Deutschrap statt Bankgeschäfte: SV Preußen setzt weiter auf die Jugend

mlzFußball-Kreisliga A

Die große Verjüngungskur startete in der vergangenen Sommerpause und wird nun konsequent fortgesetzt. Der Abgang eines erfahrenen Spielers trifft Preußen Lünen aber schwer.

Lünen

, 28.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter dem SV Preußen Lünen liegen aufregende Wochen und Monate. Gerade das Personal wurde ordentlich durcheinandergewirbelt. Feste Größen wie Kapitän und Preußen-Urgestein Tom Meier, Sören Dvorak oder Fabian vom Hofe verlassen den Verein. Der große Umbruch aus dem Vorjahr wird zudem fortgesetzt: Mit Thomas Orfanidis oder Gianluca Kösling kommen weitere junge Spieler nach Horstmar. Trainer Stefan Urban spricht über die Wechsel, das Mannschaftsgefüge und blickt auf die kommende Spielzeit voraus.

Herr Urban, personell hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten einiges getan beim SV Preußen Lünen. Beginnen wir mit den Abgängen: Was war der schwerwiegendste Verlust?

Ganz klar Tom Meier. Er war unser Kapitän und hat eigentlich schon immer in Horstmar gespielt. Gerade mit seiner Erfahrung wird er uns fehlen. Unsere Mannschaft war in der nun beendeten Saison schon blutjung und nächste Saison wird sie nochmal jünger sein. Aber auch der Abgang von Fabian vom Hofe wiegt schwer. Auch weil er gesagt hat, dass er länger bleiben würde.

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Erwarten Sie denn noch weitere Abgänge?

Eigentlich nicht, aber das habe ich auch bei einigen Kandidaten gedacht, die nun doch den Verein verlassen. Ich glaube auch, dass die Corona-Zeit dabei eine Rolle gespielt hat. Man sieht sich statt drei- oder viermal in der Woche nun gar nicht mehr, der Kontakt findet nur noch über das Smartphone statt und da verliert man die Bindung zueinander. Dass dann noch kurzfristig Spieler wechseln, die es vorher eigentlich nicht vorhatten, hat mich schon geärgert.

Wie sieht es auf der Seite der Zugänge aus? Auch da hat sich ja einiges getan.

In der Hinsicht sind unsere Planungen soweit abgeschlossen, jedenfalls führen wir derzeit keine Gespräche mit Spielern. Wenn noch jemand Interesse hat – gerne. Gerade ein Offensivspieler mit Erfahrung könnten wir noch gut gebrauchen, aber der muss sich dann auch auf unser Modell einlassen.

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Was heißt das im Klartext?

Dass wir eine sehr, sehr junge Mannschaft haben. Dass in der Kabine Deutschrap läuft und nicht über Bankgeschäfte gesprochen wird. Wir suchen Leute, die zu uns und unserer Art passen, und keine Spieler, die ihr Taschengeld aufbessern wollen. Wir wollen Leute, für die Fußball eine große Rolle einnimmt und die auch abseits des Platzes viel Wert auf den Teamgedanken legen.

Zumindest das Training in Kleingruppen ist in Lünen mittlerweile unter Berücksichtigung weiterer Auflagen möglich. Steht Preußen Lünen wieder auf dem Platz?

Wir haben für heute eine erste kleine Einheit geplant, weil die Jungs Bock haben, sich wiederzusehen. Wir werden lockere Lauf-Einheiten durchziehen, ein bisschen Dribbling und vielleicht auch Torschüsse trainieren, aber das reicht dann auch.

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Beendet haben Sie die Saison auf dem achten Rang. Wie sieht die Zielsetzung für die kommende Spielzeit in der Kreisliga A2 aus?

Man möchte sich natürlich nicht verschlechtern, sondern verbessern. Unser Wunsch ist es deshalb schon, ein oder zwei Plätze weiter nach oben vorzurücken. Aber das ist nur der Plan, die Realität kann schnell anders aussehen. Man weiß ja nie, was um Beispiel mit Verletzungen sein wird. Wir wollen uns hier über zwei, drei Jahre hinweg etwas aufbauen und auch mal die ersten fünf Plätze angreifen. Dafür braucht man aber auch Beständigkeit im Kader.

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