Mit Challenges durch die Krise: Lüner Sportvereine rechnen in der Jugend kaum mit Abmeldungen

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Auch die Jugendmannschaften dürfen nach langer Pause in Lünen langsam wieder in das Training starten. Durch die Krise ging es bei manchen Vereinen mit besonderen Konzepten.

Lünen

, 04.06.2020, 12:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach zwei Monaten Zwangspause dürfen Schritt für Schritt auch wieder die Jugendmannschaften der Lüner Sportvereine mit richtigem Training einsteigen und in Kleingruppen sowie den jeweiligen Coaches auf die Plätze zurückkehren. In der Zwischenzeit lief bei den meisten Sportvereinen in Lünen alles nach dem Motto: Die Kinder bei Laune halten, damit die Jüngsten nicht die Lust an Fußball, Handball oder Basketball verlieren. Und auch nach der langen Unterbrechung in die Hallen und auf den Rasen zurückkehren.

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Dabei haben sich die Clubs für die Jugendlichen mal Challenges überlegt und mal Homeworkouts erstellt, damit jeder für sich selbst trainieren kann und fit bleibt. Das neue Jugendkonzept des Lüner SV, das sich als Ziel setzt die Zukunft dieser Abteilung zu sichern, hat den Verantwortlichen sehr in die Karten gespielt. Denn durch die Kooperation mit der Münchner Fußballschule gab es für die Mitglieder kostenlose Videos für daheim. Durch ständige Gespräche mit den Trainern, die wiederum mit ihren jeweiligen Teams in Kontakt stehen, war außerdem eine dauerhafte Kommunikation bei möglichen Schwierigkeiten gegeben.

Fokus auf die Ausbildung in der Jugend setzen

Über Abwanderungen macht sich Jugendleiter Sebastian Burmann aktuell keine großen Sorgen, eher im Gegenteil. „Wir haben sogar Zusagen von anderen Vereinen, sodass wir keine Spieler aktiv für uns anwerben mussten“, erklärt er. Kommende Woche soll es dann für die Jugendmannschaften mit dem Training auf dem Platz losgehen. Dafür hat Burmann mit den Verantwortlichen bereits ein klares Konzept ausgearbeitet. „Wir haben die Kinder schon in Gruppen eingeteilt, sowie einen Zeit- und Abholplan entwickelt.“ Damit sollte gewährleistet sein, dass auch die Jüngsten die vorgegebenen Abstandsregeln sowie die Hygienekonzepte einhalten können. Beim Training selbst sieht das neue Jugendkonzept dann mehr Trainer für die Kinder vor. „Wir wollen den Fokus auf die Ausbildung setzen und nicht nur auf das Gewinnen“, erklärt Burmann. Die Mannschaftsplanung selbst wurde in den vergangenen Wochen schon fertig gestellt.

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Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch beim Handballverein VfL Brambauer ab. Dem ersten Eindruck nach gebe es auch hier keine Abwanderungen der Spieler aus dem Jugendbereich und die Teams für die kommende Saison stehen. „Die Kinder haben sich alle richtig gefreut, dass sie mit dem Training wieder beginnen konnten“, beobachtete Guido Zander, Kassierer des Vereins. Durch die Krise ging es oft mit Challenges für die Mannschaft und kleinen sportlichen Hausaufgaben, die in Whatsapp-Gruppen an die Kinder weitergeleitet wurden.

Krise hat viel von Trainern abverlangt

Um die Zukunft der Jugendmannschaften nach der Krise macht sich auch Vorstandsmitglied Christiane Toetz aktuell keine großen Sorgen, eher um die Trainer der Teams. Denn die mussten durch die Maßnahmen des Landes NRW noch mehr Gruppen betreuen, da die Größe erst auf fünf und aktuell auf zehn Personen minimiert wurde. „Wir wollen die Trainer so schnell wie möglich entlasten, da einige wirklich auf dem Zahnfleisch gehen.“ Jeder wollte allen Kindern gerecht werden und da kam es schon mal dazu, dass ein Coach vier Mal in der Woche mit jeweils einem anderen Teil des Team laufen ging. Denn im Outdoortraining seien die Möglichkeiten deutlich größer als in einer Halle. „Wir haben versucht die Kinder gut betreut durch die Krise zu bekommen, aber das hat eben viel abverlangt von den Trainern“, erklärt Toetz.

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Der VfL Brambauer sei nun dabei ein neues Konzept zu erarbeiten und die Lockerungen, die vom Land NRW kamen, dort unterzubringen. Auch wenn noch einige Fragen im Raum stehen, zum Beispiel ob immer nur die gleichen Jugendlichen zum Training kommen dürfen. „Da steigt man manchmal etwas schwer durch, auch weil sich ständig etwas ändert“, sagt Toetz.

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