Lüner SV Handball plant Corona-Knigge für Wiederaufnahme des Trainings

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Ohne Unterschrift kein Handball: Der LSV plant strikte Maßnahmen zur Umsetzung der Corona-Einschränkungen, wenn der Trainingsbetrieb wieder aufgenommen wird - auch für die künftige Oberliga-Sieben.

Lünen

, 08.05.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung des Coronavirus werden gelockert, ab Montag erlaubt die Landesregierung Nordrhein-Westfalens wieder Hallensport. Damit könnten auch die Handballerinnen des Lüner SV, die in der nächsten Saison in der Oberliga antreten werden, ihr Training in der Rundsporthalle wieder aufnehmen.

Denn ab dem 11. Mai sei die Öffnung von Sporthallen „unter strengen Auflagen wieder erlaubt“, teilte das Land NRW mit. Ab dem 30. Mai bereits soll dann sogar Kontaktsport wieder erlaubt sein. Marcel Mai, Trainer der Handball-Damen des LSV, bleibt vorsichtig. „Unter Vorbehalt“, sagt er. „Das sind ja alles erstmal Ziele. Es ist nicht klar, ob wir die Halle ab Montag nutzen dürfen, die muss erst von der Stadt freigegeben werden.“ Am Freitag hoffte er, dass diese noch im Laufe des Tages kommen könnte. „Da fehlen wohl noch klare Maßgaben vom Land NRW“, so Mai.

Der LSV Handball, der mit der Stadt Lünen eine Nutzungsvereinbarung für die Rundsporthalle abgeschlossen hat, will trotzdem alle möglichen Vorkehrungen für einen baldigen Trainingsstart treffen. „Wir versuchen jetzt, die Halle so gut wie möglich corona-mäßig vorzubereiten. Da werden wir ganz konsequent sein was Hygienemaßnahmen, Masken und Desinfektionsmaßnahmen angeht“, berichtet Mai. „Da erarbeiten wir gerade ein klares Konzept, das wir auch kontrollieren werden.“

Lüner SV Handball bestimmt einen Corona-Beauftragten

So wolle der Verein, ähnlich wie es im Tennis vorgegeben ist, einen Corona-Beauftragten bestimmen. In einer Video-Konferenz wollte sich der Vorstand des Vereins am Freitagabend treffen und konkrete Maßnahmen besprechen, um dann am Wochenende die Halle präparieren zu können. Dazu gehört auch eine kreative Idee: „Wir werden wahrscheinlich einen Corona-Knigge fertigmachen, den alle Spieler und Trainer unterschreiben müssen“, berichtet Mai. „Wer den nicht unterschreibt, der darf nicht mittrainieren, weil er es dann entweder nicht gelesen hat oder nicht akzeptiert. Das wichtigste ist erstmal, dass alle gesund bleiben.“

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Die Gegebenheiten der Rundsporthalle kommen dem LSV Handball nun besonders gelegen. „Wir haben Glück, dass wir die perfekte Corona-Halle haben, die ist extrem groß“, berichtet Mai. „Und auch oben, mit den Fitnessräumen, die wir geschaffen haben und der Spielfläche, die wir dritteln können, und wir haben noch den Stadtpark mit den Rasenflächen drumherum, wo wir uns wirklich auslassen können.“

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Allerdings wird der LSV den Trainingsbetrieb wohl nicht für alle Mannschaften zeitgleich wiederaufnehmen. „Bei den Kleineren wird es schwierig, die Maßgaben einzuhalten, dazu braucht man sehr viel Manpower. Das ist schwierig, schon klar“, erklärt Mai.

Corona-Einschränkungen bestimmen den Trainingsplan

Das Training seines künftigen Oberliga-Teams behindere das allerdings weniger schwer - und ihm gebe es quasi einen Trainingsplan vor. „Die Mädels waren super fleißig jetzt in der ganzen Zeit, aber der Ball fehlt natürlich, da sind viele Sachen, die man aufholen muss“, erklärt Mai. „In der Vorbereitung legst du jetzt konditionelle Grundwerte und machst Krafttraining und individuelles Training. So erübrigt sich das mit der Struktur, die ist ja quasi vorgegeben.“

Denn Spielsituationen in großen Gruppen bleiben zunächst tabu. „Wir müssen wirklich in festen Gruppen arbeiten“, berichtet Mai, der sich noch unsicher ist, ob er diese positionsspezifisch unterteilt, oder dazu andere Kriterien wählt. „Das sind so Planspiele, die jetzt alle eine Rolle spielen. Es wird eine interessante Phase, wenn man sich in der Halle sieht und nur zuwinkt.“

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Auch wenn Marcel Mai sich darüber freut, bald wieder das Training leiten zu können: „Ich bin überrascht, dass das so früh kommt. Mir persönlich geht das auch zu schnell. Ich glaube nicht, dass man am 30. Mai in Wettkämpfe gehen kann. Das halte ich für zu früh“, erklärt der Coach der LSV-Handballerinnen.

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