Kein Konsens: In der Regionalliga eines Lüners droht ein Klub mit rechtlichen Schritten

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Die Einstufung in Amateur- oder Profi-Ligen spaltet bundesweit die Regionalligen. Viele Lüner Fußballer dürfen weiterspielen, in der aufgeblähten Liga eines Kickers streiten sich die Vereine.

Lünen

, 04.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lage der Fußball-Regionalligen bleibt alles andere als einheitlich. Momentan läuft nur in einer der fünf Staffeln der Spielbetrieb weiter. Auch die Lüner Fußballer sehen sich mit verschiedenen Regelungen konfrontiert.

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Derzeit rollt nur in der Regionalliga West der Ball. Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) entschied am Montag, die Meisterschaft fortzusetzen. Damit überraschte der WDFV etwas, schließlich ist zur Eindämmung der Corona-Pandemie im November bundesweit der Spiel- und Trainingsbetrieb von Amateursportmannschaften untersagt.

Der WDFV begründete seinen Entschluss damit, dass in der Regionalliga West „Menschen beschäftigt sind, die ihren Lebensunterhalt überwiegend durch Fußball bestreiten“. Deshalb sei die Liga in Rücksprache mit der Landesregierung als „Spielklasse mit professionellen Strukturen anzusehen“.

Sandro Plechaty (l.) und RW Essen gelten als professionell genug, um weiterspielen zu dürfen.

Sandro Plechaty (l.) und RW Essen gelten als professionell genug, um weiterspielen zu dürfen. © Thomas Bielefeld

Damit dürfen die meisten der Lüner Regionalliga-Fußballer weiterspielen. Felix Backszat und Sandro Plechaty können also mit RW Essen ohne Unterbrechung um den Aufstieg kämpfen. Gleiches gilt für Vincent-Louis Stenzel bei RW Oberhausen.

Am Dienstag standen sich die U23 von Borussia Dortmund und Preußen Münster im Top-Spiel gegenüber, das der BVB mit 2:0 gewann - wie erstmal alle Partien der Liga vor leeren Rängen.

Erdinc Karakas hat unfreiwillig Pause

Anders stellt sich die Lage in den restlichen Staffeln der vierthöchsten deutschen Spielklasse da. Trotz Bemühungen des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), auch ihre Regionalliga Staffel Nordost als semiprofessionell einstufen zu lassen, ruht der Spielbetrieb. Das gilt auch für die beiden Staffeln der Regionalliga Nord um den Lüner Erdinc Karakas und Hannover 96 II.

Wirklich kontrovers ist die Lage innerhalb der Regionalliga Südwest. Die 22 Teams verteilen sich auf fünf Bundesländer. Die müssen nun entscheiden, ob es sich um eine Amateur- oder Profi-Liga handelt und der Spielbetrieb damit auch während des sogenannten „Lockdown light“ fortgesetzt werden darf.

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Diese Frage spaltet auch die Liga selbst, in der der Lüner Philipp Hanke und der ehemalige ASC-Akteur Maurice Buckesfeld mit dem TSV Steinbach Haiger derzeit auf Platz zwei stehen.

Die Mehrheit der Vereine ist offenbar für die Austragung der Meisterschaftsspiele, offenbar vor allem die Vereine aus Hessen. Die Kickers Offenbach verfassten sogar einen Offenen Brief, der sich in einem scharfen Ton an die Liga-Geschäftsführung und indirekt an Konkurrent Bayern Alzenau, der gegen eine Fortsetzung ist, richtete.

Kickers Offenbach drohen mit rechtlichen Schritten

Die Kickers warfen Alzenau vor, sich nicht solidarisch und fair zu verhalten. „Wer das Fußballspielen in der Regionalliga nur als sein privates Hobby betrachtet, sollte sich vom Spielbetrieb abmelden“, heißt es. Offenbach drohte sogar mit rechtlichen Schritten.

Der Hanke-Klub Steinbach Haiger hielt sich mit öffentlichen Statements bislang zurück. Das ursprünglich für Dienstag angesetzte Spiel der Elf des ehemaligen Dortmunder Trainers Adrian Alipour gegen den FC Gießen fand nicht statt. Auch die Partie am Samstag gegen den VfB Stuttgart II ist abgesetzt.

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