Handball-Bezirksliga bekommt neuen Modus verpasst: „Es ist absolut irrsinnig“

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Anfang der Woche hat der Handballkreis Hellweg beschlossen, wie es mit der Saison weitergehen soll - falls im Januar gestartet werden kann. Bei den Lüner Trainern ist das Verständnis gering.

Lünen

, 19.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Oktober hatte der Handballkreis Hellweg seine Vereine befragt. Die Optionen: Die Saison fortsetzen - inzwischen wäre das von der Politik untersagt worden - oder eine verkürzte Spielzeit im Januar beginnen.

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Die Vereine entschieden sich für die zweite Option. Die bereits absolvierten Spiele des ersten Spieltages annullierte der Kreis. Für den neuen Modus teilte der Handballkreis seine Ligen nach geographischen Punkten in jeweils zwei Staffeln. Somit gehen der Lüner SV und der VfL Brambauer II in der neuen Bezirksliga 1 an den Start.

In diesen kleineren Staffeln sollen die Teams ab Januar eine Hin- und Rückrunde bestreiten. Der Tabellenletzte jeder Staffel steigt ab, die jeweiligen beiden Tabellenersten spielen in einem Final-Four-Turnier Meister und Aufsteiger aus. Eigentlich hatte der Kreis in seiner Mitgliederbefragung im Oktober mit Blick auf einen Saisonstart im Januar geschrieben: „Es wird dann zu einer einfachen Runde kommen.“

Sollte der Spielbetrieb nicht im Januar wie vom Kreis erhofft starten können, sollen die abgesagten Spiele an das Ende des bisherigen Spielplans angehängt werden. Bis Ende Juni will man so die Saison beenden.

Hier setzt Dominik Schidlowski, Trainer des VfL Brambauer II, mit seiner Kritik an. „Es ist absolut irrsinnig, dass der Kreis jetzt darüber spricht, ob man starten kann und ob man starten soll. Ein falsches Statement. Da finde ich gar keine Worte für. Wir sind noch im Bereich von fünfstelligen Neuinfektionen pro Tag“, sagt Schidlowski, der Meisterschaftsspiele angesichts der aktuellen Fallzahlen noch in weiter Ferne sieht.

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Dass die täglichen Infektionszahlen mit Covid-19 zuletzt etwas zurückgegangen waren, hängt für Schidlowski eben auch damit zusammen, dass die Menschen vermehrt zuhause bleiben und der Kontaktsport ruht. Geht der Spielbetrieb wieder los, würden sich schließlich auch wieder Zuschauer auf zu den Partien machen.

„Ich gehe davon aus, dass die ganzen Überlegungen im Sande verlaufen, weil es von Regierungsseite aus nicht freigegeben wird. Sosehr wir diesen Sport lieben, aber es gibt gerade wichtigeres, als den Ball durch die Halle zu werfen“, sagt Schidlowski.

Andreas Schlösser: „Es wirkt wie: Komm, prügeln wir mit aller Macht eine Saison durch“

Ähnliche Worte findet auch Andreas Schlösser, der gemeinsam mit Falk Seeger den Lüner SV trainiert: „Es wirkt wie: Komm, wir prügeln mit aller Macht die Saison durch.“ Er verweist auch darauf, dass nur wenig Hoffnung darauf besteht, im Dezember wieder trainieren zu können.

Nachvollziehen können die beiden Coaches die lokalere Einteilung der Staffeln allerdings schon. „Wir hätten natürlich in der größeren Gruppe gespielt. Es macht aber Sinn, dass man den Kreis Unna zusammenfasst. Da hast du kürzere Fahrten“, sagt Schlösser.

Lüner SV sieht sich in der stärkeren Staffel

Vom Derby in Brambauer könnten seine Spiele beispielsweise ohne große Probleme ungeduscht nach Hause fahren. Zudem hat der Handballkreis Hellweg noch den HC TuRa Bergkamen II, den HC Heeren, den SuS Oberaden III, die SGH Unna Massen II und den TV Werne in die Staffel eingruppiert.

In der anderen Gruppe spielen die Teams aus den Kreisen Hamm, Soest und Warendorf - für Schlösser die etwas schwächere Staffel.

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Auch Schidlowski verstehe den Ansatz, das „Infektionsrisiko aufgrund weniger Mannschaft, die gegeneinander antreten, zu minimieren“. Zwar absolviert der VfL II so beinahe gleich viele Spiele, trifft aber nur auf die Hälfte der möglichen Mannschaften.

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