Der vergangene Spieltag war für Hakan Uzun doppelt ärgerlich: Die SG Gahmen verspielte kurz vor Schluss eine 2:0-Führung, Uzun musste bereits in der 37. Minute verletzungsbedingt raus.

Lünen, Gahmen

, 19.11.2019, 14:41 Uhr / Lesedauer: 3 min

„Ich spüre noch ein leichtes Ziehen im Oberschenkel, ein paar Wochen wird das schon dauern“, sagt der aus der Westfalenliga kommende Hakan Uzun vom Kreisliga-A-Ligisten SG Gahmen. Bereits in der 37. Spielminute musste Uzun wegen des Verdachts einer Oberschenkelzerrung durch Ismail Uysal ersetzt werden. Dann verdarb der Kirchhörder SC II (9.) in der 89. Minute Uzun so richtig den Sonntagnachmittag.

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Denn Gahmens 2:2-Remis und der deutliche 6:1-Sieg des VfB Lünen über den direkten Mitstreiter K.F. Sharri Dortmund (4.), kostete Gahmen den zweiten Tabellenplatz. „Hätten wir gegen Alstedde gewonnen, wäre vorbei“, sagt Uzun. Vor zwei Wochen verspielten die Gahmener in der Nachspielzeit (95.) ebenfalls eine 2:0-Führung, allerdings gegen den immer noch ungeschlagenen Tabellenführer aus Alstedde. „Dann hätten wir das Rückspiel noch gehabt und die einholen können. Jetzt wird es schwer, aber auch nicht unmöglich.“

Fit sein für den VfB Lünen

Der 21-Jährige erinnert sich noch gut an das Hinspiel. Im August gewann der VfB Lünen vor heimischer Kulisse durch Tim Gehrmanns Doppelpack mit 2:1 (24., 75.). Dabei spielten die Gastgeber seit der 41. Minute in Unterzahl. Uzun: „Unnötig gegen zehn Mann.“ Er kennt den VfB schon seit zwei Jahren und erwartet einen „robusten und schnellen Gegner“, aber „wenig richtig talentierte Fußballer“. Wie so häufig in der Saison, habe den Gahmenern fehlende Geduld und Disziplin den Sieg gekostet. Bis zum Rückspiel in Gahmen in drei Wochen (Sonntag, 8. Dezember, 14.30 Uhr) will Uzun wieder fit sein.

SGG-Spieler Hakan Uzun: „Hier werde ich sogar bewundert, nicht wie beim LSV“

Hakan Uzun spielte in der zurückliegenden Saison noch für den Lüner SV. © Patrick Schröer

„Ich trainiere aktuell mit einem alten Kollegen vom LSV, mache viel Physio, arbeite mit der Blackroll am Oberschenkel.“ Worauf der gelernte Zehner – in Gahmen unter Trainer Bülent Kara im rechten oder linken Mittelfeld tätig – verzichten muss, ist sein Ausdauertraining. Uzun joggt normalerweise „vom Lüner Zentrum bis zum Platz in Gahmen. Das sind so vier bis fünf Kilometer immer“. Als Auszubildender bei Terra Sports hat er seinen Körper gut im Griff. Der 179 Zentimeter große Türke wiegt 73 Kilogramm: „Davon sind 44 Kilo Muskelmasse und vier Kilo Fettmasse.“ Diese Kombination aus Schnelligkeit, Kondition, Fitness, Beidfüßigkeit und Technik, hat sogar einen Verein aus der türkischen zweiten Liga auf ihn aufmerksam gemacht.

Hakan Uzun: „Für mich wird hier alles getan, was ich will“

Welcher Verein das ist, möchte Uzun nicht verraten, auch wenn er bereits in die Türkei geflogen ist, um das Angebot genauer unter die Lupe zu nehmen. „Momentan konnten wir uns nicht gut verständigen. Es hat mir dort nicht so gut gefallen“, sagt Uzun. Auch mit dem Westfalenligisten Lüner SV (13.) habe sich Uzun nicht gut verstanden. „Dann habe ich ein gutes Angebot von SG Gahmen bekommen“, sagt Uzun. „Hier werde ich sogar bewundert, nicht wie beim LSV.“ Was jetzt zunächst arrogant klingen mag, ist für einen jungen, talentierten Spieler in seiner Entwicklung aber von enormer Wichtigkeit. „Da habe ich vom Präsidenten nie gehört, richtig gutes Spiel gemacht oder halt irgendetwas, das mich motiviert.“ Am Ende habe der LSV ihm sogar die Schuld dafür gegeben, dass einige Spieler nach ihm zur SGG wechselten. Uzun: „Nur weil ich der Erste war, der gewechselt ist, aber das sind alles erwachsene Menschen.“

Fokus liegt auf dem Menschlichen bei der SG Gahmen

Es habe auch Gerüchte über ihn und einen möglichen Wechsel zum Ligakonkurrenten des LSV, dem FC Iserlohn (12.), gegeben. „Ich stehe aber nur mit Mario in Kontakt“, sagt Uzun (Anm. d. Red.: Mario Plechaty, Trainer FC Iserlohn, zuvor Trainer Lüner SV). „Und er sagt auch immer, ich müsse mit Toren zeigen, was ich kann.“ Uzun wolle aber einfach nur alles für seinen Verein geben und auch mit Vorlagen überzeugen. Bei der SG Gahmen fühlt er sich aktuell pudelwohl: „Wir wollen aufsteigen, das Geld ist da, der Präsident und der Trainer geben alles.“ Denn in Gahmen wird momentan am Zusammenhalt der Truppe gearbeitet. Einmal im Monat treffen sich die Gahmener und verbringen einen geselligen Abend miteinander. „In der Rückrunde wirst du sehen, dass es komplett anders wird“, sagt Uzun. „Unser Trainer macht uns einfach 200 Prozent heiß vor jedem Spiel.“

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