Trauer in der Region: Reiter Ben Winter stirbt mit 25

Unfall bei Reitturnier

Eine ganze Region trauert: Benjamin Winter - eines der größten deutschen Reiter-Talente - ist am Samstag nach einem Sturz bei einem Turnier in Norddeutschland gestorben. Der 25-Jährige war in Lünen zur Schule gegangen, trainierte auf den Anlagen in der Region und war bei vielen Reitern bekannt. Wir haben Stimmen zu dem tragischen Unfall gesammelt.

LÜNEN/CAPPENBERG/SELM/WERNE

15.06.2014, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Benjamin Winter liebte das Vielseitigkeitsreiten. Er war in der Region bei vielen Vereinen und auf vielen Anlagen bekannt - der Reitsport in der Region trauert.

Benjamin Winter liebte das Vielseitigkeitsreiten. Er war in der Region bei vielen Vereinen und auf vielen Anlagen bekannt - der Reitsport in der Region trauert.

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Trauer um Benjamin Winter

Trauer um Benjamin Winter. Der Dortmunder Vielseitigkeitsreiter starb am Samstag nach einem Sturz bei einem Turnier in Luhmühlen (bei Lüneburg). Am Sonntag gab es dort eine Gedenkzeremonie.
15.06.2014
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Der Dortmunder Vielseitigkeitsreiter Benjamin Winter ist am Samstag gestorben.© Foto: dpa
Nach seinem Sturz versorgen Rettungskräfte den Dortmunder Reiter Benjamin Winter.© Foto: dpa
Trauer bei den Reitern am Rande des Turniers in Luhmühlen.© Malte Christians (dpa)
Reiter der deutschen Nationalmannschaft nach der Gedenkzeremonie für den am Samstag verunglückten Reiter Benjamin Winter.© Foto: dpa
Trauerfeier in Luhmühlen: Der Präsident der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Breido Graf zu Rantzau (2.v.l) spricht neben Stadion-Sprecher Kay Zobel, der Geschäftsführerin der Turniergesellschaft Luhmühlen Julia Otto und dem Bundestrainer Vielseitigkeit, Cris Bartle (rechts).© Foto: dpa
Die Gedenkzeremonie beim Turnier in Luhmühlen.© Foto: dpa
Der Reiter Constantin Van Rijckevorsel und eine Reiterin trauern.© Malte Christians (dpa)
Bundestrainer Vielseitigkeit, Cris Bartle (rechts), spricht bei der Trauerfeier.© Malte Christians (dpa)
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Wenige Stunden zuvor war ihr Sohn beim Geländeritt der Vier-Sterne-Prüfung in der Lüneburger Heide bei einem Sturz mit dem zehn Jahre alten Wallach Ispo tödlich verunglückt. "Ben war ein großartiger Mensch und toller Sportler", beschrieb ihn DOKR-Geschäftsführer Dennis Peiler.

Winter stammte aus einer Dortmunder Pferdesport-Familie. Seine Mutter ist Dressur-Ausbilderin, seine beiden Geschwister sind im Sport aktiv. Er galt als Riesentalent, als Versprechen für die Zukunft der deutschen Vielseitigkeitsreiterei. Trotz seiner erst 25 Jahre war er erfahren, ritt bei den Europameisterschaften 2011 und 2013. In Luhmühlen wurde er 2011 auf dem erfahrenen Pferd Wild Thing 13., im vergangenen Jahr belegte er auf Ispo in Malmö Rang 18.

Der Reiter hatte die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen besucht. Die Schule teilte nach dem tragischen Unfall auf ihrer Facebook-Seite mit: "Unsere Anteilnahme gilt der Familie und den Angehörigen von Benjamin!" Nach dem Abitur hatte sich Winter ganz der Reiterei gewidmet. Er zog an das Bundesleistungszentrum des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei (DOKR) in Warendorf. Dort war der stets fröhliche Lockenkopf Mitglied der Perspektivgruppe und absolvierte zudem eine Berufsausbildung zum Pferdewirt. Schon früh feierte er Erfolge. 2009 wurde Winter deutscher Meister der Jungen Reiter. 2008 gewann er in seiner Altersklasse EM-Bronze und sowohl 2009 als auch 2010 EM-Silber mit dem Team.

Winter gehörte zum Championats-Kader des DOKR und war auch ein Kandidat für die Weltreiterspiele im August/September in der Normandie. Was in ihm steckte, zeigte der Sportsoldat am Samstag noch kurze Zeit vor dem Unglück. Mit Wild Thing blieb er auf dem anspruchsvollen 6500-Meter-Kurs bei idealen Bedingungen ohne Fehler. Umso schwerer konnten Beobachter, Freunde, Familie und Trainer verstehen, wie es zu dem Unglück an Hindernis 20, einem eher harmlosen Sprung, kam. "Alles, was er da gemacht hat, bleibt unklar", sagte Bundestrainer Hans Melzer. Dass das Turnier in Luhmühlen am Sonntag fortgesetzt wurde, wäre auch im Sinne ihres Sohnes gewesen, sagte Sybille Winter. "Seine größte Sorge wäre vielmehr, dass sein Unfall dazu führen könnte, dass sein Sport in der Öffentlichkeit schlecht geredet wird. Bitte respektieren Sie diesen Wunsch meines Sohnes."

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