„Nicht der Abgang, den er verdient hat“

Rudi Assauer

Rudi Assauer ist tot. Der langjährige Manager des FC Schalke 04 ist am Mittwochabend mit 74 Jahren nach langer Alzheimer-Krankheit gestorben. Der Tod bewegt auch Schalker Fans aus Lünen.

Lünen

, 07.02.2019, 15:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Nicht der Abgang, den er verdient hat“

So mochten ihn die Schalker Fans am liebsten: Rudi Assauer mit zurückgegelten Haaren und Zigarre im Mund. © picture alliance / dpa

Olaf Bispinghoff hatte es aus dem Radio erfahren: Rudi Assauer ist tot – die Ikone des FC Schalke 04. Die Erfüllung seines Lebenstraumes, einmal mit Schalke 04 die Deutsche Meisterschaft zu feiern, bleibt endgültig Assauer verwehrt.

Sofort gingen dem Trainer des Wasserball-Zweitligisten SV Lünen, der auch glühender Schalke-Fan ist, Bilder durch den Kopf. „Ich habe an seine Glanzzeiten mit Zigarre im Mund gedacht, an die Zeiten, als Schalke den UEFA-Cup geholt hat“, sagt Bispinghoff, der zunächst geschockt war. Bispinghoff mochte den Schalker Querdenker, bezeichnet ihn „als richtigen Kerl mit Ecken und Kanten“, der wusste, wie man mit den Medien umzugehen habe. Daher empfand es der Wasserball-Coach auch als schwierig, sich über den 4:1-Sieg der Schalker im Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf zu freuen.


Das sieht Thies Adam, Fußballspieler beim A-Kreisligisten TuS Niederaden, ein wenig anders. „Natürlich freue ich mich über den Schalker Sieg, weil ich weiß, dass Assauer sich auch gefreut hätte“, sagt Adam. Der Niederadener ist seit Kindheit Anhänger der Blau-Weißen. Assauer war für ihn immer die Schalker Vereinslegende schlechthin. „Als ich damals von der Krankheit erfahren hatte, war ich total geschockt. Es ist sehr schade, dass es jetzt so enden musste. Ich finde, dass das nicht der Abgang war, den er verdient hat“, so Thies Adam weiter über Assauer, der selbst bei vielen BVB-Fans beliebt war.

Sebastian Pohl kommt eigentlich aus dem Handball. Schalke-Fan ist der Rückraumspieler des Landesligisten VfL Brambauer trotzdem schon seit langer Zeit, ebenso wie sein Vater Horst. Der Handballer befand sich gerade auf dem Weg zum Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf (4:1), als er von der Nachricht erfuhr. Dort angekommen, empfand Sebastian Pohl die Stimmung als „sehr komisch und traurig“. „Rudi Assauer war Schalke, ein Macher. Schalke wäre ohne Rudi Assauer nicht das, was es heute ist“, sagt Pohl, der damit wohl vielen Blau-Weißen aus der Seele spricht.

„Rudi Assauer war Schalke, ein Macher. Schalke wäre ohne Rudi Assauer nicht das, was es heute ist.“

Einen persönlichen Eindruck von Rudi Assauer konnte Manfred Tapken gewinnen. Der Sportliche Leiter des A-Kreisligisten VfB Lünen kickte in der Vergangenheit mit Assauer in der Trainer-Promi-Elf für einen guten Zweck. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Rudi damals nach dem Spiel in der Umkleide seine Zigarre angezündet hat und mir gesagt hat, dass ich jetzt auch meine Zigarette rauchen kann. Er war ein Pfundskerl. Sein Tod tut weh“, sagt Tapken, der seit seiner Geburt den Schalkern die Daumen drückt.

Die Zigarre zwischen den Zähnen, das Herz auf Zunge: Rudi Assauer war ein Gesicht des Ruhrgebietes. Und wohl der Letzte seiner Art.

„Nicht der Abgang, den er verdient hat“

Trotz der Nachricht vom Tode Assauers konnte Thies Adam (v.) über den Schalker Sieg im DFB-Pokal jubeln. Assauer hätte sich auch gefreut, so der Fußballer des TuS Niederaden. © Isabell Michalski

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