Uneinigkeit unter Lünens A-Ligisten über Fortsetzung der Fußball-Saison

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Vier Antwortmöglichkeiten hat der FLVW den Vereinen bei seiner Befragung gegeben, vier Lüner Vereine spielen in der Kreisliga A. Die drei Spitzenteams der Liga haben unterschiedlich gewählt.

Lünen

, 21.04.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie soll es mit der Fußball-Saison in Zeiten der Corona-Pandemie weitergehen? Diese Frage hat der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) auch seinen Vereinen gestellt - und auch Lünens Klubs haben geantwortet. Vier Antwortmöglichkeiten hatte der FLVW vorgegeben: Abbruch und Annullierung der Saison, Abbruch und Wertung der Hinrunde zur Ermittlung der Aufsteiger (ohne Absteiger), Abbruch und Wertung des aktuellen Tabellenstands zur Ermittlung der Aufsteiger (ohne Absteiger) und die Fortsetzung der Saison ab September (falls möglich).

Wir haben nachgehört, wofür und warum sich Lünens Fußballer so entschieden haben. In der Kreisliga A2 Dortmund sind gleich vier Klubs aus der Lippestadt vertreten - drei von ihnen führen die Tabelle an. Blau-Weiß Alstedde ist mit 48 Punkten aus 19 Spielen das Maß der Dinge, gefolgt von der SG Gahmen (40/19) und dem VfB Lünen (38/18). Preußen Lünen (28/19) liegt auf Rang acht im gesicherten Mittelfeld.

Spitzenreiter BW Alstedde spricht sich für einen Saisonabbruch mit Wertung der Hinrunde aus. „Da es aufgrund der aktuellen Lage einfach nicht möglich ist, eine Fortsetzung der Saison zu garantieren, haben wir uns für diese Option entschieden, weil wir die für am fairsten halten“, erklärt der Sportliche Leiter Benedikt Kuhne. „Jeder hat gegen jeden einmal gespielt und alle haben die gleich Anzahl an Spielen. Wir hoffen, dass durch diese Entscheidung der pünktliche Start der neuen Saison möglich ist.“

Nach der Hinrunde führte BWA die Tabelle mit 38 Zählern aus 14 Spielen an. Auf Rang zwei folgte der VfB (29/14) vor den drittplatzierten Gahmenern (27/14). Preußen (25/14) lag auf Platz fünf.

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Die SG Gahmen dagegen hat für einen Saisonabbruch mit Wertung des aktuellen Tabellenstands gestimmt, wie der Sportliche Leiter Hüseyin Tekin erklärt. „Wir haben uns noch Hoffnung auf die Meisterschaft gemacht, und hatten uns im Winter gut verstärkt“, sagt Tekin.

„Wenn man so viel Geld in die Saison steckt und die dann abgebrochen wird, ist das natürlich schade. Wir haben ja auch etliche Sponsoren, die da viel Geld reinstecken, die möchten natürlich auch die Mannschaft nächstes Jahr in der Bezirksliga sehen. Deshalb haben wir auch so abgestimmt.“ Am liebsten würden die Gahmener die Saison allerdings zu Ende spielen, im Zweifelsfall sogar ohne oder mit nur einer sehr begrenzten Anzahl Zuschauer am Platz.

VfB votiert wider eigener Aufstiegsmöglichkeiten

Der Tabellendritte VfB Lünen spricht sich hingegen für Abbruch und Annullierung der laufenden Spielzeit aus. „Obwohl wir noch die Möglichkeit hätten, selbst aufzusteigen, aber wir haben das jetzt rein rational so entschieden, dass alles in seinem gewohnten Rahmen bleibt“, berichtet Friedhelm Hoffmann, Fachschaftsleiter Fußball beim VfB. „Wir haben gedacht, dass die Leute, wenn die Corona-Krise vorbei ist, auch wieder in den geregelten Zeiten in den Urlaub fahren wollen. So hat man die Sicherheit, dass man an Terminen wie Sommerferien und Winterferien nicht Fußball spielen muss.“

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Dass eine Annullierung der Saison Härtefälle mit sich bringen würde, ist Hoffmann bewusst. „Von vorne anzufangen, wäre natürlich schade. Aus meiner Sicht hat Alstedde den Aufstieg verdient, aber besondere Situationen erfordern auch besondere Entscheidungen“, so Hoffmann.

Auch Preußen Lünen für Abbruch und Annullierung

Auch der SV Preußen, der als 8. von 16 Teams zum Zeitpunkt der Corona-Zwangsunterbrechung genau im Tabellenmittelfeld liegt, spricht sich für eine Annullierung der Spielzeit aus. „Wir haben uns für Abbruch und Annullierung entschieden, weil wir finden, dass es die fairste Lösung ist“, berichtet Geschäftsführer Peter Serges. „Wie macht man das mit Aufsteigern und Absteigern? Alstedde ist eigentlich sehr weit weg, aber hat dann ein bisschen geschwächelt. Und dann Gahmen, der VfB - das ist so auch dem Zweiten gegenüber ein bisschen fairer. Wir selbst haben nichts davon, es geht rein um die Fairness.“

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