Ehemaliger Jugendnationalspieler probiert sich nun als Torwart in der Kreisliga B

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Frischer Wind in der Kreisliga B: Ein Spieler wird seine Premiere geben, der zwar schon in der Jugendnationalmannschaft auflief, aber noch nie im Tor stand.

von Thies Adam

Niederaden

, 16.07.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Abgang von Benjamin Gillner geht B-Ligist TuS Niederaden mit zwei neuen Torhütern in die erste Saison nach der Coronapause. Neben Rückkehrer Pierre Goldhahn, der nach zwei Jahren beim BSV Heeren zurück an der Kreisstraße ist, steht nun auch ein völlig unbeschriebenes Blatt im Lüner Fußball für den TuS zwischen den Pfosten.

Nico Hackmann heißt der neue Torwart und hat mit zwei Metern Körpergröße Gardemaß für diese Position. Doch Hackmann kommt eigentlich aus einer völlig anderen Sportart.

Seit seinem fünften Lebensjahr spielte er aktiv Basketball und das so erfolgreich, dass er über verschiedene Auswahlmannschaften sogar in der deutschen Jugendnationalmannschaft landete. Zeitgleich war er sogar für den damaligen Bundesligisten Artland Dragons aus Quakenbrück gemeldet.

Doch mit 18 Jahren kam der Bruch mit dem jahrelang betriebenen Hallensport. „Leider ist dann irgendwann der Punkt gekommen, an dem mein Körper mich im Stich ließ und auch meine Motivation mich verlassen hat“, bilanziert Hackmann. Besonders seine Knie machen ihm zu schaffen.

Schlussstrich mit dem Basketball

Bereits in diesem Alter zeichnet sich Arthrose in beiden Knien ab. Nach ein paar Jahren im unteren Amateurbereich zieht er endgültig einen Schlussstrich: „Auch meine Umzüge nach Lünen und Dortmund in Verbindung mit einem Wechsel des Arbeitsplatzes spielten eine Rolle“, erzählt der Vertriebsleiter für Automatisierung.

Doch wie kam er nun ausgerechnet zum Fußball und zum TuS Niederaden? Die Antwort: Einer seiner Arbeitskollegen ist Niederadens Trainer Amel Mesic! Es dauerte allerdings ein wenig, bis aus dem Arbeitskollegen Mesic auch der Fußballtrainer Mesic wurde.

Eine echte Größe steht mit Nico Hackmann kommende Saison beim TuS Niederaden im Tor. Hackmann ist zwei Meter groß.

Eine echte Größe steht mit Nico Hackmann kommende Saison beim TuS Niederaden im Tor. Hackmann ist zwei Meter groß. © Verein

„In unserer beruflichen Zusammenarbeit scherzte Amel des Öfteren, dass er noch einen Torwart braucht. Nach einem halben Jahr bin ich dann tatsächlich zum Training erschienen und grundsätzlich waren die Voraussetzungen in Bezug auf Reflexe und Ballgefühl vorhanden. Auch meine Größe von zwei Metern ist ebenfalls vorteilhaft“, sieht Hackmann gute Voraussetzungen für seinen Platz im Tor.

Außerdem pikant in der Konstellation Hackmann-Mesic: Auf dem Platz hat zwar Mesic das Sagen, doch auf der Arbeit ist Hackmann der Vorgesetzte seines Trainers.

„Sehr ehrgeizig und zielstrebig“

Einige Sprüche seiner Spieler musste Mesic sich diesbezüglich schon anhören, sieht es aber gelassen: „Für Nico und mich ist das kein Problem. Wir sind ja auch befreundet und es ist ja auch witzig, wenn er auf dem Platz auf mich hören muss. Aber sowohl auf der Arbeit als auch auf dem Platz muss man sich dem Team unterordnen und auch mal Anordnungen von jüngeren entgegennehmen.“

Amel Mesic freut sich über seinen neuen Schützling im Tor des TuS Niederaden.

Amel Mesic freut sich über seinen neuen Schützling im Tor des TuS Niederaden. © Weitzel

Auch sportlich erhofft sich der Trainer einiges von seinem Schützling und hebt eine Eigenschaft besonders hervor: „Nico ist sehr ehrgeizig und zielstrebig. Das ist eine Eigenschaft, wenn die alle an den Tag gelegt hätten, wären wir letztes Jahr aufgestiegen. Er hat es im Training schon immer sehr gut gemacht und soll Pierre Druck machen. Wenn er so weitermacht, wird er auf jeden Fall Spielzeit bekommen.“

So unterschiedlich die Konstellationen in den beiden Lebensbereichen Beruf und Freizeit auch sind, in einer Sache sind sich die beiden Niederadener einig: „Das Ziel ist es im Team etwas zu erreichen und das Wir-Gefühl muss ausschlaggebend sein!“

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