Der ASC 09 Dortmund hat kürzlich seinen Stadionnamen an einen Sponsor verkauft. Wir haben uns bei Lüner Vereinen umgehört, ob solche Art finanzieller Unterstützung für sie infrage kommt.

Lünen, Brambauer, Wethmar, Alstedde, Aplerbeck

, 22.11.2019, 11:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Alstedde bei den Blau-Weißen hat die Umbenennung des Stadions von „Am Heikenberg“ in „Knappschaft-Stadion“ zur Entwicklung des Vereins beigetragen. Der Oberligist ASC 09 Dortmund folgte kürzlich dem Beispiel. Das Waldstadion des ASC heißt nun Urlaubsguru-Stadion. Auf Instagram lobten die Verantwortlichen des Reiseportals die Nachwuchsarbeit und organische Entwicklung innerhalb des Vereins.

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Laut Ahmet Elikalfa, Präsident beim Kreisliga-B-Ligisten FC Brambauer, sind solche Schritte für sämtliche Lüner Vereine unausweichlich: „Es kommen immer weniger Zuschauer – in allen Vereinen in Lünen, egal welche Klasse.“ Ein Umdenken müsse laut Elikalfa stattfinden. In Brambauer werden aktuell solche Gespräche geführt. Auch der Sportplatz „Zum Karrenbusch“ würde bei erfolgreichen Verhandlungen mit den Sponsoren umbenannt werden. „Sobald das in trockenen Tüchern ist und die Sponsoren zugesichert haben, stellen wir den Antrag an die Stadt“, sagt Elikalfa. Um welche Summen verhandelt wird, will der Verein noch nicht preisgeben, es sei aber „auch nicht wenig“, sagt Elikalfa.

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„Als Fan finde ich das total doof“

„Als Fan finde ich das total doof“, sagt Florian Dellbrügge vom BV Lünen. „Für mich heißt der Signal Iduna Park auch immer noch Westfalenstadion, auch wenn das schon 15 Jahre nicht mehr der Fall ist.“ Dellbrügge ist beim BV Ansprechpartner für Vereinsangelegenheiten und Öffentlichkeitsarbeit. Als Fan des Fußballs ist er eben kein Fan davon, aus monetären Gründen Stadien mit traditionellen Namen umzubenennen. „Ohne Geld funktioniert Fußball leider nicht mehr“, sagt Dellbrügge.

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Dennoch sei auch für ihn die Zusammenarbeit mit Sponsoren durchaus sinnvoll, „aber das muss zusammenpassen, wenn da jetzt eine Firma kommt, mit der du dich überhaupt nicht identifizieren kannst, dann nicht nur um des Geldes wegen“. Der BV selbst habe sich zwar „noch nie Gedanken“ um ein Sponsoring gemacht, „aber wir wären da definitiv offen für“, sagt Dellbrügge.

Das sieht Sascha Holz, Vorsitzender beim Kreisliga-B-Ligisten TuS Niederaden, ähnlich: „Es muss natürlich passen, aber auch andersherum. Kein Sponsor gibt sein Geld und seinen guten Namen her, wenn es mit dem Verein nicht weiter bergauf geht.“ Konkret in Planung sei beim TuS zwar nichts, dennoch weiß der Verein um die Vorteile von Investoren. „Kleine Vereine haben ja auch oft gar keine Bezeichnung für ihre Plätze, warum also nicht dem Kind einen Namen geben“, sagt Holz. Bedenklich wird es für Andreas Grundmann vom VfB Lünen, „wenn der Sponsor seine Interessen in den Vordergrund drängt“. Ansonsten sei das Thema Sponsoring für den Geschäftsführer des VfB „mit dem richtigen Sponsor eine gute Sache.“ Spruchreif sei hier vorerst nichts. Grundmann: „Warten wir mal ab, wenn die neue Halle steht!“

Gahmen hat mehr als genug „Asche“

Es ist lange kein Geheimnis mehr, dass der Tabellendritte der Kreisliga A2 Dortmund, die SG Gahmen, nicht am Hungertuch nagt. „Eine Umbenennung hat Gahmen eigentlich nicht vor, das haben wir momentan nicht nötig“, sagt Hüseyin Tekin, Sportlicher Leiter der SGG. Probleme habe der Verein eher damit, „mit unserem Ascheplatz, Jugendspieler nach Gahmen zu kriegen.“ Der Antrag auf einen Kunstrasenplatz ist bei der Stadt Lünen gestellt, der Verein bekommt laut Tekin auch politisch Unterstützung für sein Vorhaben.

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Aktuell trainiert die SGG lediglich eine einzige B-Junioren-Mannschaft. Tekin wünscht sich für kommende Saison mindestens noch eine D- oder C-Jugend. Eine Alternative sieht Tekin in einer innerstädtischen Gemeinschaftsjugend, in der die Spieler trotzdem noch an ihre jeweiligen Vereine gebunden bleiben. „Ich führe Gespräche mit Niederaden, Preußen Lünen, VfB Lünen und Horstmar“, sagt Tekin. „Ich hoffe, dass das etwas wird.“

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Beim BV Brambauer müsse zunächst die Anlage erneuert werden. „Nächstes oder übernächstes Jahr muss der Kunstrasen neu gemacht werden“, sagt Rainer Manns, Geschäftsführer beim BV. „Noch kann man nichts dazu sagen, erst muss umgebaut werden.“

Diese Redaktion hat auch den Westfalenligisten Lüner SV telefonisch kontaktiert und gefragt, ob der Verein sich vorstellen könne, seinen Stadionnamen zu verkaufen. Der Westfalenligist äußerte sich auf Anfrage jedoch nicht.
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