Günter Bierkämper: Vom Verteidiger zum Taubenzüchter

BRAMBAUER Vor 60 Jahren war Günter "Teddy" Bierkämper ein Begriff in Lüner Fußballkreisen. Als eisenharter Linksverteidiger und Mannschaftskapitän des FC Brambauer 45 lehrte er so manchem Gegenspieler das sprichwörtliche Fürchten. Ein Porträt.

von Von Wolfgang Tautz

, 24.03.2009, 15:53 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von 1941 bis 1945 in der Jugend des BV Brambauer 13 aktiv (auch mitt Torhüter Heinz Schreiber, Heinz Reichert und Willi Köhner), schloss sich "Teddy" Bierkämper dem neugegründeten FC Brambauer 45 an, nachdem die britische Besatzungskommandantur das Mehr-Vereine-Verbot aufgehoben hatte.

Es fand eine deutliche Spielerwanderung vom Ferige-Sportplatz des BV Brambauer in den Volkspark des FC 45 statt, so dass der neue Klub schnell den Spielbetrieb aufnehmen konnte.

Umziehen neben Sägemehl und zugefrorenem Kaltwasserkran Der heute 82jährige Ex-Fußballer erlebte mit seinem FC 45 sogar den Aufstieg von der 1. Kreisklasse in die damalige Bezirksklasse, eines der Höhepunkte in der Vereinsgeschichte der Rot-Weißen.

Nicht so gerne erinnert er sich noch an die Umkleide- und Sanitärverhältnisse im Volkspark. In einer schäbigen Baracke zog man sich neben Sägemehl und Hinterlassenschaften von Mensch und Tier um, ein Kaltwasserkran - im Winter natürlich zugefroren - stand 22 Fußballern und dem Schiedsrichter zur Verfügung. Später konnten die Räumlichkeiten der Realschule genutzt werden, ehe nach dem Erfolg der FC-Jugend 1959 endlich das Sportlerheim erstellt wurde.

Doch nicht nur als Fußballer war Bierkämper erfolgreich. Nachdem er 1953 den Taubensport von seinem Vater übernommen hatte, blieben auch dort die Erfolge nicht aus. Bronze-Medaille vom Verband deutscher Taubenzüchter Sein Taubenschlag in der Tockhauser Straße 3 bürgte bis 2008 - zuletzt in Gemeinschaft mit Ulrich Nicot - für anerkannte Qualität. Er bedauert natürlich den Rückgang der aktiven Taubensportler von 120 auf 40 in der Reisevereinigung.

Sehr stolz ist Bierkämper auf eine Auszeichnung des Verbandes deutscher Brieftaubenzüchter im Jahre 1998, als er die Bronzemedaille für den Flug ab Hemau (418 km) erhielt. Beruflich war der gelernte Dreher bis 1980 als Maschinenhauer auf Achenbach I/II beschäftigt.

Seine Vorfahren (Ur-Großvater, Großvater und Vater) waren in Brambauer der Inbegriff musikalischer Unterhaltung bei allen Gesellschaftsanlässen. Zeitweise spielten gleich fünf Bierkämper in der Blaskapelle Alpenklänge bei Hochzeiten, Vereinsfesten und Trauermärschen. Dafür konnte sich "Teddy" Bierkämper jedoch nicht begeistern, was er auch heute noch nicht bedauert. 

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