Oberliga-Aufstieg, Absteiger in der Bezirksliga, bester Torjäger - so geht die Saison aus

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Die Pflichtspiele der Fußball-Saison starten an diesem Sonntag. Auch für die Lüner Fußballteams. Unsere Mitarbeiter diskutieren fünf Thesen zum Saisonstart.

Lünen

, 04.09.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 4 min

Lünens Fußball-Teams starten diesen Sonntag in die Fußball-Saison. Eine Saison, die voller Unwägbarkeiten ist. Sportredakteur David Nicolas Döring und der freie Journalist Timo Janisch haben fünf Thesen zum Saisonstart aufgestellt und ihre Meinung dazu abgegeben.

Der Lüner SV hat wie schon in der vergangenen Saison nichts mit dem angepeilten Oberliga-Aufstieg zu tun.

David Nicolas Döring:
Einig war man sich noch nicht so ganz beim Fußball-Westfalenligisten Lüner SV, wo es in der kommenden Spielzeit hingehen soll. Einzige Ausnahme: Vor allem in die Staffel 1 der Westfalenliga, da waren die Beteiligten des Klubs einer Meinung.

Doch während vor allem Trainer Christian Hampel tief zu stapeln scheint, die ersten Spiele abwarten möchte, hört man aus dem Vorstand und dem Umfeld immer wieder den Wunsch nach Oberliga-Fußball.

Die Strukturen dafür haben die Lüner: Der richtige Mix aus erfahrenen und jungen, talentierten Spielern ist vorhanden. Greift ein Rädchen in das andere, startet der LSV einen Lauf, ist in dieser Spielzeit viel möglich - auch der Aufstieg in die Oberliga.

Christian Hampel ist Trainer des Fußball-Westfalenligisten Lüner SV.

Christian Hampel ist Trainer des Fußball-Westfalenligisten Lüner SV. © Timo Janisch

Timo Janisch: Vielleicht nicht gar nichts, aber wenig. Man muss dem LSV definitiv lassen: Die Vorbereitung verlief unabhängig von den Ergebnissen besser als im desaströsen Vorjahr, der Kader wirkt gesünder zusammengestellt und abseits von der Chancenverwertung bereit für den Liga-Start. Aber: Die Lüner kennen ihre Gegner nach dem Staffelwechsel nicht, einige Hoffnungsträger sind sehr jung und der Großteil der besten Spieler des Kaders (Marius Kröner, Ricardo Ribeiro, David Loheider) ist neu. Richtig realistisch erscheint der Aufstieg erst in der darauffolgenden Saison - Kontinuität vorausgesetzt.

So viele Punkte verliert die SG Gahmen auf dem Weg in die Bezirksliga.

Timo Janisch: Ganze 17 Zähler ließ die schon im letzten Jahr unglaublich stark besetzte SGG bis zum Corona-bedingten Abbruch liegen. Nun ist der Kader für die Kreisliga A lächerlich gut besetzt und würde wohl auch in der Lüner Bezirksliga-Staffel nur um den Aufstieg spielen.

34 Spiele stehen in der Saison an, 102 Punkte sind möglich. Davon holt Gahmen auf jeden Fall über 90.

David Nicolas Döring: Gahmen ist der absolute Top-Favorit in der Kreisliga A2. Das sagen alle - der Klub selbst und seine Konkurrenten. Und mit diesem Kader ist der direkte Aufstieg Pflicht.

Doch Fußball ist nicht planbar, auch nicht vielen ehemaligen Oberliga-, Westfalenliga- und Landesliga-Spielern in den eigenen Reihen.

Gahmen wird auf keinen Fall 90 Punkte holen, denn dafür wird sich die Konkurrenz gegen Gahmen zu sehr reinhängen.

Mindestens zwei Lüner Bezirksligisten steigen in die Kreisliga A ab.

David Nicolas Döring:
Der Saisonabbruch ohne Absteiger war das Glück der Reserve des Lüner SV und des TuS Westfalia Wethmar. Der LSV II scheint aber noch einen langen Weg vor sich zu haben, das bewies die Vorbereitung.

Der Klassenerhalt ist das einzige Ziel.

