Handballer räumen in der Rundsporthalle auf

LÜNEN Wenn andere noch ihren Siegesrausch ausschlafen, die Verlierer ihre Niederlagen verarbeiten und die Organisatoren sich über eine gelungene Veranstaltung freuen, haben sie schon längst wieder den Besen in der Hand. Sie sind ein eingespieltes Team. Eine Art Pflegemannschaft. Die Rede ist vom Team der Rundsporthalle.

von Von Bernd Janning

, 07.01.2008, 14:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
<p>Zwischen den Spielen im Einsatz: Willi Weischenberg mit der Fletsche.</p>

<p>Zwischen den Spielen im Einsatz: Willi Weischenberg mit der Fletsche.</p>

Dafür erhalten sie einen Zuschuss, müssen aber die Halle reinigen, kleinere Reparaturen selbst übernehmen, immer Aufsicht führen.

Dafür erhalten sie einen Zuschuss, müssen aber die Halle reinigen, kleinere Reparaturen selbst übernehmen, immer Aufsicht führen.

Eingespieltes Team

Zur aktuellen Pflegemannschaft gehören Olivia Düding, Tanja Mols, Claudia Schmidt, Martina und Willi Weischenberg sowie der Ehrenvorsitzende der Handballer und langjährige Hallenwart Alfred Hasenpusch. Schmidt rückte vor zwei Jahren ins Team, als Elisabeth Koch in den Ruhestand ging.

Seit dem 16. Dezember bis zum letzten Sonntag standen bei den Junioren- und Senioren-Fußballer ein Dutzend Hallenspieltage an.

Morgens um 7 Uhr mit Schrubber und Besen

Da musste das Sextett schon morgens um 7 Uhr zu Schrubber und Besen greifen. "Grob geschätzt kamen da für uns Helfer, die meist niemand sieht, 120 Arbeitsstunden zusammen", listet Hasenpusch auf.

Insgesamt zieht der Vorsitzende eine sehr positive Bilanz: Randalierer gab es keine, somit auch keine Zerstörungen. Positiv wirkt sich das Rauchverbot in der Halle auf. Es mussten nicht, wie sonst, eimerweise Kippen zusammengefegt und Brandflecken beseitigt werden.

Unrat kam aber auch so genug zusammen. Allein der unter den Tribünen, die ebenso wie die Zapfanlagen abgebaut wurden, reichte für drei blaue Säcke. Bei insgesamt fast 5000 Besuchern stehen die beiden Herren- und die eine Damen-Toilette zwangsläufig schnell unter Wasser. Hasenpusch: "Die müssen täglich gereinigt werden. Die Idee, zusätzlich einen Toilettenwagen aufzustellen, ist nicht schlecht."

Zwischen den Spielen wurde auch dreimal der Hallenboden mit der Putzmaschine gereinigt. Dieser ist sonst zu staubig, wird zu rutschig.

Dickes Lob für für die Vereine

Insgesamt verteilen Hasenpusch und seine fleißigen Handballer nur Komplimente. "Bei den Senioren, wo die Bezirksligisten SV Preußen 07 und VfB 08 Lünen Ausrichter waren, gibt es überhaupt nichts zu meckern."

Auch bei der Jugend, wo der ATC erstmals Ausrichter war, gebe es nichts zu bemängeln. "Aber der ATC war teils personell überfordert. Da haben wir geholfen, gezeigt, wie ein Fass Bier angeschlagen wird. Das Team um den Vorsitzenden Birol Kara hat sich dankbar helfen lassen, alles erledigt, im Grunde, seine Sache sehr gut gemacht."

Nach solch harten Wochen machen sich die Handballer aber generell ihre Gedanken. Hasenpusch: "Das ist schon eine Horror-Arbeit und wird nicht weniger, wenn ich daran denke, dass jetzt noch eine Übernachtung mit Streetworkern dazu kommt und, und, und... Wir bekommen zwar einen Zuschuss. Aber viel bleibt nicht mehr übrig. Wir überlegen, ob wir das auf Dauer überhaupt weitermachen."

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