Vereine müssen sich mit Plastikbälle ausstatten

Tischtennis

Die heimischen Tischtennisspieler müssen sich mit Beginn des Jahres 2019 auf neue Bälle einstellen. Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) schreibt dann Plastik- anstelle der gängigen Zelluloid-Kugeln vor. Besonders die damit verbundenen Mehrkosten stellen die Amateurvereine jedoch vor Probleme.

LÜNEN

, 07.12.2016, 13:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christoph Eppich erwartet mit der Einführung der Plastikbälle steigende Kosten für den TTV Preußen Lünen.

Christoph Eppich erwartet mit der Einführung der Plastikbälle steigende Kosten für den TTV Preußen Lünen.

Zu Beginn der laufenden Saison wurde der Plastikball in den höchsten deutschen Tischtennisligen verpflichtend eingeführt. So langsam geht es schrittweise dem altbekannten Zelluloidball, den es bereits seit dem Jahr 1890 gibt, an den Kragen.

Es gibt auch in den Landesligen und Kreisligen bereits Vereine, die zu Meisterschaftsspielen das neue Modell auf die Tische legen. Christoph Eppich, Vorsitzender und Spieler des TTV Preußen Lünen (Landesliga), hat damit schon Erfahrungen gemacht: „Wir spielen derzeit schon bei Gegnern, die Plastikbälle haben. Wenn es gute und teure Bälle sind, merkt man fast keinen Unterschied. Vielleicht ist die Rotation etwas geringer. Dennoch stehe ich dem Ganzen noch sehr kritisch gegenüber.“

Eppich und der TTV Preußen Lünen haben sich mit dem Bälle-Thema beschäftigt, wollen aber so lange wie möglich auf das alte Ball-Modell zurückgreifen: „Wir haben uns mit den alten Bällen ordentlich eingedeckt, damit wir damit noch diese und nächste Saison trainieren können. Die neuen Bälle kosten wesentlich mehr. Da kommen erhöhte Kosten auf den Verein zu.“

Die Händler verlangen 1,60 Euro für einen Plastikball. Für das Auslauf-Modell aus Zelluloid werden derzeit zwischen 1 Euro und 1,20 Euro fällig. Zumeist kaufen die Klubs Pakete zu je 72 oder 144 Stück. „1,60 Euro pro Ball. Aktuell sind diese sogar noch teurer. Das ist eine Spanne, die ist wahnsinnig. Wir haben uns das Ganze mal ausgerechnet. Es werden Unkosten von bis zu 1000 Euro mehr erwartet. Wir müssen schauen, wie wir das auffangen“, sagt Eppich.

Derzeit schließt der Vorsitzende des TTV Preußen eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge aus. „Wir haben ja noch Einnahmen aus Turnieren. Trotzdem kommen immer mehr Kosten auf Vereine zu. Wir werden immer häufiger zur Kasse gebeten.“ Der Verein benötigt im Schnitt 1000 Bälle pro Saison für alle Mannschaften.

Erfahrungen mit den neuen Bällen hat auch Uwe Ostermann, Spielleiter des SuS Oberaden, gemacht: „Die Bälle haben eine minderwertigere Qualität. Wir haben uns solche Bälle bereits vor ein, zwei Jahren angeschafft, weil es damals schon hieß, dass die neuen Bälle schneller eingeführt werden sollten. Wir lassen es auf uns zukommen.“

Man könne sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Einführung des Balles vor allen Dingen persönlichen und wirtschaftlichen Interessen gedient habe. Ein Mitglied der Materialkommission der Internationalen Tischtennis-Förderation (ITTF) hatte den neuen Ball unterstützt. Seine Frau und ein persönlicher Freund hielten das Patent an eben diesem Ball. Eppich sagt: „Für uns Vereine steigen die Kosten definitiv bei momentan zweifelhafter Qualität.“ Ein Beigeschmack bleibt also.

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