So läuft die Saison im Lüner Amateurfußball ganz bestimmt nicht

mlzGlosse: Alternative Saisonvorschau

Ab Sonntag rollt der Ball wieder. Unser Blick in die Glaskugel sagt voraus, wie die Saison verlaufen wird. Unsere alternative Saisonvorschau - stets mit einem Augenzwinkern zu betrachten.

Lünen

, 10.08.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

1. Spieltag: Es ist das Auftaktduell, auf das ganz Lünen schaut: In Brambauer kommt es direkt zum Lokalderby zwischen dem FC und der BVB-Reserve. Die 27 Zuschauer in der Glückauf-Arena trauen ihren Augen kaum, als FCB-Vorsitzender und Torwart Ahmet Elikalfa die Mannschaft aufs Feld führt - natürlich ohne Torwarthandschuhe. Elikalfa macht das Spiel seines Lebens, hält zwei Elfmeter. Trotzdem triumphiert der BVB mit 4:0 (alle Tore Stolzenhoff).

Nach dem 1. Spieltag: Überraschend tauchte der ehemalige Lüner Fußballer Ersan Kusakci nicht im Kader von Neu-Verein K.F. Sharri auf. Er schließt sich der IG Bönen mit Bruder Ersin an. Es ist sein fünfter Vereinswechsel, nachdem er den Lüner SV in der Winterpause 2018/2019 verließ. „Das Konzept und Umfeld haben mir in Bönen sehr gut gefallen“, sagt Kusakci.

So läuft die Saison im Lüner Amateurfußball ganz bestimmt nicht

Ersan Kusakci (l.) bestritt in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich 2,3 Pflichtspiele pro Verein. © Patrick Schröer

11. Spieltag: Westfalia Wethmar ist mal wieder Westfalia Wethmar. Erneut spielt der TWW eine katastrophale Hinrunde in der Bezirksliga. Das 0:4 zuhause gegen Aufsteiger RW Germania ist die vierte Pleite in Serie. Zu allem Überfluss wird Schlussmann Florian Fischer, gerade aus der Westfalenliga nach Wethmar gewechselt, krankgeschrieben. Er leidet an anhaltender Heiserkeit durch das Anschreien seiner Vorderleute.

16. Spieltag: Auch die Wethmarer Reserve in der Kreisliga A tut sich schwer. Einen Spieltag vor der Winterpause steht sie auf dem letzten Platz. Die Abgänge der beiden Dvorak-Brüder an die Erste vor einem Jahr erweisen sich als zu großer Aderlass. Auch die A-Junioren, die aus der ersten Mannschaft heruntergeschickt wurden, haben ihre Probleme, da sie sich unterfordert fühlen - schließlich haben sie in der Jugend noch Bezirksliga gespielt. Im Wethmarer Vereinsheim suchen sie hektisch nach der Nummer von Niederadens Trainer Amel Mesic und geben in der Internet-Suchmaschine „Abstiegsrelegation Kreisliga A2 Unna-Hamm“ ein.

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Winterpause: Die Verantwortlichen des Lüner SV sind unzufrieden. Nur elf Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten sorgen für Sorgenfalten angesichts des offensiv angepeilten Aufstiegs in die Oberliga. Trainer Marc Woller und Sportlicher Leiter Christian Hampel tauschen die Rollen. Woller präsentiert wenige Tage später schlagkräftige Neuzugänge: Vom FC Iserlohn kommen Marvin Raab, Adjany Ibeme, Lars Rustige, Hikmet Konar und Davut Denizci. Die Neuen integrieren sich verblüffend schnell beim LSV.

Ebenfalls in der Winterpause: Ersan Kusakci wechselt völlig überraschend zu Türkspor Dortmund. Konzept und Umfeld würden ihm dort gefallen, so der Defensivspieler.

