Handball mit Mund-Nasen-Schutz? Lüner Handballer kritisieren vor allem den Kreis Unna

mlzHandball in Lünen

Ein Foto aus dem spanischen Profi-Handball hat für Aufsehen gesorgt. Mund-Nasen-Schutz beim Handball? Die Lüner Sportler haben dazu unterschiedliche Meinungen - sind sich in einem Punkt aber einig.

Lünen

, 15.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Handballer schauen derzeit in die Röhre. Wie viele Sportler sind sie von der seit Sonntag gültigen Regel betroffen, zwei Wochen lang keinen Kontaktsport treiben zu dürfen - egal, ob Training oder Wettkampf. Ein neues Konzept zur Ausübung des körperbetonten Sports schlägt nun aus Spanien kommend hohe Wellen.

Es ist ein Foto, das selbst zu Zeiten der Pandemie noch Verwunderung auslöst. Ein Anblick, an den man sich noch nicht gewöhnt hat - und sich wohl auch nicht gewöhnen wird.

Maskenpflicht auf dem Handball-Feld

Der spanische Handballklub Abanca Ademar León veröffentlichte am Samstag ein Foto. Eigentlich handelt es sich dabei um eine ganz normale Spielszene im Handball. Der gegnerische Angreifer kommt relativ frei zum Wurf, offenbar sogar aus der Nahwurfzone. Einen „Durchbruch“ nennen das die Handballer.

Doch der Angreifer trägt einen Mund-Nasen-Schutz. Auch der verteidigende Spieler Leóns trägt offensichtlich einen solchen Schutz. Vollkontaktsport mit einem Mund-Nasen-Schutz? Die Lüner Handballer haben dazu unterschiedliche Meinungen.

Tatjana Sahage kann sich Spielen mit Maske nicht vorstellen.

Tatjana Sahage kann sich Spielen mit Maske nicht vorstellen. © Günther Goldstein

„Ich könnte mir nicht vorstellen, mit Maske zu spielen“, antwortete Tatjana Sahage, Außenspielern beim Verbandsligisten VfL Brambauer, auf eine entsprechende Umfrage dieser Redaktion auf Instagram. „Völliger Schwachsinn“, schreibt Christian Neve vom Lüner SV.

Auch Marcel Mai, Trainer der Oberliga-Handballerinnen des LSV, meldet sich zu Wort: „Ich erachte es zwar nicht als nötig, aber bevor uns die Politiker unseren Sport wieder ganz nehmen, würde ich lieber mit Maske spielen.“

Tatjana Sahage hat wenig Verständnis für den Kreis Unna

Mai und Sahage zeigen beide wenig Verständnis für die Entscheidung des Kreises, Kontaktsportarten vorübergehend gänzlich zu verbieten. „Bisher sind wir aber doch sehr gut in unserem Sport klargekommen und es wurde immer verantwortungsvoll und frühzeitig reagiert“, schreibt Mai.

Sahage findet ähnliche Worte: „Ich sehe die Entscheidung, den Spiel- und Trainingsbetrieb zu stoppen, eher kritisch. Egal, zu welchen Vereinen man im Kreis Unna geht, es gehen alle sehr vernünftig mit der Situation um.“

Marcel Mai würde lieber eine Maskenpflicht akzeptieren, statt ganz auf seine Sportart verzichten zu müssen.

Marcel Mai würde lieber eine Maskenpflicht akzeptieren, statt ganz auf seine Sportart verzichten zu müssen. © Weitzel

Wochenlang seien Hygienekonzepte entwickelt worden, so Sahage. Für sie ist die Entscheidung logisch nicht nachvollziehbar: „Wo die Logik dahinter steckt - kein Training oder Spiel in der eigenen Halle zu absolvieren, aber außerhalb von Unna trainieren und spielen zu dürfen - kann gerne erklärt werden.“

Marcel Mai: Ist nicht der richtige Weg

Der politische Kreis Unna kann nur Entscheidungen für sein eigenes Territorium treffen. Mannschaften daran hindern, in benachbarten Landkreisen oder kreisfreien Städten zu trainieren, kann er nicht.

Mai kritisiert das generelle Verbot: „Was die Politiker des Kreises Unna da entschieden haben, ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Der Sport regelt sich bisher sehr gut und ist nicht als große Virenschleuder aufgefallen.“ In der Tat sind zumindest in Lünen keine Fälle bekannt, wo ein Corona-Fall in einem Sportverein zu vielfachen Ansteckungen innerhalb des Vereins oder der Mannschaft geführt hat.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt