Fitnessstudio-Betreiber Nadim Karsifi: „Sie waren der Gefahr wirklich ausgesetzt“

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Im Fitnessstudio des Lüners Nadim Karsifi darf seit Montag wieder trainiert werden. Mit einem Angebot für Polizei, Feuerwehr und Pflegekräfte will er sich für deren Arbeit in der Corona-Krise bedanken.

Lünen, Brambauer, Dortmund

, 12.05.2020, 19:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fitnessstudios dürfen seit vergangenem Montag wieder ihre Pforten öffnen - unter besonderen Auflagen versteht sich. „Schon umgezogen kommen, maximal die Schuhe wechseln“, erklärt der Lüner Nadim Karsifi, der in Dortmund das Studio „Turnhalle Vital“ führt und pünktlich am Montag wieder Gäste begrüßte. „Es darf nur jedes zweite Gerät benutzt und nur eine Stunde pro Tag trainiert werden.“

Die Nutzung von Dusche und Sauna ist (noch) untersagt. Einen Mundschutz müssen die Kunden nicht tragen, auch keine Handschuhe. „Aber jeder muss ein großes Handtuch dabei haben“, sagt Karsifi. Getränke sollen nach Möglichkeit selbst mitgebracht werden. In Ausnahmefällen dürfe sein Studio auch selbst Getränke herausgeben, „die Gäste dürfen sich die Getränke aber nicht selbst holen - wir schütten ein“. In der Spitze lässt Karsifi 18 Kunden gleichzeitig trainieren. Kurse gibt es bis voraussichtlich 25. Mai nicht. „Auch hier wird die Anzahl begrenzt sein“, so Karsifi.

Corona-Soforthilfe keine wirkliche Hilfe

Der 31-Jährige arbeitet hauptberuflich als Sales Manager, beschäftigt in seinem Studio überwiegend freie Mitarbeiter. Nur ein Auszubildender ist bei ihm angestellt. Damit bekam er als Selbstständiger mit weniger als fünf Mitarbeitern Zugriff auf 9000 Euro Soforthilfe vom Land, die er vor allem für Mitarbeiter und Miete nutzen muss.

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„Es hat nicht viel geholfen, aber Hauptsache etwas“, sagt Karsifi und ergänzt: „Keiner hatte damit gerechnet.“ Für Fitnessstudio-Betreiber wird gerade bei einer Kooperation mit vielen Freiberuflern die Soforthilfe schnell zum Tropfen auf dem heißen Stein. Dennoch möchte Karsifi sich für die Arbeit von „Feuerwehr, Polizei und Krankenpflegern“ bedanken.

Angebot für Einsatzkräfte

„Einige mussten in der Corona-Krise durcharbeiten. Sie waren der Gefahr wirklich ausgesetzt“, sagt Karsifi. Tatsächlich bietet er der betroffenen Zielgruppe einen großen Rabatt an: Normalerweise kostet die Nutzung seines Gyms bei Mindestlaufzeiten von 24 oder 12 Monaten 30 respektive 45 Euro im Monat. Für nur 15 Euro monatlich dürfen Feuerwehr, Polizei und Pflegekräfte jetzt bei ihm ohne Mindestlaufzeit trainieren. Zudem kann der Vertrag monatlich gekündigt werden.

Ein Win-win-Situation für alle Seiten. Karsifis Studio hat wirtschaftlich bereits eine harte Zeit hinter sich gebracht, die begrenzte Anzahl von Gästen erschwert eine Kompensation der vergangenen zwei Monate vorerst nicht. Weitere Angebote seien noch in Planung.

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