"Die SGHBS hat keinen Freifahrschein" - Sven Weber im Interview

Fußball

BECKINGHAUSEN Sackt sich ausgerechnet der kleinste Fußballverein der Stadt Lünen die meisten Zuschüsse ein? RN-Redakteur Bernd Janning fragte nach - im Interview mit dem Vorsitzenden der SG Hansa/Beckinghausen/Sundern (SGBS), Sven Weber.

von Von Bernd Janning

, 17.10.2009, 14:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Sven Weber ist seit 2000 der Vorsitzende der SG Hansa/Beckinghausen/Sundern.

Sven Weber ist seit 2000 der Vorsitzende der SG Hansa/Beckinghausen/Sundern.

Ja, 50.000 Euro. Aber das rechnet sich. Es gibt die Möglichkeit der Abschreibung und insbesondere der Ersparnis.

Früher haben wird 8000 bis 9000 Euro für Öl ausgegeben. Gehen die Berechnungen auf, sind es jetzt nur noch 3000 bis 4000 Euro.

Wir heizen jetzt mit Holzpellets. Wenn alles klappt, ist bei dieser Ersparnis die Anlage in fünf Jahren abgeschrieben.

Ja. Der Bürgermeister hatte uns ja schon im Vorfeld signalisiert, dass wir den Platz auf jeden Fall die nächsten zehn Jahre nutzen können. Durch den Ratsbeschluss wurde, trotz der Einwände der CDU, die Zeit jetzt aber auf bis zu zehn Jahre begrenzt.

Das ist kein Freifahrschein. Der Platz in Beckinghausen ist nicht nur für den Sport da, sondern ein Mittelpunkt dieses benachteiligten Ortsteils. Dieser hat seine Schule verloren, hat kein Einkaufszentrum. Auf unserem Platz feiern die Schützen, im nächsten Jahr die 5. Kompanie von 1332 ihr 30-jähriges Bestehen. Weiter zündet hier auf der Anlage die Interessengemeinschaft der Beckinghauser Vereine ihr Osterfeuer an.

Unsere Anlage liegt zu nah am Kanal, um als Baugebiet geeignet zu sein. Weiter weiß niemand, ob unter der Asche Altlasten lauern. Es soll sich dort um einen irgendwann zu gekippten Bombentrichter handeln. Der Platz soll auch bleiben, so der Bürgermeister, weil er für Spiele und Training anderer Vereine, die in nächster Zeit einen Kunstrasen bekommen, Ausweichmöglichkeit werden könnte. Wir werden auch mit der Zusage, der Platz sei vorerst gesichert, für unser ehrenamtlichen Engagement belohnt.

Ja. Wir waren zwar nicht als erster Verein deshalb im Rathaus, haben aber bereits ein Konzept vorgelegt.

1999 haben wir für 122.710 Euro das Flutlicht gebaut. Dafür erhielten wird von der Stadt einen Zuschuss von 10.225 Euro. 2007 haben wir die Kabinen renoviert und neu gefliest. Das hat uns 20.000 Euro gekostet. 4700 Euro erhielten wir als Zuschuss von der Stadt. Also haben wir, abzüglich der Zuschüsse schon um 127.00 Euro aus eigener Kraft investiert.

Ich will hier keine Rangliste aufstellen, mit anderen Klubs vergleichen. Aber das Gebäude wird hier privat und nicht von der Stadt bewirtschaftet. Der Verein erhält jährlich 6000 Euro von der Stadt aus den Nutzungsvertrag für die Pflege des städtischen Platzes, für Strom und Wasser. Also sind wir für die Stadt doch sehr günstig!

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