TuS Niederaden entthront den Lüner SV

Fußball

Fußball-A-Ligist TuS Niederaden sichert sich nach einem Herzschlagfinale gegen den Titelträger Lüner SV mit einem 4:2-Sieg die Hallenkrone. Vor dem Turnier hatte das Urban-Team keiner auf dem Zettel.

Lünen

von Von Patrick Schröer

, 26.12.2017, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fabian Kowalski vom TuS Niederaden (l.) überwindet in dieser Szene LSV-Keeper Michel Josch. Foto: Goldstein

Fabian Kowalski vom TuS Niederaden (l.) überwindet in dieser Szene LSV-Keeper Michel Josch. Foto: Goldstein

Die Rundsporthalle bebte am Samstagabend. Alle Zuschauer hatten sich zu einem stimmgewaltigen Chor zusammengetan. „TuS, TuS, TuS Niederaden“, dröhnte es von den Rängen. Gerade lief das Endspiel der 46. Auflage der Lüner Hallenfußball-Stadtmeisterschaften. Westfalenligist und Turnierfavorit Lüner SV auf der einen Seite, Kreisligist und Underdog TuS Niederaden auf der anderen. Die Vorzeichen schienen klar. Zwar lieferte Niederaden bis zum Endspiel eine starke Turnierleistung ab, feierte in den vier Vorrunden- und zwei Zwischenrundenspielen sechs Siege. Doch, dass es die Niederadener mit dem großen LSV aufnehmen können, daran glaubten in der Rundsporthalle nur die wenigsten. Zu dominant, zu abgeklärt präsentierte sich der Vorjahressieger im bisherigen Turnierverlauf, ging – wie Niederaden – bis zum Endspiel jedes Mal als Sieger vom Feld. „Vom Kopf her waren wir alle schon Stadtmeister, weil wir so souverän gespielt haben“, sagte auch LSV-Trainer Mario Plechaty.
Doch der Fußball hält immer wieder Überraschungen parat und mit Anpfiff des Finals war klar: Hier geht etwas für den Außenseiter. Mit großem Kampf und einer riesigen Portion Herzblut traten die Niederadener der Anfangsoffensive des LSV entgegen. Niederaden biss sich in jeden Zweikampf, schenkte den Lünern keinen Meter Raum. Defensiv standen die TuSler bombensicher. Als es gegen Ende der ersten Halbzeit dann auch in der Offensive funktionierte, spielte sich der TuS in einen wahren Torrausch. Bis zur Halbzeit schoss sich der A-Ligist eine 3:0-Führung heraus. Der LSV wirkte völlig von der Rolle, die Schlachtrufe auf den Rängen wurden immer lauter.

Nach der Pause erhöhte Niederaden sogar auf 4:0, kassierte in Überzahl aber das 1:4. Lünen stemmte sich noch einmal mit aller Gewalt gegen die drohende Sensation, doch mehr als der Anschlusstreffer zum 2:4-Endstand sprang nicht heraus. Damit war es amtlich. Der TuS Niederaden feierte bei der 46. Auflage der Stadtmeisterschaften seinen ersten Titel. „Die Nummer eins in Lünen sind wir“, sangen die Niederadener Kicker. „Ich bin super stolz auf die Mannschaft. Wir freuen uns sehr über den Titel. Nach der super Leistung am Freitag wollten wir uns weiterhin gut präsentieren. Wir haben ein sehr gutes Turnier gespielt und uns am Ende mit dem Titel belohnt“, so TuS-Trainer Stefan Urban.

Vor dem Finale sahen die Zuschauer spannende Viertel- und Halbfinalspiele. Niederaden zog durch einen 5:1-Erfolg gegen BW Alstedde und nach einem irren 6:5-Schlagabtausch gegen den späteren Turnierdritten SV Preußen Lünen ins Finale ein. Der Lüner SV besiegte B-Ligist BV Lünen mit 6:1 im Viertelfinale. Im Halbfinale kam es nach dem Duell in der Vorrunde zum Wiedersehen mit dem VfB Lünen, der im Viertelfinale Bezirksligist Westfalia Wethmar aus dem Turnier kegelte (2:1). Trotz starker Paraden des VfB-Keepers Jörg Lemke schaffte es die Mannschaft von Mark Bördeling jedoch nicht, den LSV zu stoppen. Am Ende hieß es 4:2 für den Westfalenligisten.

Mit dem BV Brambauer verpasste neben Wethmar auch der zweite Bezirksligist den Halbfinaleinzug. Gegen den SV Preußen Lünen unterlagen die Brambauer mit 9:10 nach Neunmeterschießen. Dass die Preußen vom Punkt aus stark sind, bewiesen sie erneut im Spiel um Platz drei. Der VfB und der SVP hatten sich darauf geeinigt, den dritten Platz vom Punkt auszuspielen. Nach vielen Fehlversuchen beider Seiten jubelte am Ende der SVP mit einem 2:1-Sieg über die Bronzemedaille.

Nach dem Finale jubelte – bis auf den LSV-Anhang – dann die ganze Halle mit dem Turniersieger aus Niederaden. Noch bis tief in die Nacht hörte man den Schlachtruf, den die Spieler munter fortführten: „TuS, TuS, TuS Niederaden“.

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