Wethmar hingegen wirkt wie der Phönix, der aus der Asche emporsteigt. Den Kader ausgetauscht, bedachter bei der Spielerauswahl gewesen. Wethmar wird in dieser Spielzeit nichts mit dem Abstieg zu tun haben.

Genauso wenig wie der BV Brambauer, der vor allem physisch stark auftrumpft und defensiv gefestigt ist, und BW Alstedde, dass den Aufstiegs-Blues mitnehmen wird und mit Tim Hermes als Spielertrainer eine zentrale Figur hat, die das Team führt und lenkt.

Drei Lüner Teams bleiben in der Bezirksliga - eines wird zittern müssen.

Timo Janisch: Ausgerechnet der Aufsteiger BW Alstedde wird nicht gegen den Abstieg kämpfen - als einzige Lüner Mannschaft. Besonders bedroht ist der Lüner SV II. Die vergangene Saison war ein Desaster. Die Neuzugänge sind alles andere als namhaft und die Vorbereitungsergebnisse alarmierend.

Halten die Lüner die Klasse, wäre es wohl eine der positivsten Geschichten der Lüner Fußballsaison 2020/2021.

Daneben dürfte auch der BV Brambauer auf die übliche Aufbruchsstimmung nach dem Trainerwechsel angewiesen sein, um nicht endgültig in den seit Jahren immer näher rückenden Abstiegskampf zu geraten.

Und Westfalia Wethmar ist vor allem zu Saisonbeginn stets eine Wundertüte. Zwei Teams erwischt es mindestens - eher mehr.

So viele Spiele absolviert der FC Brambauer, ehe der Verein nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen darf.

Timo Janisch: Die unkalkulierbarste von allen Fragen. Im Normalfall: eins. Denn in der Woche danach will der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) über das Schicksal des Vereins entscheiden.

Erstmalig wirkt es wirklich so, als würde der Verband den FCB aufgrund ausstehender Zahlungen und den ganzen Vorkommnissen der vergangenen Monate und Jahre wirklich ausschließen wollen.

Doch Vereinspräsident Ahmet Elikalfa hat zigfach bewiesen, dass er in der Lage ist, Aufschübe zu erwirken und mit seiner Arbeit zu überzeugen.

Negative Schlagzeilen erlauben darf sich der Verein allerdings überhaupt gar keine mehr.

Ahmet Elikalfa ist Vereinspräsident des FC Brambauer.

Ahmet Elikalfa ist Vereinspräsident des FC Brambauer. © Timo Janisch

David Nicolas Döring: Der FC Brambauer bedeutete in den vergangenen Monaten regelmäßig Chaos. Dennoch muss man dem Verein zugutehalten: vier Jugendteams wurden gemeldet. Der Verein scheint sich zu bemühen, aber die Strukturen wirken nicht gefestigt.

Ob die Jugendteams und die erste Mannschaft lange auflaufen werden - es scheint unwahrscheinlich. Entscheidet der FLVW negativ über den Klub - was momentan sehr wahrscheinlich ist - könnte das erste Wochenende der neuen Saison gleichzeitig das letzte des FC Brambauer sein.

Zu wünschen wäre es dem Verein nicht.

Der treffsicherste Stürmer der Lippestadt heißt ohne jeden Zweifel...

David Nicolas Döring: David Loheider. Mit dem Stürmer ist dem Westfalenligisten Lüner SV ein Coup gelungen. Loheider ist athletisch, hat die Technik und Finesse.

Legt er seine desaströse Chancenverwertung aus der Vorbereitung ab, wird er der treffsicherste Spieler in Lünen. Ebenfalls im Rennen, wenn er so weitertrifft wie in der Vorbereitung: Tim Hermes (Acht Tore in neun Vorbereitungspartien).

David Loheider geht für den Lüner SV auf Torejagd.

David Loheider geht für den Lüner SV auf Torejagd. © Timo Janisch

Timo Janisch: Robin Hagenmeyer. 26 Tore in 32 Spielen (zwei fehlte er verletzt) für den VfB Lünen. Hier haben Sie es zuerst gelesen. Wie viele Treffer davon Tim Gehrmann auflegt, bleibt mein Geheimnis.

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