Die Gewaltspirale dreht sich weiter

Amateurfußball

Zuerst die Massenprügelei auf dem Mendesportplatz beim Spiel des FC Roj gegen die Reserve des LSV und dann am vergangenen Sonntag die Schlägerei in Eichlinghofen. Die Kreisspruchkammer hat derzeit viele Sachverhalte zu klären, die normalerweise nichts auf Fußballplätzen zu suchen haben.

LÜNEN

12.10.2011, 11:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit neun Jahren versucht Enning präventiv gegen die Gewaltbereitschaft im Amateurfußball anzugehen, zunächst als Problemlotse und seit zwei Jahren zusätzlich als Integrationsbeauftragter. Inhalt seiner Arbeit: die gezielte, frühzeitige Ansprache von Vereinen mit Problemen – die Klubs können auch auf Enning zugehen – und das Aufarbeiten von Negativereignissen. Dabei stößt Enning nach eigener Aussage stets auf ein positives Echo. „Die Vereinsvertreter verurteilen die Gewalt, die Gespräche verlaufen in der Regel positiv.“ Und so bewertete Enning auch seine Arbeit. „Vieles hat sich dadurch gebessert.“ Aber eben nicht alles. Das sei kaum möglich, sagt der Dortmunder, der sich seit 50 Jahren aktiv in der Fußball-Szene bewegt und somit auch über viele Kontakte zu den Vereinen verfügt.

„Wir haben über 160 Vereine im Kreis, da passiert immer etwas. Wir können nicht überall sein.“ Weder im Vorfeld, noch am Spieltag. Und so appelliert Enning an die Vernunft der Betroffenen, bei Problemen nicht direkt zu den Fäusten zu greifen, „sondern lieber miteinander zu reden. So lassen sich Probleme in der Regel besser lösen.“ Das alles sei besser, als die Vorfälle zunächst eskalieren und dann vor der Spruchkammer verhandeln zu lassen. Denn die möglichen Sanktionen sind deftig. Angefangen vom Bußgeld über Strafen für einzelne Spieler und Funktionäre bis zum Ausschluss vom regulären Spielbetrieb sind denkbar. Das liege weder im Interesse des Verbandes, noch der Vereine. Statt des Faustkampfes soll wieder mehr Fußball gespielt werden.

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