Siegtreffer kurz vor Schluss: So lief das Derby zwischen Brambauer und Wethmar

Fußball: Bezirksliga 8

Ausgerechnet die beiden Coerdt-Brüder entscheiden das Derby gegen Wethmar für den BV Brambauer. Erst im Sommer waren sie nach Differenzen mit dem TWW-Trainerteam dorthin gewechselt.

Lünen

, 11.08.2019, 20:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Siegtreffer kurz vor Schluss: So lief das Derby zwischen Brambauer und Wethmar

Arkadi Daunhauer (Nummer 6) und Christoph Krziwanek (Nummer 19) begraben Torschütze Kevin Coerdt unter sich. Coerdt war nach seinem Siegtreffer direkt in die Sandgrube gesprungen. © Timo Janisch

BV Brambauer – Westfalia Wethmar 1:0 (0:0)

Manche Geschichten schreibt nur der Sport. Und so war es ausgerechnet Kevin Coerdt, der den BV Brambauer am Sonntag im Derby in der Fußball-Bezirksliga gegen Westfalia Wethmar zum Sieg schoss. Auf seinen 1:0-Treffer in der 87. Minute hatte die Westfalia, die er gemeinsam mit Bruder Robin nach Differenzen mit dem Trainerteam im Sommer verließ, keine Antwort mehr.

Viele Torchancen hatten die rund 150 Zuschauer in der Brambaueraner Glückauf-Arena bis zum Abpfiff nicht gesehen. Doch es brauchte auch nur eine Gelegenheit, um das Derby zum Saisonauftakt zu entscheiden. Wethmars Jonas Osterholz unterschätzte einen langen Ball, Robin Coerdt eroberte das Spielgerät vom Innenverteidiger und setzte sich auf der linken Angriffsseite durch. In der Mitte fand der Ball seinen Weg zu Kevin Coerdt, der aus kurzer Distanz den Treffer des Tages erzielte – inklusive Jubel-Sprung in die ans Tor angrenzende Sandgrube.

Der entscheidende Treffer entstand also durch eine Co-Produktion der beiden Neuzugänge, die noch in der zurückliegenden Saison auf der anderen Seite aufgelaufen waren. Nach Problemen mit dem Wethmarer Trainerteam spielten die Coerdts in der Rückrunde nur noch für die TWW-U23 und verließen den Verein nach der Saison endgültig. „Natürlich waren Robin und Kevin bis in die Haarspitzen motiviert“, sagte Brambauers Trainer Jascha Keller.

Bis in die Haarspitzen motiviert war auch die restliche BVB-Mannschaft. Das Duell mit Wethmar war das erste Meisterschaftsspiel, seitdem am Freitag vor zwei Wochen Betreuer Uwe Heimsoth verstorben war – ein herber Verlust für den Verein, das merkte man am Sonntag deutlich. Team und Verein ehrten ihren „Orte“ mit einer Gedenkminute vor Anpfiff. Es war natürlich was besonderes. Es war sehr emotional für die Spieler. Ich bin stolz darauf, was sie heute geleistet haben“, sagte Keller.

Fußballspielen mussten die beiden Rivalen – auch der TWW musste unter der Woche den erneuten Kreuzbandriss von Innenverteidiger Paul Mantei verkraften – allerdings trotzdem. Vor allem in der ersten Halbzeit war das Aufeinandertreffen sehr zäh anzuschauen. Beide Teams gingen kaum ein Risiko ein, Strafraumszenen waren entsprechend eine Seltenheit. „Sehr nervös“ sei der Durchgang gewesen, sagte Wethmars Trainer Andreas Przybilla und fasste treffend zusammen: „Keiner wollte den Fehler machen.“ „Es war sicherlich fußballerisch kein Leckerbissen“, sah es Trainerkollege Keller ähnlich.

Das änderte sich in Halbzeit zwei zumindest etwas. Die Westfalia übernahm nun mehr und mehr die Spielkontrolle und wurde torgefährlicher. Zwar blieb das Spiel aufgrund zahlreicher kleiner Fouls noch immer zerfahren. Doch der TuS zwang BVB-Schlussmann Jörg Lemke zu mehreren Glanzparaden. Zwei Mal hielt er seinen Farben mit herausragenden Reflexen im Eins-gegen-eins das 0:0 fest. „Weltklasse“ hätte sein Torwart gehalten, sagte Keller. Nach einem abgefälschten Schuss rettet der BVB zudem der Pfosten.

„Wir haben Brambauer vom Tor weggehalten“, sagte Przybilla. In einer Szene gelang das seiner Elf allerdings nicht – und schon entschied Kevin Coerdt die Partie. Eine Partie, an dessen Ende Wethmars Dominik Dupke noch die Rote Karte für eine Schiedsrichterbeleidigung sah.

BV Brambauer: Lemke – Diekmann, Kollakowski, Köse, Klemt – Ehrentraut, Razanica – R. Coerdt, K. Coerdt (90. J. Stolzenhoff), Daunhauer (90. Fluder) – Krziwanek

Westfalia Wethmar: Fischer – Schumann (90. Cillien), Jankort, Dupke, Schürmann, Mark, Kahlkopf, Simsek (52. Stork), Allefeld, El-Gaouzi, Osterholz

Tore: 1:0 K. Coerdt (87.)

Rote Karte: gegen Dupke (Schiedsrichterbeleidigung/90.+2)

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt