Knapper Sieg: Johannes Zottl rettet verunsicherten Lüner SV

mlzFußball: Westfalenliga 2

Der Lüner SV tut sich lange Zeit schwer gegen Tabellenschlusslicht YEG Hassel. Zwei Handelfmeter und Johannes Zottl retten die Lüner aber. Auch wenn es lange nach einem Unentschieden aussah.

Lünen

, 25.08.2019, 21:11 Uhr / Lesedauer: 2 min


Marc Woller hatte alles probiert. Der Trainer des Lüner SV rief bei eigenem Ballbesitz immer wieder rein. „Spielen, spielen“, „Schneller“, sobald es ihm zu langsam ging und gab Kommandos ohne Ende. Woller lebte das Spiel emotional an der Seitenlinie mit. Auch gegen den Ball forderte er das immer wieder von seinen Spielern ein. „Druck“ und „Verschieben“ hießen dann die Kommandos. Woller wollte den Ball und das Spiel in den eigenen Reihen laufen sehen. Doch zusammenkommen wollte dabei nichts mehr.

Westfalenliga 2
Lüner SV – YEG Hassel 2:1 (1:1)

Ein Unentschieden schien schon wie abgemacht zwischen YEG Hassel und den Lünern in der Kampfbahn Schwansbell, als noch ein letzter Angriff über die rechte Seite folgte. Matthias Drees bringt den Ball rein, der Arm von Hassels Savas Turhal blockt ihn ab. Elfmeter für den LSV. Johannes Zottl übernimmt Verantwortung, lässt sich von den Diskussionen der Gäste-Spieler nicht beeinflussen. Auch nicht vom Torwart, der sich noch eine kurze Auszeit an der eigenen Bank gönnt. Zottl guckt fokussiert auf den Ball, lässt keine Zweifel aufkommen. Er läuft an, vier Schritte, ein strammer Flachschuss in die Ecke, den Torwart verladen. Tor. Ekstase in der Kampfbahn Schwansbell.

Zottl reißt sich das Trikot vom Körper, sprintet in Richtung Eckfahne, mehrere Spieler gleich hinterher. Riesenjubel. „Enorm wichtig“, befand Woller im Anschluss die drei Punkte, wusste die Schlussminuten aber einzuschätzen: „Das war natürlich Glück. Wir können in Rückstand geraten kurz vorher - müssen eigentlich.“ Der einzige, der den Rückstand verhinderte, war LSV-Keeper Michel Josch. Gleich mehrmals rettete er in der Schlussphase gegen die Gäste aus Gelsenkirchen und konnte sich bei den Vorderleuten bedanken, die durch einfachste Fehlpässe die Angriffe einleiteten.

So richtig erklären konnte sich das Woller nicht: „Es fängt gut an, wir kriegen den Handelfmeter, kommen gut ins Spiel und geben dann vollkommen die Kontrolle ab. Bei uns kommen keine Fünf-Meter-Pässe an.“

Der LSV kam gut in die Partie und fing das Toreschießen genau so an, wie das Spiel endete: Mit einem Handelfmeter von Johannes Zottl. Eine gute Kombination über Zottl, Kapitän Marcel Ramsey und Daniel Mikuljanac leitete den Angriff ein. Mikuljanac wird von Ramsey über die rechte Seite geschickt, flankt und Gelsenkirchens Enes Kodaman springt ungestüm mit dem Arm am langen Pfosten zum Ball. Zottl trifft souverän zur Führung (21.). Eine Führung, die aber nur 15 Minuten hält. Chaotische Verhältnisse der Lüner bei einer Ecke sorgen dafür, dass Enes Demircan zum Ausgleich treffen darf.

Trotz weniger Chancen, die der LSV in der zweiten Hälfte hatte, war es erneut der Elfmeter von Johannes Zottl, der für Erleichterung in Lünen sorgt. Auch bei Marc Woller: „Das sind drei Punkte, das ist halt wichtig. Drei Punkte und nicht ein Punkt. Das ist alles ein bisschen einfacher dann hier zu arbeiten. Wir dürfen die Augen aber nicht davor verschließen, dass wir so viel Arbeit noch vor uns haben.“ Mit dem Sieg springt der LSV auf Platz fünf, während Hassel weiterhin Letzter bleibt.

Lüner SV: Josch - Ernst, Reis, Lahr, Deppe - Mikuljanac (24. Nanfack/87. Mushbaba), Memic (60. Pfennigstorf), Drees, Bozlar - Ramsey (77. Göke)- Zottl

YEG Hassel: Keser - Kodaman, Özcan, Özgen, Akbaba (74. Göktas), Ersoy (71. Celen), Kiral, R. Demircan, E. Demircan, Turhal, Esen

Tore: 1:0 Zottl (21.), 1:1 E. Demircan (36.), 2:1 Zottl (90.)

Lesen Sie jetzt