Möller: "Ich sponsere gerne"

LÜNEN Sportredakteur Bernd Janning sprach mit dem Getränkefachhändler Wolfgang Möller, einem Mann, der dafür sorgt, dass gerade bei der Lüner Stadtmeisterschaft der Ball in der Halle rund läuft. Denn ohne den Sponsor hätten die meisten Kicker keine heilen Fußballschuhe mehr an.

von Von Bernd Janning

, 17.01.2008, 13:35 Uhr / Lesedauer: 3 min
Wolfgang Möller ist seit Jahren bei der Siegerehrung der Hallenstadtmeisterschaft dabei.

Wolfgang Möller ist seit Jahren bei der Siegerehrung der Hallenstadtmeisterschaft dabei.

Herr Möller, stelle Sie sich bitte kurz vor. Möller: Ich bin 48 Jahre alt, leitete seit 1980 den gleichnamigen Getränkefachgroßhandel, früher an der Löwen-Köster-Str. In Nordlünen, seit 1990 an der Kupferstr. Meine Frau heißt Marina. Wir wohnen seit 25 Jahren in Südkirchen und haben die drei Kinder Jennifer (23), Sebastian (21) und Michael (12).

Wie kamen Sie zum Sport? Möller: Ich bin durch meine Eltern Elisabeth und Wolfgang vorbelastet. Diese waren mit dem früheren Borussen-Spieler Helmut "Jockel" Bracht befreundet. So kam ich sowohl zu Borussia Dortmund als auch zum Lüner SV. Dann gab es noch den früheren Wethmarer Automatenaufsteller Franz-Josef Overtheil, der wieder kannte Dieter Sternitzke, und der wieder Trainer Max Merkel, so dass ich auch irgendwann in der alten Glückauf-Kampfbahn der Schalker in Gelsenkirchen landete.

Sie sind Getränkefachgroßhändler, haben ihr Standbein in der heimischen Gastronomie. Ist das Sponsoring, also das Fördern der Vereine, selbstverständlich? Möller: Wir haben immer schon gesponsert. Einzelne Vereine dabei mit Trikots auszurüsten, hat sich als problematisch erwiesen. Viele fragen dann an. Aber man konnte nicht alle, oder besser, nicht alle gleich, behandeln.

Deshalb haben Sie einen anderen Weg gesucht? Möller: Ja, wir unterstützen einzelne Turniere, wie das der SG Gahmen. Wir haben aber auch seit 13 Jahren einen Sponsoringvertrag mit den Fußballern im Stadtsportverband, unterstützen die Hallenstadtmeisterschaft. Dies galt zuerst für sie Senioren. Vor fünf oder sechs Jahren kam die Jugend dazu. Das macht die Organisation einfacher. Bekanntlich beginnen die Stadtmeisterschaften mit den Spielen der Jugend, dann folgen die der Senioren. Den Abschluss bildet die Endrunde des Nachwuchses. Jetzt, mit der Firma Möller als nur einem Partner, muss nicht nach und vor jedem Veranstaltungstag neu ab- und aufgebaut werden, können die Theken stehen bleiben.

Offensichtlich hat sich diese Partnerschaft bewährt? Möller: Ja. Wir haben den Vertrag bis 2012 verlängert. Für beide Parteien war eine langfristige Planungssicherheit in dieser Angelegenheit wichtig. Somit wurde mit der Verlängerung die bisherige erfolgreiche partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Stadtsportverband und der Firma Möller dokumentiert.

"Es ist doch wichtig, die Jugend von der Straße zu holen"

Sie lassen es sich Jahr für Jahr nicht nehmen, persönlich mit die Sieger bei der Lüner Stadtmeisterschaft zu ehren. Das ist meist an einem Samstagabend. Was sagt ihre Frau dazu? Möller: Sie toleriert das natürlich. Wir arbeiten im Gastronomiegewerbe. Da sind Termine am Wochenende selbstverständlich. Unser Sohn Michael kommt gerne mit. Ich komme sowieso gerne zu solchen Veranstaltungen, gerade auch beim Nachwuchs. Es ist doch wichtig, die Jugend von der Straße zu holen, sie zum Sport, zum Fußball zu bringen.

Als Getränkehändler werben sie doch für Alkohol. Passt das mit der Jugendarbeit? Möller: Da können wir ganz genau unterscheiden. Spielen die Senioren, werben wir auch für Bier. Diese Werbung hängt nirgends, wenn die Jugend spielt. Da wird dann für Coca-Cola geworben.

Welche Brauerei vertreten Sie? Möller: Bis zur Jahreswende 1999/2000 war es die Bitburger Brauerei. Aber diese konzentrierte sich damals zur Jahrtausendwende ganz auf die Veranstaltungen in Berlin. Das war keine Biertheke mehr zu bekommen. Seitdem arbeitete ich mit Winfried Weber und der Radeberger Gruppe zusammen.

Kann ein Fachmann wie Sie mit der Gastronomie in der Lüner Rundsporthalle zufrieden sein? Möller: Nicht nur bei der Rundsporthalle, bei fast allen Sporthallen ist die Gastronomie nicht berücksichtigt. Wer als Zuschauer in die Halle geht, bei dem bleibt zuhause die Küche kalt. Für die Vereine ist es einmal im Jahr die große Gelegenheit, durch den Verkauf von Getränken und Würstchen Geld zu verdienen. Aber in den Hallen fehlen meist die Räumlichkeiten dazu. Diese wurden und werden bei der Planung der Hallen nicht berücksichtigt. Um die Lage zu verbessern, muss zumindest improvisiert werden. Die Leute im Winter in der kalten Jahreszeit nach draußen an einen Stand zu schicken, bringt es nicht. Da müsste direkt neben der Halle ein Zelt mit Essens- und Getränkeständen aufgebaut werden. Das würde sich rechnen. Solche Zelte kosten um diese Jahreszeit gar nicht viel.

Sie haben sich auch schon persönlich im Sport engagiert? Möller: Ja, ich war acht Jahre lang bei meinem Heimatverein SV Südkirchen zweiter Vorsitzender, habe so die Vereinsarbeit auch aus einer anderen Perspektive kennen gelernt.

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