VfB Lünen II bekommt den Derbysieg aberkannt

Kaum bekannte Regel

Die Freude war groß am Sonntagnachmittag beim Fußball-B-Ligisten VfB Lünen II nach dem 4:2-Derbysieg gegen die U23 BW Alsteddes. Die Lünen-Süder hatten sich endgültig von den unteren Tabellenregionen abgesetzt. Doch lange währte diese Freude nicht. Am Montag kam das böse Erwachen: Das Spiel wird wegen einer wenig bekannten Regel mit 2:0 für Alstedde gewertet.

LÜNEN

, 05.04.2016, 15:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Marius Mantei (r.) hätte ebenso wie Enrico Christal nicht für den VfB auflaufen dürfen.

Marius Mantei (r.) hätte ebenso wie Enrico Christal nicht für den VfB auflaufen dürfen.

Was war geschehen? Der VfB setzte am Sonntag in Marius Mantei und Enrico Christal zwei Spieler der Bezirksliga-Mannschaft ein, weil diese spielfrei hatte. Das ist auch erlaubt. Die übliche Sperre von fünf Tagen für den Einsatz in einer unteren Mannschaft – die Schutzfrist – war abgelaufen. Das Problem: Das Duo sah im letzten Meisterschaftsspiel der VfB-Ersten am 20. März gegen den FC Nordkirchen jeweils die fünfte Gelbe Karte.

"Die Regel besagt, dass die Spieler für ein Pflichtspiel oder höchstens zehn Tage gesperrt sind", sagt VfB-Trainer Martin Wisse. Was man beim VfB allerdings nicht beachtete, war eine Klausel, die in der Spielordnung, nicht aber beim Hinweis zur Gelbsperre in den Durchführungsbestimmungen steht. Sie besagt, dass die fünftägige Schutzfrist erst nach Ablauf einer Sperre beginnt.

Somit waren Christal und Mantei durch ihre fünfte Gelbe Karte für insgesamt 15 Tage daran gehindert, in der zweiten Mannschaft in der Kreisliga B aufzulaufen. Das Derby gegen Alstedde fand allerdings 14 Tage nach dem Nordkirchen-Spiel statt. "Das ist dumm gelaufen", so Wisse. "In nächster Zeit werde ich darauf verzichten, Spieler der ersten Mannschaft einzusetzen. Das Risiko ist zu groß."

Kurios: Vor wenigen Wochen profitierte der VfB II im Derby gegen den SV Preußen II von einer ähnlichen Regelung. Das Spiel wurde trotz einer Niederlage für die Süder gewertet, weil der SVP fünf anstatt der erlaubten vier Spieler einer höheren Mannschaft eingesetzt hatte. Kevin Fischer galt zu dem Zeitpunkt als Akteur der eigenen Ersten. Wisse: "Schon damals fand ich das nicht gerechtfertigt."

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