Julia Ritter wittert wieder ihre Olympia-Chance

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Die 21-jährige Oberadenerin Julia Ritter macht sich Hoffnung auf einen Start in Tokio. Die Verlegung der Olympischen Spiele um ein Jahr kommt ihr entgegen.

Lünen

, 11.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Außergewöhnliche Zeiten fordern außergewöhnliche Maßnahmen: Kugelstoßerin und Diskuswerferin Julia Ritter muss sich während der Corona-Krise fit halten, auch wenn die nationalen und internationalen Wettkämpfe, die die 21-jährige Oberadenerin fest in ihrem Terminkalender notiert hatte, ausgesetzt sind. Sie muss trainieren und das macht sie derzeit unter anderem auch im heimischen Garten zusammen mit ihrem Vater und Trainer Reiner Ritter.

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Es ist natürlich schwer, sich richtig zu motivieren, wenn nicht klar ist, wann sie sich wieder mit der Konkurrenz messen darf. So sind die Halleschen Werfertage, bei denen sich am 15. Mai stets die Weltelite ein Stelldichein gibt, ebenso verschoben worden wie die Deutschen Meisterschaften, die am 4. Juni in Braunschweig stattfinden sollten. Bereits ausgefallen der Europacup in Portugal, bei dem Julia Ritter im März für Deutschland hätte starten sollen. „Und dafür hatte sie sich mit der Kugel und dem Duiskus qualifiziert“, sagt Reiner Ritter. „Aber das ist für die ganze Familie schade, denn die wollte sie vor Ort unterstützen, die Flüge waren auch schon gebucht. Daraus ist nun leider nichts geworden.“

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Offen ist, ob die Europameisterschaften in Paris über die Bühne gehen. Die sind für Ende August geplant. Die Norm für die Teilnahme liegt bei 17,50 Metern und die hat Ritter schon mehrfach übertroffen. Das Problem ist: Da eben keine offiziellen Wettkämpfe durchgeführt werden können und dürfen, haben die Sportler keine Gelegenheit, die Qualifikationsnormen zu erfüllen. Wie dann verfahren wird, ist derzeit offen.

Julia Ritter trainiert derzeit im elterlichen Garten unter anderen mit dem Medizinball.

Julia Ritter trainiert derzeit im elterlichen Garten unter anderen mit dem Medizinball. © privat

Julia Ritter, die bekanntlich für den TV Wattenscheid an den Start geht, lässt sich aber nicht unterkriegen und trainiert täglich entweder bei ihrem Verein oder im Garten der Eltern in Oberaden. Dort stehen ihr vor allem Sportgeräte wie Hanteln oder Medizinbälle zur Verfügung. „Damit mache ich einige Übungen, die nicht unbedingt zum Kugelstoßen passen“, sagt Julia Ritter. Doch der Konkurrenz geht es nicht anders. „Wir stehen zwar in Kontakt und tauschen uns aus. Doch so wirklich verrät keiner, wie der aktuelle Trainingsstand ist.“ Wettkämpfe wird es auch im Juni nicht geben, der Stand-By-Modus hält also noch einige Wochen an.

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Dafür geht der Blick aber schon weit voraus. Die Olympischen Spiele in Tokio wurden wegen des Corona-Virus ins Jahr 2021 verlegt. Da wäre Europa- und Weltmeisterin Christina Schwanitz unzweifelhaft gesetzt gewesen. Die Norm von 18.50 Metern hatte Julia Ritter zudem auch noch nicht geschafft. Nun bleibt ihr dazu ein Jahr mehr Zeit. „Diesbezüglich hat sich die Situation für mich natürlich verbessert“, sagt Ritter.

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Dass sie diese Weite ohne Zweifel „drauf hat“, glaubt auch ihr Vater: „Sie hat ihre Ausbildung bei der Bundespolizei abgeschlossen und ist richtig fit. Julia kann sich ganz auf ihren Beruf, und das ist derzeit der Sport, konzentrieren“.

Doch selbst, wenn es mit Olympia in Tokio nicht klappt, wird sich das heimische Ausnahmetalent nicht unterkriegen lassen, denn als Fernziel wurde stets Olympia 2024 in Paris ausgegeben. „Und da will sie nicht nur dabei sein, sondern gewinnen“, sagt Reiner Ritter. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn seine Tochter meint: „Ich lebe für diesen Sport und kann mir auch nichts anders vorstellen.“

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