen, sie können es niemandem recht machen. In der Kreisliga A1 sind zwei Teams punktgleich, einen Punkt dahinter liegt der ASC II und es sind noch zehn Spiele zu spielen.“

Musa Sagculu und die SG Gahmen, hier mit Spieler Halil Elitok bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft, finden die Überlegungen des FLVW zur Wertung der Saison unfair.

Musa Sagculu und die SG Gahmen, hier mit Spieler Halil Elitok bei der Hallenfußball-Stadtmeisterschaft, finden die Überlegungen des FLVW zur Wertung der Saison unfair. © Timo Janisch

Sagculu ist sauer. „Die können doch nicht einfach sagen: Wir haben jetzt so entschieden. Klar, die Teams, die jetzt nicht absteigen, freuen sich“, sagt er. „Aber es ist doch nicht fair gegenüber den ganzen Mannschaften, die noch auf den Aufstieg gehofft und darum gekämpft haben. Das ist unfair! Da können die noch 20 Videokonferenzen machen, die werden keine Entscheidung treffen können.“

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Er kritisiert auch, dass der Verband immer wieder neue Vorstöße macht und Wasserstandsmeldungen bekannt werden. „Warum äußern die sich, wenn sie das Rechtsgutachten noch nicht haben?“, fragt er. Dieses hatte der FLVW in Auftrag gegeben, um sich einen Überblick zu verschaffen, was juristisch möglich ist.

Sagculu gehe es um eine faire Regelung, und dieser Vorschlag sei keine. „Dann sollen sie die Saison komplett annullieren, oder der Erste steigt auf und die letzten Beiden steigen ab, oder es gibt Wildcards wie beim Basketball“, schlägt er vor. „Die Vereine da oben werden bestraft, und die unten bleiben einfach in der Liga.“

Verantwortliche des VfB Lünen warten weiter ab

Der VfB Lünen geht gelassener an die Situation heran. „Wir beim VfB warten ab, was für eine Entscheidung gefällt wird. Es gibt viele Möglichkeiten, die zur Zeit noch diskutiert werden“, erklärt der Friedhelm Hoffmann, Vorsitzender der Fachschaft Fußball. „Wenn es so kommen sollte, dann ist das so, dann akzeptieren wir das, und wenn nicht, dann ist das auch okay.“

Friedhelm Hoffmann ist Vorsitzender der Fachschaft Fußball beim VfB Lünen.

Friedhelm Hoffmann ist Vorsitzender der Fachschaft Fußball beim VfB Lünen. © Foto: Benedikt Ophaus

Dass er den VfB gerne eine Liga höher sehen würde, streitet er nicht ab. „Klar wäre es schön, in die Bezirksklasse aufzusteigen, aber ich kann auch mit der A-Liga weiterleben, alles gut“, sagt Hoffmann. „Für mich steht im Vordergrund, dass die Corona-Krise vernünftig ausgestanden wird, dass alle gesund bleiben und die Wirtschaft am Laufen zu halten. Dann kommt erst in vierter, fünfter Linie der Sport. Der ist aktuell das unwichtigste, alles andere ist aus meiner Sicht wichtiger.“

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