LSV-Kapitän Matthias Drees (25): „Wir müssen Mario vernünftig verabschieden“

mlzFußball-Westfalenliga

Matthias Drees hat den ersten Schritt gemacht. Der Leader des Lüner SV hat in turbulenten Lüner Zeiten als erstes seine Zusage für die neue Saison gegeben. Wir haben mit ihm gesprochen.

Lünen

, 05.02.2019, 12:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Matthias Drees hat sich diese Bezeichnung verdient: Urgestein. Seit der Jugend kickt der Mittelfeldspieler des Fußball-Westfalenligisten Lüner SV in Schwansbell. Kurz nach der Bekanntgabe, dass Noch-Trainer Mario Plechaty den Verein im Sommer verlässt, hat der 25-jährige Drees seine Zusage für die kommende Saison gegeben. Über diese Entscheidung, das Trainingslager in der Türkei und über sein Verhältnis zu Mario Plechaty haben wir mit Drees gesprochen.

Herr Drees, beim Lüner SV herrscht aktuell eine turbulente Zeit. Warum haben Sie ausgerechnet jetzt - und dann auch noch als erster Spieler - Ihre Zusage für die neue Saison gegeben?

Momentan herrscht wirklich eine turbulente Zeit, das stimmt. Das ist allerdings nicht der Grund, warum ich die Zusage gegeben habe. Ich wollte kein Zeichen setzen. Natürlich können das andere junge Spieler so interpretieren, aber ich werde generell mit als erster Spieler gefragt. Ich fühle mich beim Verein wohl. Der Trainerwechsel ist jetzt eine andere Sache. Wir müssen gucken, wie der neue Trainer ist. Ich habe bisher nur Gutes von ihm gehört, kam aber auch mit Mario ganz gut klar. Für mich spielte bei der Verlängerung nur eine Rolle, dass ich mich in Lünen wohlfühle und bei keinem anderen Verein spielen möchte.

Inwieweit hat Sie die Nachricht berührt, dass Mario Plechaty zum Saisonende geht? Sie haben ja schon eine enge Verbindung...

Nach sechs Jahren, die er hier jetzt Trainer war, hat man sich gut verstanden. Durch Gespräche mit dem Vorstand habe ich aber immer mitbekommen, dass sich die Parteien noch uneinig sind, ob es weitergeht. Die Nachricht in der Türkei kam also nicht so überraschend für mich. Mario war jetzt sechs Jahre bei uns und bei so einem sportverrückten Vorstand ist das nicht immer so einfach, sich da mit allen zu einigen. Respekt an Mario dafür. Deswegen müssen wir ihn vernünftig verabschieden und noch einmal alles rausholen. Das hat er verdient.

„Für mich spielte bei der Verlängerung nur eine Rolle, dass ich mich in Lünen wohlfühle und bei keinem anderen Verein spielen möchte.“
Matthias Drees, LSV-Kapitän

Stichwort alles rausholen: Was ist denn in dieser Saison überhaupt noch drin?

Das kann man noch nicht so genau sagen. Hätten wir in der Hinrunde alle Mann an Bord und nicht so ein Verletzungspech gehabt, dann wären wir weiter oben gewesen. Jetzt haben wir alle Mann und ein, zwei Neuzugänge dabei. Mal schauen, wie weit es noch nach oben geht. Vielleicht Platz vier, fünf oder sechs. Solange alle verletzungsfrei bleiben, wird das eine gute Rückrunde.

Sie haben in der Hinrunde lange gefehlt, sind nun aber wieder verletzungsfrei. Sind Sie schon wieder bei 100 Prozent?

Die Verletzung ist Geschichte, da merke ich nichts mehr von. Jetzt fehlt nur noch ein bisschen Fitness, obwohl wir schon sehr viel gemacht haben und viel gelaufen sind. Wenn wir jetzt in der letzten Woche bis Sonntag noch ein bisschen mit dem Ball trainieren können, dann sollte das laufen.

LSV-Kapitän Matthias Drees (25): „Wir müssen Mario vernünftig verabschieden“

Matthias Drees (l.) grätscht im Zweikampf einen Ball ab. Der Kapitän ist der erste Lüner Spieler, der seinen Vertrag beim LSV verlängert hat. © Patrick Schröer

Apropos viel gelaufen. Wie war eigentlich das Trainingslager in der Türkei?

Ins Detail möchte ich da ungern gehen. In Sachen Teambuilding war das sehr erfolgreich. Da darf ich gar nicht alles erzählen, was da passiert ist (lacht). Mit dem Wetter hatten wir ein bisschen Pech. Deswegen mussten wir ein paar Einheiten von draußen nach drinnen verschieben. Das Trainingslager hat aber auf jeden Fall Wiederholungsbedarf.

Sonntag geht es mit der Meisterschaft wieder los. Ihr Team muss nach Marl-Hüls. Alles andere als drei Punkte wären eine Überraschung, oder?

Ja, das stimmt. Die drei Punkte müssen wir mitnehmen. Wir dürfen sie aber trotzdem nicht unterschätzen. Sie müssen gewinnen, um da unten herauszukommen. Sie werden genauso motiviert sein wie wir. Deswegen: Alles geben und dann sind die Punkte auf unserer Seite.

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