Tim Hermes: „Wenn du so mit einem Schiedsrichter redest, bist du nach fünf Minuten unten“

mlzBW Alstedde

Tim Hermes coacht BW Alstedde künftig nicht nur, sondern läuft auch selbst für BWA auf. Im Interview spricht er über die Herausforderung Spielertrainer, seine künftige Position und Schiedsrichter.

Alstedde

, 01.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Tim Hermes coacht in der kommenden Saison die Bezirksliga-Fußballer von BW Alstedde - das stand nie zur Debatte. Nun ist zudem klar, dass der ehemalige Regionalliga-Fußballer auch selbst die Schuhe für BWA schnüren wird. Im Interview spricht Hermes (29) über den Schritt vier Ligen runter und die damit verbundenen Herausforderungen und Pflichten.

Tim Hermes, in welchem Umfang werden Sie für BW Alstedde auflaufen?

Das wird sich zeigen. Es wird sich auch zeigen, wie mein Körper reagiert. Der Umfang wird nicht mehr so groß sein, dass das eigentlich kein Problem mehr sein sollte. Aber es kann ja immer was kommen. Wenn es keine Probleme gibt, will ich jedes Spiel machen. Ich denke, dass ich der Mannschaft damit auf jeden Fall helfen kann.

Jetzt lesen

Sie sind Außenverteidiger. Einige Spieler, die hochklassig gespielt haben und dann einige Ligen tiefer gehen, nehmen dort eine offensivere Position ein. Was haben Sie geplant?

Das ist eine Option. Das einzige, was ich schon mal sagen kann ist, dass ich nicht mehr über Außen kommen werde. Über Außen habe ich eigentlich mein ganzes Leben gespielt. Da will ich erstmal nicht mehr spielen. Ich denke, dass ich in der Liga der Mannschaft wesentlich mehr helfen kann, wenn ich zentral spiele.

Tim Hermes trägt seit Januar 2019 bei BW Alstedde die Verantwortung an der Seitenlinie.

Tim Hermes trägt seit Januar 2019 bei BW Alstedde die Verantwortung an der Seitenlinie. © Sebastian Reith

Mit ihrem Vater Andreas, Thomas Westrup und Dennis Gerleve haben Sie ein großes und kompetentes Trainerteam um sich herum. Gibt es da schon Ideen, wie die Aufgaben aufgeteilt werden, wenn Sie auf dem Feld stehen?

Ideen gibt es. Wie wir es genau machen, haben wir noch nicht geklärt. Das wird sich dann in der Vorbereitung zeigen. Da werden wir ein paar Optionen durchgehen und uns auch ein bisschen beraten, wie wir es am besten machen werden.

War dieses große Trainerteam eine Voraussetzung, damit Sie selbst spielen?

Auf jeden Fall. Für mich wird es eine riesen Umstellung sein. Spielertrainer zu sein ist nochmal etwas ganz anderes, als nur Trainer zu sein. Als Trainer siehst du alles von außen, siehst jeden Raum. Als Spieler ist das nochmal ein bisschen schwieriger. Das ist auch ein Punkt, warum ich in der Zentrale spielen werde, weil du da nochmal mehr siehst als irgendwo über Außen. Klar ist es da gut, dass man ein großes Trainergespann und noch mehr Augen hat, die sich das Spiel anschauen und beraten können.

Jetzt lesen

Als Spieler macht Ihnen auf Bezirksliga-Niveau keiner etwas vor. Wie groß ist dennoch der Respekt vor der Aufgabe, als Spieler zu funktionieren und gleichzeitig als Trainer die nötige Autorität zu haben?

Riesengroß. Ich bin ein Typ: Wenn ich was mache, dann mache ich das mit 100 Prozent. Ich werde hier jetzt nicht mit 20 Prozent auflaufen, weil ich Star-Allüren habe und Regionalliga gespielt habe. Ich werde hier ganz normal Fußballspielen und gleichzeitig den Trainerjob ausüben. Es wird eine Herausforderung für mich. Das habe ich den Spieler auch gesagt und, dass sie mich da auch unterstützen müssen, weil es in der Liga spezielle Faktoren gibt, auf die ich mich erstmal einstellen muss - zum Beispiel Schiedsrichter. Das ist halt etwas ganz anderes als in der Regionalliga, das muss man einfach so sagen. Wenn du in der Bezirksliga mit einem Schiedsrichter so redest wie in der Regionalliga, dann bist du nach fünf Minuten vom Platz. Da muss man sich auch erstmal dran gewöhnen. Aber ich sehe das alles positiv.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt