Weitere Leistungsträgerin verlässt VfL Brambauer in Richtung Oberliga

mlzHandball

Für den Wechsel gibt es verschiedene Gründe. Sogar über das Ende ihrer Handball-Karriere hatte die Akteurin nachgedacht.

Lünen

, 15.05.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die Verbandsliga-Handballerinnen des VfL Brambauer müssen eine weitere Leistungsträgerin ersetzen: Neben Hannah Trippe, die es bekanntlich zum Oberligisten ETSV Witten zieht, verlässt eine weitere spielstarke Akteurin den VfL.

Franziska Bloeß (27 Jahre) spielte gerade einmal ein Jahr beim VfL, will sich nun einer neuen Herausforderung stellen. Sie wechselt in die Oberliga zum HC TuRa Bergkamen. Damit verliert der VfL Brambauer seine Kreisläuferin, die in der vergangenen Saison viele Spielzeiten erhielt und vor allem auch in der Defensive im Mittelblock die Deckung stabil hielt.

Sportlicher und beruflicher Wechsel für Franziska Bloeß

„Hinter der Entscheidung steckten neben den sportlichen Motiven auch persönliche“, erklärt Bloeß. Sie wechselt im Juni das Arbeitsfeld. Sie hat soziale Arbeit in Münster studiert und anschließend in der Integrationsagentur-Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit im Handlungsfeld Wohnen sowie im Konfliktmanagement gearbeitet. Ab Juni wird sie den Träger, die Einrichtung und das Handlungsfeld wechselt.

Kreisläuferin Franziska Bloeß verlässt den VfL Brambauer in Richtung Bergkamen.

Kreisläuferin Franziska Bloeß verlässt den VfL Brambauer in Richtung Bergkamen. © Günther Goldstein

Zwischenzeitlich hat sie aufgrund ihrer stark eingespannten beruflichen Situation sogar mit dem Gedanken gespielt, mit dem Handballspielen aufzuhören. „Dann hat Jörg Rode (Trainer HC TuRa Berkamen, Anm. d. Red.) im richtigen Moment angerufen, wir haben mehrfach und lange telefoniert. An den Gedanken, nach 22 Jahren mit dem Sport aufzuhören, konnte ich mich einfach noch nicht gewöhnen“, so Bloeß.

Jetzt lesen

Ein Wechsel innerhalb der Verbandsliga kam für die 27-Jährige nicht in Frage: „Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Ich finde die Herausforderung, eine Liga höher zu spielen beziehungsweise es zu versuchen, spannend.“ Ob sie vom sportlichen Können her in die Oberliga gehört, ist sie sich nicht sicher: „Die Antwort darauf kann mir vermutlich keiner geben außer ich mir selbst. Ich möchte es auf jeden Fall versuchen und Erfahrungen sammeln“, so Bloeß.

Den nötigen Ehrgeiz, die körperliche Fitness, die Motivation und die Disziplin bringt sie auf jeden Fall mit. „Ich glaube auch, dass der Wechsel im richtigen Moment erfolgt“, sagt sie. Bloeß, die soziale Arbeit studiert hat, möchte sich handballerisch weiterentwickeln und neuen spielerischen Input erfahren. Ihre neuen Mitspielerinnen hat sie in Zeiten von Corona bereits kennengelernt. „Da muss man eben kreativer sein. Ich habe mit jeder einzelnen Spielerin bereits geschrieben oder telefoniert. Die Mannschaft hat sich sehr gefreut. Ich wurde toll aufgenommen“, so Bloeß.

Persönliche Fortschritte beim VfL Brambauer

An die kurze Zeit in Brambauer denkt sie aber gerne zurück: „Ich nehme aus dem Jahr definitiv die Abwehrarbeit im Mittelblock und die damit verbundenen persönlichen Fortschritte mit. Ich hatte beim VfL eine sehr schöne, spaßige und interessante Zeit und mir ist es auch nicht leicht gefallen zu gehen.“ Am meisten vermissen werde sie das Zusammenspiel zwischen ihr am Kreis und dem Rückraum und natürlich auch die ausgelassene und lustige Stimmung innerhalb des Teams.

Kein Abschiedsspiel aufgrund der Corona-Situation

Dass Bloeß aufgrund der Corona-Situation kein Abschiedsspiel erhielt, stimmt sie nachdenklich: „Ich hätte die Mannschaft gerne anders über den Wechsel informieren wollen. Ich hätte auch gerne die Saison noch zu Ende gespielt und wie gewöhnlich beendet.“ Dennoch hofft sie, dass sie künftig ihre neue berufliche Herausforderung und den Handball vereinbaren kann: „Ich habe mit offenen Karten gespielt. Die Mannschaft und Jörg wissen aufgrund meiner beruflichen Situation Bescheid.“

Wenn sie aber bei den Trainingseinheiten und Spielen dabei ist, hofft sie, dass sie sich in erster Linie natürlich an die neue Situation mit dem Harz schnell gewöhnen wird: „Das Zusammenspiel muss natürlich erst einmal mit ganz viel Harz am Ball trainiert werden.“

Jetzt lesen

Die Oberliga an sich kennt Kreisläuferin noch nicht gut. Dennoch sind ihr einige künftige Gegner bekannt. „Für mich wird es auf jeden Fall etwas ganz Neues sein und ein anderes Spiel, das deutlich mehr Aggressivität und Abwehrstärke haben wird. Das wird anders als in der Verbandsliga“, sagt sie. Ihrer neuen Mannschaft traut sie viel zu. Jedoch müsse erst einmal abgewartet werden, was die Zeit bringen wird.

Bloeß wünscht sich für ihre Zukunft eine individuelle Leistungssteigerung sowie Harmonie zwischen ihr und den Mitspielerinnen vor allem auf dem Parkett. Wo ihre Reise letztendlich in der Oberliga hingehen wird, wird sich bald herausstellen.

Lesen Sie jetzt