Eine Szene hätte für den Lüner SV alles verändern können

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Der Lüner SV verliert das Heimspiel gegen den TuS Hiltrup und steht dadurch relativ bedient da. Eine Szene hätte alles verändern können.

Lünen

, 28.09.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Blick auf die Tribüne im Stadion Schwansbell genügte am Sonntagnachmittag, um zu sehen, wie groß der Aderlass beim Fußball-Westfalenligisten Lüner SV ist. Dort tummelten sich unter anderem Jörg Lemke, Matthias Drees, Marius Kröner, David Loheider, Sascha Ernst und Daniel Mikuljanac.

Alles Stammkräfte, die am Sonntag nicht gegen den TuS Hiltrup auflaufen und die 1:3-Niederlage gegen Hiltrup verhindern konnten. „Uns haben heute elf Leute gefehlt, davon auch sieben Stammspieler. Das musst du erstmal verpacken“, sagte LSV-Trainer Christian Hampel. Und eigentlich kam der Lüner SV damit gut zurecht. Die Partie gestaltete sich in der Anfangsphase ausgeglichen, brachte aber mit der Zeit leichte Vorteile für die Gastgeber mit sich.

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Die einzigen beiden Chancen vergaben Ali Bozlar (35.) und Noel Lahr (39.). Und statt selbst in Führung zu gehen, kassierten die Lüner in der Nachspielzeit des ersten Abschnitts durch einen Eckball den Gegentreffer.

Den Eckball von Steffen Menke touchierte wohl noch Kevin Herbermann kurz vor der Linie zur Führung für den Gast aus Münster. Aufreger der ersten Halbzeit war aber eine ganz andere Szene: In der 32. Minute wurde Lünens Mohammad Alokla rüde im Mittelfeld umgetreten. Eine rotwürdige Aktion, die zum Unmut der Lüner lediglich die Gelbe Karte für Alan Bezhaev einbrachte. „Das war schon grenzwertig“, kommentierte Hampel.

Mohammad Alokla trug Blessuren bei dem rotwürdigen Foul davon.

Mohammad Alokla trug Blessuren bei dem rotwürdigen Foul davon. © Goldstein

Anerkennung von Hampel

Im zweiten Durchgang drückte der Lüner SV und wurde dafür nach 14 Minuten belohnt, als Tore-Niklas Burg mit einem satten Schuss aus knapp 17 Metern für den 1:1-Ausgleich sorgte. Hin und her ging es im Anschluss, das Spiel kam einen offenen Schlagabtausch gleich und machte Räume im Mittelfeld auf, die der Gast auf Münster zu nutzen wusste. Montasar Hammami (69.) vollendete einen Hiltruper Konter zur erneuten Führung für den Gast.

„Wir haben gegen eine gute Mannschaft gespielt, gegen eine sehr erfahrene Mannschaft“, musste Hampel anerkennen. Und dies machte sich vor allem in der Defensive bemerkbar, wo der Gast wenig zuließ. Doch den besten Angriff der Lüner über Milan Sekulic und Luca Frenzel vergab Martin Fuhsy freistehend vor dem Tor (77.). „Die Szene hätte alles verändern können“, sagte Hampel.

Doch nicht der Ausgleich fiel, sondern Hampel und Alokla sahen kurz darauf die Rote Karte (86.). Alokla wollte am eigenen Strafraum das Spiel schnell machen und seinem Gegner den Ball wegreißen. Dieser fiel auf dem Boden, der Schiedsrichter wertete dies als Tätlichkeit und verwies Alokla des Platzes. Hampel beschwerte sich lautstark darüber und sah ebenfalls Rot.

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„Da waren jetzt schon ein paar Dinge dabei, die für mich schwer nachzuvollziehen sind“, sagte Hampel. Hiltrups Luca Marco de Angelis sorgte nach einem Konter für den Endstand (89.). Trotzdem lobte Hampel aber sein eigenes Team trotz der 1:3-Niederlage: „Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich stolz bin auf die Jungs.“ Der Lüner SV steht mit vier Punkten aus den ersten vier Spielen auf Rang elf.

Lüner SV: Josch – Alokla, Reis, Göke, Lahr (73. Masic) – Rudolf – Mujkic (58. Fuhsy), Burg – Sekulic, Ribeiro (70. Frenzel), Bozlar (84. Demircan)

Tore: 0:1 (45+2.), 1:1 Burg (59.), 1:2 (69.), 1:3 (89.)

Bes. Vorkomn.: Rote Karte für Mohammad Alokla und Christian Hampel (86.)

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