Lüner SV holt 0:3-Rückstand auf

Fußball: Westfalenliga

Am Ende einer Spielzeit gibt es Partien, die sich ins Gedächtnis eingebrannt haben. Beim Lüner SV wird man sich in einigen Monaten wohl noch sehr gut an das Spiel beim Spitzenreiter der Fußball-Westfalenliga, Holzwickeder SC, erinnern. Innerhalb von fünf Minuten kassierte der Tabellensiebte drei Gegentore, um dann eine irre Aufholjagd zum 3:3-Endstand zu starten.

LÜNEN

von Benedikt Ophaus

, 11.09.2017, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min
Aboubakar Fofana (M.) bejubelt den 3:3-Ausgleich.

Aboubakar Fofana (M.) bejubelt den 3:3-Ausgleich. © Sebastian Reith

Westfalenliga 2

Holzwickede - LSV 3:3 (3:2)

Dieses Spiel hatte viele Geschichte. Zum Beispiel die der ersten 15 Minuten, in denen Lünen mutig spielte, den HSC vor Probleme stellte. So wie in der 7. Minute, als Keeper Kevin Beinsen nach einem Rückpass fast ein Eigentor unterlaufen würde. „Lünen war nicht schlechter als wir. Wir haben dann aber drei tolle Tore geschossen“, sagte Holzwickedes Trainer Axel Schmeing. Drei Tore, für die sein Team ganze fünf Minuten benötigte. Erst setzte Sebastian Hahne den Ball aus 25 Metern sehenswert ins Eck (16.). Dann ließ Hahne Matthias Göke stehen und fand in der Mitte Nico Berghorst als Abnehmer (18.). Und schließlich durfte Sitki Üstün recht ungestört flanken. Berghorst war per Kopf zur Stelle (21.).

„Sie haben uns in fünf Minuten ausgeknockt“, sagte LSV-Trainer Mario Plechaty. Um die Moral seines Teams muss er sich aber nicht sorgen. Nach wenigen Sekunden hatten die Lüner den Dreifach-Schock abgeschüttelt. Allen voran Milan Sekulic spielte gestern endlich einmal befreit auf. Fabian Pfennigstorf bediente den Serben, der Justin Pfaffs unnötiges Einsteigen dankend annahm. Den fälligen Strafstoß versenkte Matthias Drees (25.) – die Aufholjagd war gestartet.

Womöglich wäre sie ins Stocken geraten, hätte Berghorst in der 31. Minute genauer gezielt. So aber setzte Yasin Acar den Ball nach einem Freistoß clever in die lange Ecke – 2:3 (41.).

Fofana dreht auf

Plechaty forderte von seinem Team in der Pause, „noch mutiger“ zu spielen. Er selbst setzte ein Zeichen, opferte in Samet Akyüz einen Sechser und brachte in Aboubakar Fofana einen weiteren Stürmer. Ein guter Schachzug. Denn mit der Schnelligkeit und Kraft Fofanas kamen die Gastgeber überhaupt nicht zurecht. „Lünen hat den größeren Willen gezeigt“, sagte Schmeing. Fofana leitete den Ausgleich selbst ein, spielte Sekulic frei, der dann in der Mitte wieder den Joker fand (63.). Der Wahnsinn war aber noch nicht beendet. Der Schlagabtausch nahm erst so richtig Fahrt auf, die Spieler gingen an ihre Grenzen, wurden immer wieder von Krämpfen geplagt. Ins Tor trafen sie aber trotz bester Chancen nicht mehr. Für den LSV scheiterten Fofana (68., 71.), Sekulic (81.) und Pfennigstorf (90.+2), für Holzwickede Mirco Gohr (72.) und Dominik Dupke (82.). „Wie wir zurückgekommen sind, ist einmalig“, sagte Plechaty.

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