Lüner SV: Überraschender Aufstieg von Dortmunder Superteam könnte gravierende Folgen haben

mlzFußball-Westfalenliga

Die große Überraschung des Verbandstages betrifft den Aufstieg aus der Landes- in die Westfalenliga. Für den Lüner SV könnte das sogar weitreichende Konsequenzen haben.

Lünen

, 09.06.2020, 15:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist die große Überraschung des Verbandstages gewesen. Dass die Delegierten mit überwältigender Mehrheit dem Vorschlag des FLVW zum Abbruch und Wertung der Fußballsaison folgen würden, schien offensichtlich. Die plötzlich veröffentlichten zusätzlichen Aufsteiger waren es nicht.

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Durch die Rückzüge des SC Roland und des SV Spexard aus der Westfalenliga 1 waren zusätzliche Plätze in der zweithöchsten Spielklasse des FLVW frei geworden. Die Sollstärke von 32 Mannschaften wurde um ein Team unterschritten.

Der FLVW entschloss sich dazu, aus allen vier Landesliga-Staffeln einen weiteren Aufsteiger den Schritt in die Westfalenliga zu ermöglichen. Aus der Landesliga 4 treten sogar zwei Mannschaften extra den Gang eine Klasse höher an. Als Zusatz-Aufsteiger aus der Staffel 3 dabei: der TuS Bövinghausen.

TuS Bövinghausen kommt erst in der Landesliga ins Stocken

Jenes Team, das gemeinsam mit Türkspor Dortmund seit rund anderthalb Jahren die Schlagzeilen im Fußballkreis Dortmund dominiert. Von der Kreisliga A war der TuS in die Landesliga durchmaschiert, gewann als Bezirksligist 2019 die Dortmunder Hallenstadtmeisterschaft.

Beinahe der gesamte Bövinghausen-Kader hat den Großteil seiner bisherigen Karriere in höheren Ligen verbracht, mit Dimitrios Kalpakidis coacht ein renommierter Trainer das Team. Platz zwei in der Landesliga grenzte für den Aufsteiger da fast schon an eine Enttäuschung.

Nun könnte der finanziell gut aufgestellte Klub um Boss Ajan Dzaferoski in der kommenden Saison dem Lüner SV das Leben schwer machen. „Das war fast schon zu erwarten“, sagt LSV-Trainer Christian Hampel zum TuS-Aufstieg. Er schließt nicht aus, dass aufgrund der Corona-Pandemie noch weitere Vereine aus der Westfalenliga zurückziehen müssen.

Verdrängt Bövinghausen den Lüner SV?

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird Bövinghausen in die Westfalenliga-Staffel 2 gruppiert. Dort spielen alle Dortmunder Westfalenligisten. Auch der Lüner SV ist hier seit dem Aufstieg 2016 gesetzt.

An einen Durchmarsch der Dortmunder, die ständig neue Transferkracher bekanntgeben, glaubt Hampel nicht. „Bövinghausen wird schnell merken, ob du Woche für Woche gegen Westfalenligisten spielst oder das in der Landesliga machst. Von daher sehe ich es nicht so, dass sie komplett durch die Liga fliegen werden. Trotzdem ist das mit der Qualität kein normaler Aufsteiger“, so Hampel, der dem Team und Trainer „Dimi“ Kalpakidis dennoch natürlich beglückwünschte.

Ob Bövinghausen 2020/2021 durch die Westfalenliga fliegt oder nicht - ob der Lüner SV dann überhaupt mit dem TuS in einer Liga spielt, wird durch den Aufstieg der Dortmunder immer fraglicher.

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Dass der Lüner SV ein Kandidat für einen Staffelwechsel ist, ist schon seit einigen Wochen in der Kampfbahn Schwansbell angekommen. Durch den Rückzug der beiden Staffel-2-Mannschaften ist die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gesunken. Trainer Hampel ist sich ebenfalls bewusst, dass der LSV im Grenzgebiet liegt.

Der 50-Jährige könnte sich mit einem Staffelwechsel sogar anfreunden: „Ob wir da bleiben, bin ich mir noch nicht sicher. Ich würde mich da nicht drüber aufregen, wenn wir mal in der Westfalenliga 1 spielen.“

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Zwar würden die Fahrten in Richtung Ostwestfalen-Lippe deutlich mehr Kilometer für die Rot-Weißen bedeuten, aber auch dort gäbe es tolle Anlagen, so Hampel. Einen Zuschauerschwund befürchte er nicht. Viele Fans würden auch die Dortmunder Westfalenligisten nicht zu ihren Spielen mobilisieren. „Diesen typischen Derbycharakter sehe ich so nicht mehr“, sagt Hampel.

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