Heimische Klubs bei Fifa-20-Turnier: Ein Lüner trumpft groß auf

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Crylupus hat wegen der Fußball-Zwangspause ein Fifa-20-Turnier für Amateurklubs veranstaltet. Einen der Lüner Kicker wollen sie nun unter Vertrag nehmen. Und es gab eine Lüner Derby-Revanche.

13.04.2020, 18:55 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Coronavirus legt weltweit den Fußball lahm. Nur in Weißrussland wird noch gespielt - und auf der Konsole. Die Lüner E-Sportler von Crylupus um Geschäftsführer Cihad Yildizhan haben für Amateurfußballer, die derzeit auf ihre Passion verzichten müssen, ein Turnier auf der PlayStation organisiert. Sechs Lüner Vereine nahmen teil an dem Wettbewerb, bei dem die Fußball-Simulation Fifa 20 gespielt wurde.

Zunächst standen Gruppen-Spiele an. 62 Teams wurden in acht Divisionen unterteilt, in denen sich die beiden besten Mannschaften für das Achtelfinale qualifizierten. Aus Lüner Sicht brachten die Gruppeneinteilungen doppelt Spannung: Es sollte zu gleich zwei Vorrundenduellen von heimischen Klubs kommen.

So waren in der Gruppe B zwei Vereine aus der Lippestadt vertreten: Serkan Er setzte sich für den VfB Lünen vor die Konsole, Co-Trainer Thomas Westrup ging für BW Alstedde an den Start. In der Liga ging das bislang einzige Duell der beiden Kreisliga-A-Konkurrenten an den Tabellenführer: BWA siegte am 6. Oktober vor heimischer Kulisse 3:1. An der Konsole revanchierte sich Er nun für seine Farben in einer noch torreicheren Partie, 5:2 entschied der VfBler das Match gegen den Alstedder Assistenten für sich.

Co-Trainer Thomas Westrup schaltete für BW Alstedde die Konsole an.

Co-Trainer Thomas Westrup schaltete für BW Alstedde die Konsole an. © Timo Janisch

„Anfangs war’s eher ausgeglichen, hintenraus hat er dann die Tore gemacht“, berichtet Westrup, der hier mit Borussia Dortmund gegen den FC Barcelona angetreten war. „Im Grunde genommen war es eine gute Aktion, die Spaß gemacht hat“, so Westrup. Wenngleich er „mit fast 40 weitaus der Älteste“ gewesen sei, und man das in vielen Spielen gemerkt habe. „Da waren fast nur Cracks unterwegs“, berichtet Westrup.

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Auch in der Vorrunden-Gruppe D traten kam es zu einem Lüner Duell: Florian Kralani vom LSV und Deniz Turan von der SG Gahmen traten gegeneinander an. Doch diese Partie war noch einseitiger als der Lüner Vergleich in der Gruppe B - Kralani siegte ungefährdet 5:0. „Ich glaube, er hat mit Paris gespielt und ich mit Liverpool“, so Kralani, der seine Stärken an der Konsole im Ballbesitz-Fußball und der Verteidigung sieht. „Er war sehr stark, bei mir lief’s nicht so gut“, fasste Turan zusammen.

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Maurice Göbel vom BV Lünen holte in der Gruppe E einen Sieg und landete auf Rang sieben. In der Gruppe A stand eigentlich Mateusz Gebka vom TuS Westfalia Wethmar auf dem Spielplan, trat aber nicht an und landete so mit zwei weiteren Klubs auf dem geteilten letzten Rang.

Als Gruppenzweiter zog Florian Kralani vom LSV als einziger Lüner ins Achtelfinale ein. Doch hier war auch für ihn Endstadtion: Gegen den späteren Turniersieger Dennis Minardi von der Spvgg. Münstertal 1920 unterlag er 0:3. „Der Gegner der mich raus geworfen hat, war wirklich saustark“, berichtet Kralani. „Gegen ihn konnte ich mein Spiel nicht besonders gut aufziehen, da er stark im Pressing war und vorne brandgefährlich war.“ Damit war Kralani allerdings nicht allein: Minardi gewann jedes einzelne Turnierspiel, sein höchster Sieg war dabei ein 9:0.

Die Gruppen-Platzierungen der Lüner Teams im Überblick: Gruppe B: Serkan Er - VfB Lünen - Vierter; Thomas Westrup - BW Alstedde - Sechster. Gruppe D: Florian Kralani - Lüner SV - Zweiter; Deniz Turan - SG Gahmen - Fünfter Gruppe E: Maurice Göbel - BV Lünen - Fünfter (Gruppe A: TuS Westfalia Wethmar, Mateusz Gebka, nicht angetreten)

Tatsächlich war Kralani sogar so gut, dass er nun ein Angebot vorliegen hat: „Florian Kralani haben wir auf dem Radar, den wollen wir unter Vertrag nehmen“, erklärt Crylupus-Geschäftsführer Cihad Yildizhan. Und der LSV-Kicker hat Lust darauf. „Das passt ja gut zusammen“, schreibt Kralani.

Cihad Yildihan (M.) und die Crylupus-Crew - ein Bild aus Zeiten vor der Corona-Krise.

Cihad Yildihan (M.) und die Crylupus-Crew - ein Bild aus Zeiten vor der Corona-Krise. © Crylupus eSport

Eigentlich wollte Crylupus ein Fifa-Turnier nur für Lüner Amateurklubs auf die Beine stellen. „Wir wollten das eigentlich lokal halten, hatten aber Probleme einige Mannschaften zu motivieren. Weil wir aus Lünen kommen, wollten wir das für Mannschaften aus der Umgebung machen. Leider haben sich einige nicht zurückgemeldet, dann haben wir das größer veranstaltet“, erklärt Cihad Yildizhan. Einige Vereine stehen E-Sport skeptisch gegenüber.

Doch das Feedback der Teilnehmer ist positiv: „Hoffentlich machen die das wieder, das haben sie gut organisiert, es gab keine Probleme“, berichtet Deniz Turan. Auch Florian Kralani hätte gegen eine Wiederholung wohl nichts einzuwenden - und auch Thomas Westrup hatte seinen Spaß, trotz der „Cracks“: „Ich war mit Emotionen dabei, auch wenn‘s elektronisch ist.“

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Dass die nächste Auflage kommt, bestätigt Cihad Yildizhan: „Es ist sicher, dass wir das wiederholen.“ Unklar sei allerdings noch der genaue Zeitpunkt. Dann hofft Yildizhan, dass noch mehr Lüner Klubs mitmachen. Darüber hinaus hat er weitere Pläne: Eine Fifa-Liga nur für Fußballer von Amateurmannschaften zu gründen, beispielsweise. Die Lüner Sportwelt kann sich jedenfalls auch in Zukunft auf Abwechslung an der Konsole freuen.

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