Lüner Fußball-Mannschaft schrammt nur minimal am Aufstieg vorbei

mlzCoronavirus

Seit einem Jahr hat die Lüner Mannschaft nur Pech. Immer verfehlt das Team sein Ziel um Millimeter. Den Abbruch der Fußball-Saison hält der Trainer für verfrüht.

Niederaden

, 15.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwei Punkte hätte das Team in der Hinrunde nur mehr sammeln müssen. Selbst ein Punkt hätte gereicht, wäre das Torverhältnis besser gewesen. „Das ist extrem bitter“, sagt der Trainer.

Erst in der vergangenen Saison war der TuS Niederaden wie vom Pech verfolgt. Mit einem immensen Kraftakt rettete sich der damalige Fußball-A-Ligist noch in die Abstiegsrelegation. Dort setzte sich der TuS sogar durch, durfte weiter auf den Klassenerhalt hoffen - denn die Relegation war nur vorläufig angesetzt worden.

Jetzt lesen

Ein einziges Tor hatte dem SVE Heessen in der Aufstiegsrelegation im Juni 2019 gegen den FC Türk Sport Bielefeld gefehlt. Dann wäre der SVE aufgestiegen und damit ein Platz für Niederaden in der Kreisliga A Unna-Hamm freigeworden. Doch die Hammer unterlagen, der TuS stieg ab. Im Sommer dann der nächste Nackenschlag: Weil Westfalia Rhynern seine Reserve etwas zu spät aus der A-Liga zurückzog, konnte der TuS den plötzlich freigewordenen Platz nicht mehr einnehmen.

Heessen hat den Aufstieg inzwischen nachgeholt - dank der Aufstiegsregelung des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW). Von diesen ist auch der TuS betroffen.

Doch die Mannschaft aus dem Lüner Südosten - man ahnt es - hatte der FLVW in der vergangenen Woche weniger gute Neuigkeiten parat.

Durch den Tabellenstand zum Zeitpunkt des Abbruchs kommt ein Aufstieg nicht infrage. Da waren die Niederadener nur Fünfter. Der FLVW erklärte aber auch, dass alle Tabellenführer bei Beendigung der Hinrunde aufsteigen würden. Hier kommt der TuS ins Spiel.

Jetzt lesen

29 Zähler hatte Niederaden aus den 15 Hinrunden-Spielen gesammelt - das reichte allerdings nur zu Platz drei. Besonders bitter: In der Kreisliga B2 Unna-Hamm geht es unglaublich eng zu. Dem TuS hatten nur zwei Zähler gefehlt, dann würde er nach der Corona-Unterbrechung wieder in der Kreisliga A spielen. Aber der SV BR Billmerich hatte einen Zähler mehr gesammelt. Niederaden hätte sogar ein Punkt mehr gereicht, wäre das eigene Torverhältnis besser gewesen.

„In diesem Fall ist es unsere eigene Schuld. Das lag in unserer Hand“, sagt TuS-Trainer Amel Mesic, der schon in der zurückliegenden Saison den bitteren Abstieg hinnehmen musste. Die beiden Szenarien könne man allerdings nur bedingt miteinander vergleichen. Ihn ärgere es immer noch, dass seine Elf regelmäßig gegen die Kellerkinder der Liga Punkte hat liegen lassen. „Einfach nur Dummheit“, so Mesic.

Amel Mesic ist nicht zu beneiden. Seitdem er Trainer des TuS Niederaden ist, blieb ihm oftmals nicht mehr übrig, als ungläubig zu schauen.

Amel Mesic ist nicht zu beneiden. Seitdem er Trainer des TuS Niederaden ist, blieb ihm oftmals nicht mehr übrig, als ungläubig zu schauen. © Weitzel

Denn das Team von der Kreisstraße hatte keineswegs über seinen Möglichkeiten gespielt. Der Wiederaufstieg war von Anfang an ein realistisches Szenario. „Vom Spielerischen her - ohne den anderen zu nahe treten zu wollen - waren wir, wenn wir komplett waren, die stärkste Mannschaft der Liga“, sagt Mesic.

Unter anderem deshalb haben die Niederadener bei der Befragung der Vereine durch den FLVW auch dafür gestimmt, die Saison fortsetzen zu wollen. Für diese Option hatten sich nur 11,6 Prozent der Vereine entschieden.

Jetzt lesen

Sechs Punkte hätte der TuS bei einem Spiel weniger auf Tabellenführer TSC Kamen II aufholen müssen. „Die Chance wäre definitiv da gewesen“, so Trainer Mesic. Eine weitere Chance hätte sich dem Verein laut Mesic bei einer Saisonfortführung auf finanzieller Ebene geboten.

Amel Mesic: „Dorfvereine leben von den Einnahmen durch die Zuschauer“

„Die Dorfvereine leben von den Einnahmen durch die Zuschauer“, sagt Mesic. Dazu zählt er auch den TuS Niederaden mit seinem Naturrasen-Platz. Gerne hätte er im Juni und Juli die verbliebenen elf Spiele absolviert. Dann würden nämlich mehr Zuschauer an die Kreisstraße kommen und dort auch mal eine Bratwurst oder ein Bier mehr verzehren, glaubt der 39-Jährige.

Mesic wäre dann gerne nach einer verkürzten Pause im September in die neue Saison gestartet - am liebsten natürlich in der Kreisliga A. Dass das FLVW-Präsidium die Saison abbrechen will, hält er für „voreilig“.

Lesen Sie jetzt