Granulat verklumpt: Nur ein Problem auf Lüner Kunstrasenplätzen?

mlzKunstrasen in Lünen

Das Granulat auf zwei Lüner Kunstrasenplätzen verklumpt. Hat die Stadt einen Anspruch auf Gewährleistung? Existiert das Problem auch andernorts? Diese Fragen stellte sich auch der zuständige Ausschuss.

Lünen

, 26.03.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Granulat verklumpt auf zwei Lüner Kunstrasenplätzen. Die Fußballer des TuS Westfalia Wethmar und des Lüner SV spielten und trainierten auf Plätzen, auf denen nach eigenen Aussagen eine erhöhte Verletzungsgefahr bestand - ehe das Coronavirus sämtlichen sportlichen Betrieb vorerst beendete. Doch wer ist schuld am verklumpenden Granulat?

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Diese Frage beschäftigte auch die Mitglieder des Ausschusses für Bildung und Sport der Stadt Lünen. In dessen Sitzung am 19. Februar beantwortete die Stadt die Fragen des Ausschusses, die Antworten liegen dieser Redaktion vor. Die Firma Heiler hat beide betroffenen Kunstrasenplätze errichtet. Das verklumpende Granulat sei jedoch auch von anderen Herstellern verbaut worden, so die Stadt.

Die vier Jahre währende Gewährleistung für die beiden Anlagen sei inzwischen längst abgelaufen, heißt es im Ausschuss. „Eine Klage wird durch die Verjährung des Schadens nach Gewährleistung kaum Chancen auf Erfolg haben“, so die Stadt.

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Rechtsmittel ausschließen wollte die Stadt Mitte Februar allerdings noch nicht, hielt sich als „juristischen Ansatzpunkt“ etwa die Einreichung eines „verdeckten Mangels“ offen und steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit dem Hersteller und einem Ingenieurbüro.

An der Wehrenboldstraße in Wethmar beschäftigte man sich schon im vergangenen Sommer im Rahmen der Platzpflege zwangsweise mit den Granulatklumpen.

An der Wehrenboldstraße in Wethmar beschäftigte man sich schon im vergangenen Sommer im Rahmen der Platzpflege zwangsweise mit den Granulatklumpen. © Niklas Dvorak

Die Hersteller machte zusätzlich Angaben über die Pflegevorgaben der betroffenen Plätze. Die Vereine müssten laut Anweisungen des Herstellers Unkraut, Laub und andere „pflanzliches Flugmaterial“ entfernen. Zudem müssten die Plätze mindestens wöchentlich gebürstet, die Drainagen gereinigt und der Verfüllstand überprüft werden. Die Vereine seien vertraglich zur Platzpflege angehalten worden.

Angaben darüber, inwiefern diese Vorgaben umgesetzt worden sind, machte die Stadt in ihrer Ausschusssitzung keine. Sie wies allerdings darauf hin, dass in Lünen aus wirtschaftlichen Gründen keine Möglichkeit zur Bewässerung der Plätze bestehe. Der Lüner SV und Westfalia Wethmar hatten beide angemerkt, dass die Klumpenbildung bei hohen Temperaturen im Sommer besonders stark ausgeprägt sei.

Granulat verklumpt auch andernorts

Verklumpendes Granulat tritt nicht nur in Lünen auf. Auch in Castrop-Rauxel, Hilden, Wuppertal, Wetter oder Meschede sind ähnliche Probleme aufgetreten und inzwischen behoben. In vielen Städten wurde das Granulat durch Sand ersetzt, lediglich in Hilden spielt man auf drei von vier betroffenen Plätzen inzwischen auf einer Kork-Füllung.

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Ähnlich wird es wohl auch in Lünen aussehen, wenn nach der Corona-Krise wieder an Trainings- und Spielbetrieb gedacht werden kann. Die Struktur der Plätze eignet sich nicht gut für eine Korkverfüllung, zudem würde eine Sandfüllung wohl vor Ende der jeweiligen Platz-Lebensdauer nicht grundlegend erneuert werden müssen.

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