Vier Jahre hat er in Lünen gespielt, am Sonntag kehrt er mit Wanne-Eickel nach Schwansbell zurück: Lukas Ziegelmeir. Gastgeschenke will der Ex-Lüner trotz der Verbundenheit nicht mitbringen.

Lünen

, 28.03.2019, 11:07 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Westfalenliga-Fußballer Lukas Ziegelmeir (25) feierte beim Lüner SV mit dem Westfalenliga-Aufstieg und dem Gewinn der Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften seinerzeit große Erfolge. Mittlerweile kickt Ziegelmeir für den DSC Wanne-Eickel. Am Sonntag, 31. März, kehrt der Defensivmann erstmalig zurück an die alte Wirkungsstätte (Schwansbeller Weg 7a, Lünen). Im Interview haben wir mit ihm über das große Wiedersehen, Mitleid mit dem Ex und den Titelkampf gesprochen.

Herr Ziegelmeir, am Sonntag kehren Sie erstmalig zu Ihrem Ex-Verein nach Schwansbell zurück. Wie groß ist die Wiedersehensfreude?

Natürlich freue ich mich, die alten Bekannten wieder zu treffen. Mit Mario Plechaty und manchen Spielern stehe ich auch noch in Kontakt.

Also pflegen Sie noch enge Kontakte zu den Spielern?

Mit Florian Fischer, Jeffrey Malcherek, Matthias Drees und Gian Luca Reis schreibe ich regelmäßig über WhatsApp. Persönliche Treffen sind schwierig, weil wir alle berufstätig sind - auch am Wochenende.

Auf dem Platz hakt es beim Lüner SV aktuell. Wie beurteilen Sie die Lage aus der Ferne?

Natürlich beobachte ich den Lüner SV noch. Ich habe vier Jahre dort gespielt, war nah dran. Nach den Punkteabzügen aus den Spielen gegen Marl-Hüls muss Lünen natürlich noch mal nach unten gucken. Der LSV muss zum definitiven Klassenerhalt noch ein paar Punkte sammeln und ist am Sonntag mehr unter Druck als wir.

Haben Sie Mitleid?
Mitleid sollte man nicht aufbringen. Der Tabellenplatz des Lüner SV hat Gründe. Daran gilt es zu arbeiten. Ich denke, dass Lünen in der nächsten Saison eine deutlich bessere Rolle spielen wird.

Für die neue Saison lautet beim LSV die Vorgabe, Lüner Jungs zurückzuholen. Hat der Verein bei Ihnen auch angefragt?

Vom Vorstand kam es zu keinerlei Kontaktaufnahme. Wie gesagt: Mit Mario Plechaty stehe ich regelmäßig in Kontakt. Ich fühle mich aber in Wanne-Eickel wohl. Wir spielen eine gute Saison.

Könnten Sie sich denn vorstellen, noch einmal das rot-weiße Trikot zu tragen?

Ich habe in Lünen sehr viele nette Leute kennengelernt. Die Freundschaften halten ja noch bis heute. Deshalb sollte man niemals nie sagen. Aktuell kann ich mir das aber nicht vorstellen, da es mir in Wanne-Eickel super gefällt.

Fühlen Sie sich dort schon heimisch?

Ja, definitiv. Wir haben eine super Verbundenheit innerhalb des Teams und ich bin super zufrieden.

In der Rückrunde läuft es bislang prächtig. Der DSC ist das stärkste Rückrundenteam. Woran liegt das?

Die Ziele waren andere als unser Tabellenplatz in der Hinrunde (Platz sieben, Anm. d. Red.). Da waren wir nur Durchschnitt. Deshalb hatten wir uns im Winter gesagt, dass wir in der Rückrundentabelle ganz oben landen wollen. Das klappt bisher gut, auch wenn das Unentschieden gegen Iserlohn ärgerlich war. Viele verletzte Spieler und Leistungsträger sind zurückgekehrt. Wir gehen jetzt mit breiter Brust in die Spiele.

Apropos Verletzungen: Sind Sie für Sonntag fit?

Zuletzt hatte ich unter Schmerzen gespielt, hatte Leistenprobleme und musste mit Hilfsmitteln spielen. Nach dem Spiel gegen den Lüner SV will ich mich noch einmal genauer untersuchen lassen. Ich werde aber so oder so am Sonntag in Lünen am Platz sein. Das gehört sich so, finde ich.

Mit Lünen haben Sie große Erfolge wie den Westfalenliga-Aufstieg oder den Gewinn bei den Dortmunder Hallenstadtmeisterschaften gefeiert. Wollen Sie bei Wanne-Eickel eine ähnlich erfolgreiche Ära prägen?

Ja natürlich. Ich will die Vergangenheit nicht missen. Wir hatten eine erfolgreiche Zeit, die viel Spaß gemacht hat. Auch mit Wanne-Eickel will ich natürlich immer gewinnen. Auch wenn es dieses Jahr mit dem Aufstieg nicht klappt, wollen wir erfolgreich spielen. Im nächsten Jahr wäre der Aufstieg aber schon schön.

Das Hinspiel gewann Wanne-Eickel knapp mit 3:2. Warum triumphiert Ihr Team auch im Rückspiel?
Ich hoffe, dass wir unsere Konter gut ausspielen können und unsere Chancen nutzen werden. Lüner hat mehr Druck als wir.

Haben Sie denn Angst vor der Festung Schwansbell, die Sie ja gut kennen?

Klar, man hat Respekt, aber keine Furcht.

Kommen wir abschließend noch zum Meisterschaftsbetrieb. Wer wird denn am Ende Meister und wo landet Ihr Team?

Meinerzhagen wird das definitiv machen. Der Verein hat im Winter auch noch einmal nachgelegt. Bei dem Etat wäre es aber auch traurig, wenn es nicht klappen würde. Ich wünsche mir auch, dass Meinerzhagen es macht, weil wir ja im nächsten Jahr auch ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden möchten. In diesem Jahr schielen wir noch auf Platz zwei oder drei.

Glauben Sie, dass der LSV noch um den Klassenerhalt bangen muss?

Der Lüner SV hat zwei Spiele weniger. Wenn Lünen die Nachholspiele erfolgreich bestreitet, dann wird das klappen. Ich würde mich natürlich freuen, wenn Lünen die Klasse hält.

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