Mit Abstand und Desinfektionsmittel: Lüner Tischtennisspieler veranstalten Freiluft-Turnier

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Die Stadt Lünen hat die Sporthallen wegen des Coronavirus noch nicht freigegeben. Einige Lüner Tischtennisspieler haben nun im kleinen Rahmen ein Turnier veranstaltet - mit Hygienekonzept.

von Dirk Buschmann, Hendrik Nachtigäller

Lünen, Bochum

, 26.05.2020, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da die Stadt Lünen derzeit mit der Sporthallen-Freigabe zögert, haben heimische Tischtennis-Cracks eine Übergangs-Lösung gefunden: Am Sonntag trafen sich neun Spieler aus NRW zu einem inoffiziellen Freiluft-Trainingsturnier in Bochum, dem „Steinplatten-Cup“. Darunter waren auch die Organisatoren Max Schröter und Dominik Rautert vom TTV Preußen Lünen.

„Der Steinplatten-Cup war die Idee von Max Schröter, der im Volkspark Langendreer mehrere Tischtennis-Steinplatten entdeckt hat“, berichtet Rautert, der in der Szene gut vernetzt ist und schnell Interessenten für den Wettkampf gewinnen konnte. Aber hatten die Teilnehmer keine Bedenken, ein Turnier in der Corona-Zeit durchzuführen? „Gar nicht“, sagt Rautert. „Ich habe vorher die Leute angeschrieben und alle, die fix zugesagt haben, in eine Whatsapp-Gruppe gepackt. Da habe ich die Regeln reingeschrieben, damit wir den Abstand einhalten.“

Mit 1203 absolvierten Matches in einem Jahr brach Dominik Rautert den alten Rekord für die meisten gespielten Partien. Am Ende des Jahres 2018 kam Rautert sogar auf 1249 Spiele. Seine Begeisterung für den Sport ist ungebrochen.

Mit 1203 absolvierten Matches in einem Jahr brach Dominik Rautert den alten Rekord für die meisten gespielten Partien. Am Ende des Jahres 2018 kam Rautert sogar auf 1249 Spiele. Seine Begeisterung für den Sport ist ungebrochen.

Auf Corona-Diskussion mit der Polizei vorbereitet

So stellten die Spieler auch ihre Rucksäcke mit ausreichenden Abständen auf, um sich nach den Partien nicht in die Quere zu kommen. „Alle hielten peinlich genau Abstand und vermieden jeden Körperkontakt etwa durch Shakehands. Vor jedem Spiel wurden die Hände desinfiziert und ein neuer Ball verwendet“, so Rautert. „Direkt an den Tischen ist auch eine Polizeiwache. Dementsprechend waren wir auf jede Diskussion vorbereitet. Wir hatten extra auch Unterlagen vom Deutschen Tischtennisbund mit Hygienemaßnahmen dabei, die wir eingehalten haben. Da hatten wir keine Sorgen.“

Neben dem Lüner Preußen-Trio Max Schröter, Michael Ulbrich und Dominik Rautert nahmen zwei Spieler aus Dortmund sowie je einer aus Bochum und Herne teil, plus zwei „Niederrheiner“ aus Düsseldorf und Goch bei Kleve. Gespielt wurde nach dem „Schweizer System“, das jeweils Sieger und Verlierer zusammenbringt. Max Schröter, der zur neuen Saison 2020/2021 den TTV Preußen verlässt und zu seinem Stammverein Blau-Weiß Annen in Witten zurückkehrt, gewann alle sechs Einzel und damit auch das Turnier, gefolgt von Lars Willhardt (TuS Holzen/Sommerberg, 5:1) und dem Preußen Michael Ulbrich.

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Doch waren die Platzierungen - trotz Urkunden und Bier als Sachpreis - zweitrangig, stieg die Freiluft-Runde doch unter irregulären Bedingungen: „Manche Bälle waren wortwörtlich vom Winde verweht, das sind wir aus der Halle ja nicht gewohnt, aber wir hatten viel Spaß“, berichtet Dominik Rautert.

TTV Preußen will zurück in die Halle an der Querstraße

Mit Einhaltung der Hygiene-Standards will der TTV Preußen demnächst auch die Stadt Lünen überzeugen, die Halle an der Querstraße möglichst bald wieder freizugeben. „Wir können alle Hygiene-Maßnahmen erfüllen“, sagt Rautert. Bis dahin sind weitere Auflagen des inoffiziellen „Steinplatten-Cups“ angedacht. „Die Nachfrage ist riesig. Anfangs wurde das ein bisschen belächelt, im Nachhinein habe ich über 50 Anfragen bekommen, wann ich das das nächste Mal mache“, erzählt Rautert. „Es wird zeitnah wieder etwas stattfinden.“

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