Lüner SV: Das Wasser steigt dem Hals entgegen

LÜNEN Fußball-Landesligist Lüner SV steht nach dem 1:3 gegen Meschede das Wasser noch nicht bis zum Hals. Aber als Dreizehnter mit nur noch vier Punkten Vorsprung vor Warburg (13 Zähler) auf dem ersten der drei Abstiegsplätze hat das Wasser längst Brusthöhe erreicht.

von Von Bernd Janning

, 02.03.2009, 12:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Lüner SV: Das Wasser steigt dem Hals entgegen

Alles begann am ersten Frühlingstag so schön. Lünens Erste lief mit dem Nachwuchs in die Kampfbahn ein. Für die Kinder gab es als Überraschung Teddybären.

"Wir müssen die nächsten zwei Spiele in Bockum-Hövel und gegen Oetinghausen auf jeden Fall gewinnen!" Trainer Marcus Reis weiß, dass nur noch die volle Punktzahl zählt. Und volle Fitness. "Wir müssen Fabian Lenz und Izzet Ceylan für volle 90 Minuten hinkriegen", erklärt er und blickt dabei auf zwei seiner Leistungsträger.

Nach einem halben Jahr Studium in Australien hat Lenz noch nicht seine alte Stärke. Der Torjäger schoss Lünen zwar in Führung, meldete sich aber in der Pause zu Wort: "Trainer ich schaff nur noch 15, 20 Minuten." Coach Reis: "Hätte ich ihn da nicht runtergenommen, wäre er vielleicht in ein tiefes Loch gefallen. Ich habe auf der Bank genug sitzen, die spielen wollen."

Biss fehlt - Pulver nach 60 Minuten verschossen Doch, und das ist eines der Probleme bei den Rot-Weißen: Diese Jungs nutzen ihre Chance nicht. "Wenn ich sehe, wie bei Meschede das Stürmerduo Gas geben hat...", sinniert Reis. Auf Lüner Seite fehlt genau dieser Biss. Dass es die Mannschaft kann, hat sie auch in dieser Saison schon bewiesen. Aber warum ist nach 60 Minuten alles Pulver verschossen, dass der Gegner zum Toreschießen eingeladen wird? An fehlender Kondition kann es nicht liegen.

Der Trainer: "Bei dem einen Gegentor springen zwei Mann am Ball vorbei. Dieser wird dann von einem dritten für den Torschuss vorgelegt. Beim anderen Tor war sich alle zu schade, zu klären. Wie einfach das ist, zeigte doch Meschede. Aus der Abwehr ein Schuss über 80m nach vorn..."

Auch nach der neunten Pleite im 18 Spiel sieht Reis aber noch nicht die letzten Felle wegschwimmen: "Ich habe schon vor dem Meschede-Spiel gesagt: Sollten wir verlieren, müssen wir Ruhe bewahren." Alles klar. Aber jetzt sind die rettenden Dreier wirklich Pflicht.

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