GS Cappenberg: Der Schrecken der Topteams

Fußball: Kreisliga A

Vom zwischenzeitlichen 16. Tabellenplatz haben sich die Cappenberger unaufhaltsam bis auf die vierte Position im Tableau der Unnaer A-Liga hochgekämpft. In die Winterpause verabschiedeten sich die Grün-Schwarzen mit vier Siegen in Serie.

CAPPENBERG

29.12.2015, 16:23 Uhr / Lesedauer: 3 min
Tim Jesella hat bereits 19 Tore geschossen - alle aus dem Spiel heraus.

Tim Jesella hat bereits 19 Tore geschossen - alle aus dem Spiel heraus.

Der Saisonverlauf: Im neuen Kreis Unna sammelte Cappenberg nach 17 Partien sieben Punkte mehr als noch in der Vorsaison. Das Team um Trainer Patrick Osmolski ist nach einigen Startschwierigkeiten gut in der neuen Liga angekommen.

Der Trend: In den neuen Kreis starteten die Cappenberger mit einem 1:0-Heimsieg gegen Rot-Weiß Unna (6.). Es folgten vier Niederlagen in Folge. Erst aus dem 2:2-Unentschieden im Derby beim PSV Bork (5.) schienen die Grün-Schwarzen wieder neue Kraft geschöpft zu haben. Doch diese hielt nicht lange an. Erst die positiven Ergebnisse gegen Vereine aus höheren Gefilden zeigten, welches Potenzial in den Cappenbergern schlummert. So besiegte Cappenberg den Tabellendritten Türkischer SC Kamen mit 2:1. Auch beim SSV Mühlhausen II (9.) gab es einen Sieg – dieses Mal gewannen Osmolskis Mannen deutlich mit 7:3. Der Tabellenzweite Holzwickeder Sport Club II entführte danach nur einen Punkt aus Cappenberg (1:1), beim Spitzenreiter Westfalia Wethmar II verloren die Grün-Schwarzen nur knapp mit 1:2. Wieder keine drei Punkte, aber genug Motivation, um die letzten vier Partien vor der Winterpause hintereinander zu gewinnen.

Das sagt der Trainer: „In das erste Spiel sind wir gut gestartet und haben gegen den Favoriten Rot-Weiß Unna gewonnen. Dann hatten wir eine schlechte Phase mit vier Niederlagen in Folge. Wir haben uns im Sommer mit fünf, sechs Neuzugängen verstärkt, die sich gut integriert haben. Wir haben am zweiten Spieltag ein Spiel verloren, das wir nicht hätten verlieren dürfen – das gab einen kleinen Knacks in der Truppe (Anm. d. Red.: Cappenberg verlor das Spiel nach einer 4:1-Führung noch mit 5:6).

Da hat man gesehen, dass die Truppe noch nicht so in sich geschlossen ist, dass sie Niederlagen verkraften kann. Laufwege und Automatismen waren noch nicht da, da man einen Umbruch im Team hatte. Die Mannschaft musste ein wenig zusammenwachsen. Das hat dann ein bisschen gedauert. Wir sind im Verein und im Trainerteam aber geduldig geblieben, haben weitergearbeitet und uns da herausgezogen aus der schlechten Tabellensituation. Dann haben wir uns mit guten Ergebnissen Schritt für Schritt hochgearbeitet und zum Schluss eine Serie gestartet – mit vier Siegen am Stück und nur einer Niederlage aus acht Spielen“, sagte Osmolski.

Das beste Spiel: In Erinnerung geblieben ist Osmolski das 1:1 gegen Holzwickede. „Das war mit Abstand die beste Mannschaft. Wir hatten zu viel Respekt in der ersten Halbzeit und sie waren überlegen. Aber wir hatten einen Plan, den die Jungs im zweiten Durchgang komplett umgesetzt haben. Von den Einzelspielern her waren die zwar besser, aber wir kamen mit Aluminiumtreffern und gewonnenen Zweikämpfen von Minute zu Minute besser ins Spiel“, sagte Osmolski, „das war schon richtig gut.“

Das schwächste Spiel: In diese Kategorie passt für Osmolski nur ein Ergebnis: „Ganz klar daheim gegen SuS Oberaden (Anm. d. Red.: 1:4). Es stand nach 20 Minuten schon 0:4. Da lief alles schief, was schief laufen konnte. Immerhin war die zweite Halbzeit in Ordnung. Wir haben ein bisschen Ergebniskosmetik betrieben und noch ein Tor gemacht. Das war am Anfang der Saison, wo wir noch einen kleinen Negativlauf hatten“, sagte Osmolski.

Der Schlüsselspieler: Cappenbergs Tim Jesella zeigte in der Hinrunde, wie wichtig er für sein Team ist – und dass er Spiele alleine entscheiden kann. So sorgte sein Doppelpack beim Tabellendritten Türkischer SC Kamen für den wichtigen 2:1-Sieg. 19 Tore erzielte der 26-Jährige für die Grün-Schwarzen. Mit 1430 Einsatzminuten stand bei den Cappenbergern zudem niemand öfter und länger auf dem Platz als Jesella.

Trainer Osmolski arbeitet schon seit über vier Jahren mit ihm zusammen und weiß um die Vorzüge seines Top-Stürmers. „Tim ist sehr fleißig und engagiert beim Training. Er ist universal einsetzbar, kopfballstark und hat eine sehr gute Schusstechnik“, sagte Osmolski. „Von den 19 Toren war nicht ein einziger Elfmeter dabei – die sind alle aus dem Spiel heraus entstanden.“ Jesella selbst sieht bei sich noch Steigerungspotenzial: „Ich könnte noch häufiger den Abschluss suchen.“  

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