Spieler ärgert sich über sich selbst und sieht dafür einen Platzverweis - „Das ist schon kurios“

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Das war ein frustrierender Sonntag! Mit seiner Mannschaft verlor ein Lüner Fußballer deutlich. Und weil er sich dabei zu sehr geärgert hat, musste er den Platz sogar vorzeitig verlassen.

von Florian Dellbrügge

Brambauer

, 25.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

So hat er sich den Sonntag nicht vorgestellt. Das Spiel gegen gute Kollegen wollte er unbedingt gewinnen. Doch das wurde nichts. Und zu allem Überfluss, musste er auch noch vorzeitig zum Duschen.

„Das war kein gutes Wochenende für mich und die Mannschaft“, sagt Ilker Kelez. Und während er das sagt, klingt schon durch, wie gefrustet er ist. Denn so hatte sich der Fußballer des BV Brambauer II das Auswärtsspiel bei Eving Selimiye Spor nicht vorgestellt.

Kelez war schon angezählt

Mit 0:3 hatten er und sein Team das Nachsehen. Und Kelez musste dabei sogar vorzeitig duschen gehen. Aus einem kuriosen Grund.

Nach einem taktischen Foul in der ersten Halbzeit war Kelez schon angezählt, mit der gelben Karte vorbelastet. Dann kam die zweite Halbzeit und ein Zweikampf mit seinem guten Freund Yasin Sahin.

„Ich habe Yasin angelaufen und auch den Ball bekommen. Bei der Aktion trifft er mich. Aber als ich aufstehe gibt es einen Einwurf. Da habe ich mich dann aufgeregt. Aber auch eher über mich und die ganze Situation. Wir haben schließlich schon mit 0:3 hinten gelegen.“

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Er habe dann auf türkisch „Das gibt es doch nicht“ gesagt. Grund genug für den Schiedsrichter, ihn mit der zweiten gelben Karte des Tages des Feldes zu verweisen. Denn der habe sich in der Aktion angesprochen gefühlt und daher die zweite persönliche Strafe ausgesprochen. Da halfen auch die Versuche von Gegenspieler Sahin nichts mehr.

Ilker Kelez ist Spieler des BV Brambauer II.

Ilker Kelez ist Spieler des BV Brambauer II. © Timo Janisch

„Yasin hat dem Schiedsrichter gesagt, dass ich wirklich nichts gesagt habe und niemanden beleidigt habe. Das hatte ich auch gar nicht vor. Ich wollte keinen Streit anfangen. Beim Gegner spielen wie viele Kollegen von mir“, so Kelez.

„Das ist schon kurios“

Der auch sagt: „Über die erste gelbe Karte müssen wir nicht sprechen. Das war schon okay so. Ob der Platzverweis am Ende dann so gerechtfertigt ist, ich weiß es nicht.“

Da springt ihm Oliver Basdorf zur Seite. „Ilker hat einen vor die Wade bekommen und sich aufgeregt. Der Schiedsrichter meinte nach dem Spiel, Ilker habe ihn dabei böse angeguckt und deshalb habe es die Karte gegeben. Das ist schon kurios“, so der sportliche Leiter der Zweitvertretung des BV Brambauer.

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„Das ist einfach ziemlich bitter. Selbst die Spieler von Eving Selimiye Spor meinten, Ilker hat wirklich nichts schlimmes gesagt. Trotzdem war er dann raus aus dem Spiel. Und jetzt fehlt er uns im Derby“, kommentiert Basdorf die Situation weiter und blickt schon einmal auf das nächste Spiel. Da empfängt der BVB II dann den SV Preußen auf der heimischen Anlage in Brambauer. Ohne Kelez.

Aber wie ist das eigentlich aus Sicht der Regelhüter? War der Platzverweis gerechtfertigt? Eine finale Antwort darauf kann auch Markus Schanz nicht geben.

Einheitlichkeit ist nur schwer zu erreichen

Der Kreisvorsitzende der Schiedsrichter in Dortmund sagt: „Regel 12 beinhaltet Formulierungen wie „Protestieren durch Worte oder Handlungen“ oder auch „verwarnt wird, wer sich dem Spiel gegenüber respektlos verhält“. Weil solche Formulierungen ja zu interpretieren sind, geht es ohne Fingerspitzengefühl nicht.“

Doch Einheitlichkeit sei nur schwer zu erreichen, meint Schanz. Das habe am Ende immer auch mit dem Charakter des jeweiligen Schiedsrichters zu tun. Regel-technisch aber sei der Platzverweis zu vertreten. Wenngleich Schanz sich davon kein eigenes Bild machen konnte.

„Ein Schiedsrichter muss nicht jedes Wort verstehen, um anhand von Körpersprache und Intonation ein respektloses Verhalten zu bewerten.“

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