Paul Mantei trifft nach Kreuzbandriss eine Entscheidung, die „Kopfschmerzen bereitet“

mlzWestfalia Wethmar

Paul Mantei hat sich nach seiner Knieverletzung entschieden. Im August zog sich der 23-Jährige bereits den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere zu. Nun traf er eine „harte Entscheidung“.

Lünen, Wethmar

, 07.11.2019, 15:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund drei Monate ist es nun her. Am Sonntag, 4. August, zog sich Paul Mantei, Verteidiger beim Bezirksligisten TuS Westfalia Wethmar, im Pokalspiel beim SV Afferde einen Kreuz- und Innenbandriss zu (wir berichteten). Das war bereits die zweite schwere Knieverletzung des erst 23-Jährigen. Kurz danach traf ihn Sportredakteur Patrick Schröer zum großen Interview. Nun hat Mantei eine Entscheidung getroffen, wie es für ihn weitergeht.

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Paul Mantei hat in den vergangenen Wochen intensiv darüber nachgedacht: Ob es mit dem Fußball nach seinem zweiten Kreuzbandriss weitergeht und - falls ja - wie. Mittlerweile hat der 23-Jährige einen Entschluss getroffen - „eine harte Entscheidung“, wie er selbst sagt.

„Ich gebe Gas, damit ich fit bin“

„Ich habe mir in den letzten Wochen immer wieder die Frage gestellt, wie ich das Ganze angehe. Mein Standpunkt ist, dass ich Gas gebe, damit ich fit bin. Das mache ich aber in erster Linie für mich. Ich habe nun eine Entscheidung getroffen, die nichts mit dem Heilungsverlauf oder mit der sportlichen Situation zutun hat. Stand jetzt muss der Fußball aber für mich ruhen. Das ist eine Entscheidung, die mir auch Kopfschmerzen bereitet hat, aber die Vernunft muss größer sein als die Lust nach Fußball“, sagt Mantei.

Rolf Nehling, Sportlicher Leiter des TuS Westfalia, zeigte Verständnis für die Entscheidung seines nun ehemaligen Schützlings. „Ich kann es nachvollziehen, weil auch der berufliche Werdegang eine Rolle spielt. Das tut uns natürlich richtig weh. Paul ist ein Leitwolf“, so Nehling.

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Der 23-Jährige begründet seinen Entschluss mit mehreren Faktoren. Einerseits spiele vor allem die Angst vor einer erneut schweren Verletzung im Kopf des Verteidigers eine Rolle. „Beim letzten Mal hatte ich gar keine Angst. Jetzt ist das aber anders. Man muss auch an die Zukunft denken - wenn man älter wird mit den Knien“, so Mantei, der nach beiden Kreuzbandrissen mittlerweile schon vier Operationen über sich ergehen lassen musste. Daneben habe auch sein beruflicher Werdegang, Mantei arbeitet am Stadthafen Lünen im Büro, eine Rolle gespielt.

Ein positiver Heilungsverlauf

Die letzte Operation ist nun einen Monat her. Mit dem Heilungsverlauf ist Mantei zufrieden, das Knie sei wieder voll belastbar. Aktuell arbeitet Mantei nun daran, wieder Muskulatur aufzubauen, fährt auch schon wieder Fahrrad. Generell spiele der sportliche Ausgleich weiterhin eine immense Rolle im Leben von Paul Mantei.

„Ich will meinen Körper nun in Schwung bringen, achte auch auf meine Ernährung. Wenn man lange Zeit keinen Sport gemacht hat, macht sich das natürlich bemerkbar - auch am Bauch“, sagt Mantei und lacht.

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Der Fußball ruht also nun im Leben Manteis - aber auch nur auf den allerersten Blick. Denn ganz ohne Fußball kann und will Mantei dann doch nicht. Der 23-Jährige überlegt nun nämlich, künftig als Jugendtrainer bei Westfalia Wethmar zu arbeiten.

„Fußball begleitet mich, seitdem ich laufen kann. Es ist eine Sache mit Herz für mich, die Spaß macht. Der Reiz ist auf jeden Fall da, als Trainer zu arbeiten und ich würde auch gerne die B-Lizenz machen“, so Mantei, der bereits in der Vergangenheit mal eine Jugendmannschaft bei der Westfalia gecoacht hatte.

Kontakt nach Wethmar wird nicht abreißen

So oder so - der Kontakt zu seinem Heimatverein wird nicht abreißen. Mantei ist noch regelmäßig am Platz der Westfalia und schaut sich Spiele seines Klubs an. Er ist sich sicher: „Die Jungs kommen da wieder raus“. Aktuell steht Wethmar allerdings noch auf einem Abstiegsplatz in der Bezirksliga 8, spielt am Sonntag beim TuS Hannibal.

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