Doppelinterview zum Derbykracher: „Natürlich sind wir vor dem Spiel nervös“

mlzLüner Derby

Romina Schink und Karen Jaschewski sind in ihren Mannschaften dafür zuständig, Tore zu verhindern. Vor dem großen Lüner Handball-Derby haben wir mit den Torfrauen gesprochen.

Lünen, Brambauer

, 09.01.2020, 12:46 Uhr / Lesedauer: 3 min

Große Vorfreude herrscht auf das anstehende Handball-Derby in der Frauen-Verbandsliga 2. Am Samstag, 11. Januar, empfängt der Lüner SV als Spitzenreiter Schlusslicht VfL Brambauer um 19 Uhr in der Rundsporthalle (Kurt-Schumacher-Str. 41-49). Beide Mannschaften haben sich für diesen Handball-Leckerbissen so einiges vorgenommen. Im Doppel-Interview haben wir mit LSV-Keeperin Romina Schink (29 Jahre) und VfL-Schlussfrau Karen Jaschewski (28) über mögliche Siegeschancen, den jeweiligen Gegner und den weiteren Verlauf der Saison gesprochen.

Der Lüner SV hat an der Spitze der Tabelle überwintert. Der VfL Brambauer hingegen liegt auf dem letzten Platz zunächst noch abgeschlagen zurück. Laut Papier dürfte die Favoritenrolle doch klar auf der Hand liegen…

Doppelinterview zum Derbykracher: „Natürlich sind wir vor dem Spiel nervös“

Schink: Wir sind kein Favorit, auch wenn die Situation es scheinbar anders hervorgibt. Derbys haben immer ihre eigenen Gesetze. Wir haben keinen Druck und können befreit aufspielen.

Jaschewski: Das stimmt natürlich. Nach der Tabellensituation sollte es eine klare Rollenverteilung geben. Das könnte es im Hinblick auf die Erwartungshaltung von außen natürlich etwas einfacher machen. Wenn es nicht das Derby wäre…

Ist dieses Lokalderby für Sie das Highlight der Saison?

Schink: Für mich sind Derbys immer Highlights. Ich habe mich nach dem Aufstieg sehr auf diese Duelle gefreut.

Jaschewski: Da kann es nur eine Antwort geben: Ja! Die Stimmung und die Atmosphäre in der Halle und innerhalb der Mannschaft ist bei dem Derby etwas ganz Besonderes.

Doppelinterview zum Derbykracher: „Natürlich sind wir vor dem Spiel nervös“

Romina Schink erwartet gegen den VfL Brambauer ein spannendes Spiel. © Archiv

In der letzten Saison ging der VfL Brambauer zweimal – wenn auch nur knapp - als Sieger vom Feld. Sie waren ebenfalls mit von der Partie. Was muss Ihr Team, Frau Jaschewski, alles investieren, um wieder erfolgreich zu sein?

Jaschewski: Wir müssen von Beginn an konzentriert sein und dürfen nicht zu nervös agieren. Wir müssen unsere Fehler minimieren und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken.

Nach der jetzigen aktuellen Tabellenlage dürfte das doch schwerer fallen, oder?

Jaschewski: Natürlich ist das alles aktuell nicht so einfach. Aber wir wollen den Schwung aus dem letzten Spiel mitnehmen und unter der Hinrunde einen Strich machen.

Der Lüner SV als Tabellenführer braucht sich nicht zu verstecken. Schließlich wird er mit sehr viel Selbstbewusstsein – vor allem vor heimischer Kulisse – agieren. Was hat der LSV sich für dieses Spiel vorgenommen?

Schink: Wir wollen ein gutes Spiel abliefern, Spaß haben und dann den Derbysieg holen.

Was strebt der VfL Brambauer an?

Jaschewski: Das, was wir uns in jedem Spiel vornehmen: Alles zu geben und unsere Leistung nach dem letzten Heimsieg weiter zu steigern.

Was haben Sie sich persönlich vorgenommen?

Schink: Ein gutes Spiel zu machen und für meine Mannschaft alles zu geben.

Jaschewski: Als Rückhalt für das Team da zu sein und in den richtigen Momenten Akzente zu setzen.

Sie sind beide die erfahrensten Spielerinnen in Ihrem Team. Sind Sie vor solchen Spielen trotz viel Erfahrung auch noch nervös?

Schink: Na klar. Das gehört ja auch dazu. Es ist aber eine positive Nervosität mit viel Freude.

Jaschewski: Ich muss zugeben: Ich bin vor jedem Spiel nervös. Wenn das nicht wäre, würde etwas fehlen. Das gibt den nötigen Adrenalinpegel.

Wo liegen Ihrer Meinung nach die Stärken des Gegners?

Schink: Der VfL Brambauer spielt schon länger in dieser Liga und kennt sie gut. Genaue Stärken kann ich aber nicht nennen. Denn derzeit ist der VfL nicht ganz so gut drauf.

Jaschewski: Der LSV ist meiner Meinung nach eine sehr gut eingespielte Truppe, da passt das Zusammenspiel gut. Wir müssen uns auf ein temporeiches Spiel mit viel Körperlichkeit einstellen.

Wie sieht die aktuelle personelle Situation bei Ihren Teams aus?

Jaschewski: Bis auf Sarah Umbescheidt sollte alle Spielerinnen dabei sein.

Schink: Es sind alle Spielerinnen an Bord und wir gehen mit einem vollen Kader in dieses Spiel.

Frau Jaschewski, noch vor wenigen Wochen half mit Linkshänderin Angelina Pötter die Match-Winnerin des letzten Lokalderbys in Brambauer aus. Wird sie erneut auflaufen?

Jaschewski: Angelina könnte eine Option sein, das wird jedoch erst kurzfristig entschieden.

Frau Schink, Ihr Team spielt bisher eine starke Saison. Kann der Lüner SV diesen Platz auch in der Rückrunde halten?

Schink: Das wäre natürlich schön. Wir sind eine junge Truppe und haben noch Zeit uns zu entwickeln, daher ist das Ziel natürlich erst einmal die Klasse zu halten, alles andere ist Bonus.

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Frau Jaschewski, Ihre Mannschaft hatte in der Hinrunde viele Probleme und steht eher schwach in der Tabelle da. Was sind die Gründe?

Jaschewski: Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten. Wenn es dafür einen Grund gäbe, dann hätten wir ihn vermutlich bereits beseitigt. Ich kann sagen, woran es nicht liegt: Die Einstellung und die Einsatzbereitschaft stimmen bei uns allen. Das treibt uns weiter an.

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