Dennis Stolzenhoff: „Ich habe kein Team gesehen, das uns locker hätte schlagen können“

mlzDortmunder Hallenstadtmeisterschaften

Vom Matchwinner bei der Lüner Stadtmeisterschaft zum tragischen Helden in Dortmund: Dennis Stolzenhoff nimmt das Aus des BV Brambauer auf seine Kappe und verrät, warum es so bitter ist.

Lünen

, 07.01.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nur zwei Wochen liegen zwischen den zwei prägendsten Momenten einer starken Hallensaison des Fußball-Bezirksligisten BV Brambauer: der Gewinn der Lüner Hallenstadtmeisterschaft in der Rundsporthalle Lünen und das Zwischenrunden-Aus bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft in der Halle Wellinghofen. Im Mittelpunkt beider Szenen stand der 35-jährige Brambaueraner Routinier Dennis Stolzenhoff. War er im Dezember in Lünen noch maßgeblich für den BVB-Titelgewinn verantwortlich, so patzte er in Dortmund in einer Schlüsselszene gegen den Westfalenligisten Westfalia Wickede, was schließlich zum 0:1 und damit zum Turnier-Aus führte.

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Was war geschehen? Sieben Sekunden vor dem Ende stand es 0:0 zwischen Brambauer und Wickede im zweiten Gruppenspiel. Dem BVB hätte das Ergebnis zum Weiterkommen gereicht. Doch Stolzenhoff ließ sich zu einem Foulspiel hinreißen - zwei Minuten Zeitstrafe und Freistoß für Wickede. Die Dortmunder führten schnell aus und trafen mit der Schlusssirene zum 1:0.

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„Es tut mir echt leid für die Jungs, dass wir rausgeflogen sind, weil ich einen taktischen Fehler begangen habe“, sagt Stolzenhoff nun wenige Tage nach dem Ausscheiden. „Klar, hätte man das im Nachhinein auch verhindern können, weil in sechs Sekunden macht man auch in Überzahl eigentlich kein Tor. Und hätten wir den Elfer vorher reingemacht, wären wir auch weiter. Und selbst mit der 0:1-Niederlage kommt man weiter, wäre das unwahrscheinliche Ergebnis danach nicht passiert. Das sind unglaublich viele Zufälle. Letztlich muss ich das aber auf meine Kappe nehmen.“

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Extrem bitter sei das Ausscheiden des BV Brambauer bei der Dortmunder Stadtmeisterschaft nicht nur wegen der Art und Weise. „Wir hatten eine unglaublich gute Mannschaft und hätten mehr erreichen können. Ich habe zumindest in der Halle bei uns kein Team gesehen, das uns locker schlagen hätte können. Wir waren absolut auf Augenhöhe“, meint Stolzenhoff. „Es wäre viel mehr möglich gewesen. Wir haben unglaublich viel nach hinten gearbeitet, haben super konzentriert gespielt und waren für jeden extrem unangenehm. Das zeigt ja auch, dass wir im ganzen Turnier nur drei Gegentore bekommen haben und eigentlich nicht eine Sekunde zurückgelegen haben.“

Auch für Stolzenhoff persönlich ist das Aus in Dortmund bitter, denn für ihn war es wohl die letzte Teilnahme bei der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft. Stolzenhoff: „Für mich war es die letzte Möglichkeit, in der Helmut-Körnig-Halle zu spielen.“

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Und diese Chance war zum Greifen nahe, hätten Westfalia Wickede und VfR Sölde nicht genau so gespielt, dass der BVB ausschied. „Es gab nur eine unwahrscheinliche Ergebniskonstellation, die zu unserem Ausscheiden führen sollte, und genau die ist eingetroffen“, so Stolzenhoff. „Das hat einen bitteren Beigeschmack.“ Vorwürfe gegen die Dortmunder Klubs möchte er aber keine erheben: „Ob das vorher abgesprochen war, kann ich nicht beurteilen. Wenn es so wäre, wäre es schade für den Sport. Doch das kann man so nicht unterstellen“, sagt der Brambaueraner Spieler. „Wenn wir im Spielverlauf das 3:2 gekriegt hätten, hätten wir uns wohl auch die Kugel zugeschoben.“

Stolzenhoff: „Man bekommt gesagt, Lüner Vereine haben hier nichts zu suchen.“

Eines blieb dann aber doch negativ hängen beim 35-Jährigen. „Da geht man in die Kabine und dann wird von Spielern - ich sage jetzt nicht von welcher Mannschaft - gesagt, dass die Lüner Vereine hier nichts zu suchen haben“, so Stolzenhoff. „Das ist irgendwie bitter.“

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