LSV-Spieler Johannes Zottl: „Wir müssen uns an den Eiern packen“

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Johannes Zottl, Spieler des strauchelnden Westfalenligisten Lüner SV, nimmt seine Mannschaft vor dem Derby gegen Schüren in die Verantwortung. Im Interview spricht er über die aktuelle Situation.

Lünen

, 25.10.2019, 15:22 Uhr / Lesedauer: 3 min

Harte Zeiten beim Fußball-Westfalenligisten Lüner SV. Die Rot-Weißen wollten oben mitspielen. Doch nach dem Trainerwechsel vor einem Monat steht das Team nun sogar auf einem Abstiegsrelegationsplatz. Im Interview sprachen wir mit Spieler Johannes Zottl über die Ursachen und mögliche Wege aus der Krise.

Fast genau ein Monat liegt die Entlassung von Marc Woller zurück. Was hat sich seitdem verändert?

Langsam macht sich die Handschrift von Christian Hampel bemerkbar. Das dauert auch ein bisschen. Auch wenn es derzeit noch keine Früchte getragen hat, finde ich persönlich schon, dass man in gewissen Spielsituationen erkennen kann, was unser Trainer von uns will und fordert.

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Die Ergebnisse haben sich seitdem nicht wesentlich verbessert. Liegt die Hauptschuld also bei der Mannschaft? Oder woran liegt es?

Die Ergebnisse sind leider noch nicht verändert. Ich glaube aber, ich bin schon lange genug im Fußballgeschäft, um zu sagen: Der Trainer kann dir eine Richtlinie vorgeben, eine taktische Anweisung geben, dich auf den Gegner vorbereiten. Doch am Ende des Tages hat ein Trainer keinen Einfluss darauf, was in dem Spiel passiert. Er kann vielleicht wechseln, aber er steht nicht auf dem Platz. Wir müssen uns an den Eiern packen. Wir müssen den Spieß umdrehen. Es geht nicht über Leichtigkeit, sondern über Kampf. Wir müssen den Willen zeigen und das nötige Quäntchen Glück auf unsere Seite bringen. Und dann werden wir auch die Punkte holen.

Was ist derzeit die größte Baustelle im Spiel des Lüner SV?

Das sind wir Spieler. Mal hadern wir mit dem Schiedsrichter. Ein anderes Mal sind wir unkonzentriert. Und dann ziehen wir es leider nicht über die volle Distanz durch. Mal ist eine Hälfte gut oder sehr gut und in der anderen Hälfte fressen wir dann die Gegentore. Das ist ein Punkt, an dem man arbeiten kann, und wo ich mir sicher bin, dass wir das abstellen.

Seit zwei Wochen stehen Sie auf einem Relegationsplatz. Muss man sich sogar auf den Abstiegskampf einstellen?

Wir stehen auf einem Relegationsplatz. Das müssen wir annehmen. Das muss in die Köpfe rein. Da gibt es kein Wenn und Aber. Wir können nicht sagen, dass wir da nicht hingehören. Da muss man sich selber wieder rausziehen, eine Reaktion zeigen. Doch so schnell wie wir da reingerutscht sind, so schnell könnten wir mit gewissem Ehrgeiz, Leidenschaft und Wille wieder daraus kommen.

Sechs Punkte hinter einem einstelligen Tabellenplatz: Was ist überhaupt noch drin in dieser Saison?

Schwer zu sagen. Ich habe auch ein paar Spiele verpasst, weshalb ich mich nur auf die letzten zwei oder drei Spiele beziehen kann. Die Westfalenliga ist sehr ausgeglichen in dieser Saison. Jeder kann jeden schlagen. Wenn man dann mal in einen kleineren Lauf kommt, ein paar Spiele in Serie gewinnt und die anderen nehmen sich gegenseitig die Punkte, dann ist noch einiges möglich.

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Auch der Verein ist nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Drei Leute haben den LSV verlassen. Nach kurzem Intermezzo ist zudem auch Bülent Kara weg. Wie nimmt die Mannschaft das Chaos wahr?

Zu dem Thema Unruhen möchte ich nur für mich selber sprechen. Es juckt mich nicht die Bohne, was dort passiert. Fußball ist ein Tagesgeschäft. Trainer kommen, Trainer gehen. Spieler kommen, Spieler gehen. Das ist einfach so. Mich persönlich stört es nicht. Und das hat auch nichts damit zu tun, was auf dem Platz passiert. Das muss man ausblenden können.

Kommt in so einer Situation gerade ein Derby wie gegen Schüren zur rechten Zeit?

Derby hin oder her: Für mich kommt jedes Spiel zur rechten Zeit. Ich würde am liebsten im Drei-Tage-Rhythmus spielen. Wir müssen punkten. Dessen sind wir uns bewusst. Und in einem Derby fühlt sich das doch immer gut an.

Wo ist Schüren besonders stark und wo angreifbar?

Ich kann schwer etwas über Schüren sagen. Wir hatten unser Abschlusstraining noch nicht. Und erst da werden wir auf den Gegner eingestellt.

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