17. Spieltag: Die Spieler des VfB Lünen erleben ihr ganz bitteres Déjà-vu. Gegen die SG Gahmen erhält der VfB einen vorentscheidenden Rückschlag im Kampf um die Meisterschaft in der Kreisliga A2 Dortmund - beide Teams hatten bis dato nur beim Unentschieden im Hinspiel Zähler liegengelassen. Das Gesicht der Gahmener Mannschaft ähnelt stark dem des Lüner SV II aus der Vorsaison, der damals die Süder hinter sich ließ. Während Gahmens Geschäftsführer Tolga Demir nach den Neuzugängen acht bis elf vom LSV erneut Rassismus beim Lüner SV wittert, ist der Wechselgrund ein sportlicher: Die LSV-Reserve hat nach dem verletztungsbedingten Ausfall von Top-Stürmer Murat Büyükdere nur zwei Zähler und sieben Tore auf dem Konto - der Klassenerhalt ist schon im Winter außer Reichweite.

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22. Spieltag: Das Rückspiel gegen RW Germania wird für Westfalia Wethmar zum vollen Erfolg. Mit 6:1 schießt der TuS die Dortmunder ab. Die obligatorische Aufholjagd in der Rückrunde führt die Westfalia in diesem Jahr letztlich auf Rang sieben. Florian Fischers tolle Stimme in einem Duett mit dem Lüner Fußballer und Hochzeitssänger Kevin Glaap wird zum Stadtgespräch.

28. Spieltag: Zu groß war die Dominanz des Lüner SV in der Westfalenliga. Der mittlerweile 42 Mann starke Kader feiert nach dem 3:1 über die Spielvereinigung Erkenschwick schon am Ostermontag die Meisterschaft. Vorsitzender Imdat Acar sagt noch am Abend der Meisterfeier das traditionelle Testspiel gegen Borussia Dortmund II im Rahmen der Saisonvorbereitung ab. Der LSV wolle fortan nur noch gegen Mannschaften testen, die ihnen sportlich das Wasser reichen können. Bei der Hallenmeisterschaften 2020 werden die Rot-Weißen sich darüber beschweren, dass ihnen Arroganz vorgeworfen wird.

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30. Spieltag: Alles ist angerichtet für das Fernduell um den Aufstieg in die Bezirksliga. In der Kreisliga A stehen Gahmen, Lünen-Süd und Alstedde vor dem letzten Spieltag alle punktgleich an der Tabellenspitze, weil die Liga in der Rückrunde ausgeglichener wurde und BWA aufgeholt hat. Alstedde, wo selbst Benedikt Kuhne die Neuzugänge in seiner Amtszeit nicht mehr zählen kann, hat am Entscheidungstag spielfrei und muss zuschauen. Am Ende jubelt Gahmen, der VfB verliert bei K.F. Sharri - der Ex-Lüner Arlind Jashanica legt den spielentscheidenden Flankenlauf hin. Tim Gehrmann beendet seine Fußballaufbahn.

So läuft die Saison im Lüner Amateurfußball ganz bestimmt nicht

Ein trauender Tim Gehrmann - bitte auf Wiedervorlage für das Frühjahr eines jeden Jahres speichern. © Timo Janisch

26. Mai: Zwei Tage nach dem Ende der regulären Saison wird der VfB doch noch zum Meister erklärt, weil die SG Gahmen unerlaubterweise Rückkehrer Hakan Uzun eingesetzt hat. Der hatte von einem seiner drei SüperLig-Vereine, für die er in der Saison aktiv war, keine rechtzeitige Freigabe erhalten. Der „Verein für Bier Lünen“ gerät in Ekstase. Das Vereinsheim am Karl-Kiehm-Weg wird von diesem Tag an nur noch zwei Tage stehen.

28. Juni: Beinahe in Vergessenheit gerät, dass der TuS Niederaden immer noch um den Aufstieg in die Kreisliga A kämpft. Möglich machen das Aufstiegsregelungen, die der Fußballkreis Unna-Hamm kurz vor dem Ende der Meisterschaft verkündete. Der TuS ist selbstbewusst, schließlich hatte er mit der Relegation schon im vergangenen Jahr hervorragende Erfahrungen gemacht. Am Ende verpasst der TuS im neunten Aufstiegsspiel gegen einen Vetreter des Kreises Hochtaunus die Rückkehr in die A-Liga.

So läuft die Saison im Lüner Amateurfußball ganz bestimmt nicht

Niederadens Trainer Amel Mesic bleibt ein glühender Verfächter von Relegationsspielen jeglicher Art. © Weitzel

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