Lüner SV stürzt heute vor 10 Jahren in die Bezirksliga ab

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Zehn Jahre ist es her, dass der Lüner SV bis in die Bezirksliga abstürzte. Das entscheidende Spiel erinnerte stark an den VfL Bochum. Der damalige LSV-Kapitän kickt noch immer in Lünen.

Lünen

, 09.05.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„So tief sind die Fußballer des Lüner SV noch nie gefallen“, schrieben die Ruhr Nachrichten am 10. Mai 2010. Einen Tag zuvor war der LSV in die Bezirksliga abgestürzt - ein Novum für den sonst so erfolgreichen Verein.

Es war der 28. Spieltag der Landesliga 5, der Lüner SV stand bereits mit dem Rücken zur Wand. Bockum-Hövel hatten die Lüner in der Kampfbahn Schwansbell zu Gast. Und der LSV hätte kaum schlechter in dieses überlebenswichtige Spiel starten können.

Bereits nach drei Minuten gingen die Gäste, am Ende der Saison Tabellenfünfter, in Führung. Nach einer Viertelstunde lagen die Rot-Weißen bereits mit 0:2 zurück. Es kam noch schlimmer: Nach Ballverlust von Mathias Baer ging Bockum-Hövel vorentscheidend mit 3:0 in Führung. Damit drohte den Lünern das gleiche Schicksal wie dem VfL Bochum, der am Tag zuvor in die 2. Bundesliga abgestiegen ist und in seinem entscheidenden Bundesliga-Heimspiel gegen Hannover 96 ebenfalls bereits zur Pause mit 0:3 hinten lag.

Lüner SV bäumt sich noch einmal auf

Doch der LSV bäumte sich trotz scheinbar aussichtsloser Lage nochmal auf, hätte schon vorher auf mehrere Patzer der Konkurrenz hoffen müssen und gleichzeitig alle seine drei verbliebenen Spiele gewinnen müssen. Vartan Daldalian verkürzte per Elfmeter auf 1:3, Mario Lindner erzielte noch vor der Pause auf 2:3.

„Dann der Todesstoß!“, schrieb diese Zeitung damals. Denn in der zweiten Halbzeit traf Bockum-Hövel Mitten in den Schwung, die der Lüner A-Jugendliche Aykut Isik brachte, zum 4:2. Spätestens mit dem Platzverweis gegen Daldalian war der LSV abgestiegen.

Auch Trainerwechsel kann tiefen Fall nicht stoppen

„Es ist einfach sehr enttäuschend. Ständig geht mir durch den Kopf, woran es gelegen hat“, sagte Trainer Bernd Schawohl einen Tag später im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Er hatte Marcus Reis im Oktober der Saison beerbt. Den tiefen Fall der Rot-Weißen, die 2008 bereits aus der Westfalenliga abgestiegen waren, konnte auch er nicht aufhalten.

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Eine Saison, die geprägt war von vielen Verletzungen und Sperren gegen Leistungsträger wie Bastosz Wolff, Izzet Ceylan oder Andre Wersing. Stürmer Fabian Lenz habe sich zudem ohne vorher Bescheid zu sagen nach Asien verabschiedet, so Schawohl damals. Auch Aussagen über eine Sölder-Mentalität des Teams kursierten damals. „Was die Kampfbereitschaft angeht, waren wir immer gut eingestellt“, erinnert sich Mario Lindner, heute noch Spieler bei BW Alstedde. Er führte den LSV gegen Bockum-Hövel als junger Spieler sogar aufs Feld.

Für den Lüner SV spielten damals: Sandhowe – Klaschik, Hoffmann, Baer, Bayrakli, Mario Lindner, Izzet Ceylan (46. Aykut Isik), Vartan Daldalian, Recai Pakdemir (63. Jörg Mose), Andre Wersing, Stephan Richter

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