Kompletter Umbruch beim Lüner SV – Manuel Lorenz baut eine Mannschaft aus dem Nichts

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Viel ist nicht mehr übrig von der zweiten Mannschaft des Lüner SV der vergangenen Saison. Manuel Lorenz wagt nun als Trainer den Neuanfang, dabei sollen ihm auch einige Spieler mit LSV-Vergangenheit helfen.

von Carl Brose

Lünen

, 10.06.2020, 16:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manuel Lorenz steht bei der zweiten Mannschaft des Lüner SV vor einer echten Mammutaufgabe. Im April übernahm er das Reserveteam als Trainer und musste seit dem einiges umstellen. Denn hinter der Mannschaft steht ein großer personeller Umbruch, fast der gesamte Kader der Vorsaison ist weggebrochen. Fast aus dem Nichts musste Lorenz also eine konkurrenzfähige Truppe für die Bezirksliga bilden.

Insgesamt knapp 15 neue Spieler lotste er dafür zum LSV, nun gilt es für ihn in den kommenden Wochen daraus eine Mannschaft zu formen. Die vergangene Saison schloss die zweite Mannschaft abgeschlagen als Schlusslicht der Bezirksliga ab. Lediglich der durch den Coronavirus erzwungene Saisonabbruch rettete die Lüner vor dem Abstieg in die Kreisliga A.

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Den anstehenden Umbruch nutzte der Verein auch, um neue Strukturen zwischen den Senioren-Mannschaften zu etablieren. „Wir wollen mit der ersten Mannschaft eng zusammenarbeiten. In der kommenden Saison werden wir der ersten Mannschaft zuarbeiten. Mit einer jungen Mannschaft wollen wir einen guten Unterbau bieten“, erklärt Lorenz. Dementsprechend gestaltete sich auch die Kaderstruktur der zweiten Mannschaft. Der Altersdurchschnitt liege bei 22 Jahren, einige Spieler sind gerade erst aus der A-Jugend gekommen.

Manuel Lorenz will beim Lüner SV neue Strukturen etablieren

Lorenz sieht darin Chancen und Risiken: „Wir dürfen nicht ungeduldig werde, falls es nicht sofort läuft. Mit den vielen jungen Spielern gehen wir ein gewisses Risiko, aber haben gleichzeitig auch eine Menge Potenzial. Der Weg, den wir jetzt einschlagen, ist auf jeden Fall der richtige.“

Nach der zuletzt turbulenten Saison für den gesamten Verein, gerade auch für die zweite Mannschaft will Lorenz einen neuen Teamgeist entwickeln. „Beim Lüner SV müssen wir wieder eine große Familie werden. Wir wollen auch die zweite Mannschaft wieder attraktiv machen für Spieler aus den umliegenden Vereinen und so ein Sprungbrett in die Westfalenliga bieten“, so der Trainer.

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Bei der Kaderzusammenstellung achtete Lorenz entsprechend darauf, dass in der Mannschaft auch Spieler mit LSV-Vergangenheit sind. „Mit Dalibor Mikuljanac, Florian Kralani, Can Acar und Maurice Böving haben wir einige Spieler, die mal im Verein waren und sich wegen den einen oder anderen Gründen abgewandt haben. Die habe ich jetzt davon überzeugt, wieder bei uns anzugreifen“, sagt Lorenz.

Erste Mannschaft verstärkt die Zweite des LSV

Ergänzt wird der Kader stellenweise mit Spielern aus der ersten Mannschaft, die es dort nicht direkt schaffen. Dabei legt Lorenz allerdings großen Wert auf den Charakter der Spieler: „Wenn jemand kommt und sich zu schade für die Bezirksliga ist, hat er bei uns nichts verloren. Da wird eine ganz klare Linie gefahren. Wir wollen nur Spieler, die in jeder Mannschaft des LSV alles geben.“

Auch der spielende Co-Trainer Christian Hoffmann soll eine besondere Rolle im Kader bekommen. „Mit seinen 44 Jahren wird er ein absoluter Routinier bei uns in der Mannschaft sein. Den stelle ich hinten rein in die Abwehr und von ihm werden unsere jungen Spieler einiges lernen können“, sagt Lorenz über seinen Assistenten. Nun steht der Trainer allerdings zunächst vor der Herausforderung, aus den vielen neuen Spielern eine wirkliche Mannschaft zu bilden.

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Am Freitag steht das erste gemeinsame Training auf dem Programm, bei dem das Team zum ersten Mal zusammenkommen wird. Ab Juli beginnt dann die richtige Vorbereitung auf die Saison, die voraussichtlich Anfang September starten wird. „Es ist nicht leicht, ohne Wettkampfcharakter eine neue Mannschaft zu bilden. Testspiele werden erst später möglich sein, das erschwert alles ein bisschen. Aber ich bin davon überzeugt, dass wir Erfolg haben werden. Die Frage ist nur, wie schnell“, so Lorenz.

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